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Bürgermeisterin versichert vor Stadtverordneten, dass alle "seriösen Kriterien" in Untersuchung einfließen

Reizthema Strausseespiegel

Uwe Spranger / 10.03.2017, 19:36 Uhr
Strausberg (MOZ) Der niedrige Wasserstand im Straussee ist weiter ein zentrales Thema in der Stadt. Auch bei der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend wurde es aufgegriffen: im Bericht der Bürgermeisterin und in der Einwohnerfragestunde.

Bürgermeisterin Elke Stadeler hatte in ihrem Bericht ein erstes Abstimmungsgespräch mit der Technischen Universität (TU) Berlin und der Ingenieurgesellschaft Sieker aus Hoppegarten im Vorgriff auf die geplante Untersuchung zum "Landschaftswasserhaushalt" erwähnt, mit der Ursachen für den niedrigen Pegelstand im Straussee ergründet werden sollen. Der Antrag auf Bewilligung von Fördermitteln für diese Studie sei fristgerecht eingereicht worden, teilte sie mit. Eine Antwort gibt es aber noch nicht. Es sei frühestens Anfang April damit zu rechnen, weil die Antragsfrist bis Ende März verlängert wurde, ergänzte Fachbereichsleiterin Birgit Bärmann.

Die Verwaltung hatte zudem mitgeteilt, dass sich der Seepegel seit dem Tiefststand Ende September um 16 Zentimeter "erholt" habe (Stand 1. März). Am Freitag zeigte die Messlatte neben der Fähre 86 Zentimeter (+2) an. Der Begriff "erholt" sei bei derartigen Werten verfehlt, monierte Hermann Herlinghaus in der Einwohnerfragestunde. Der Romanistik-Professor sieht das ökologische Gleichgewicht an der Stelle gestört. Bisweilen werde der "sogenannte Klimawandel" vorgeschoben, sagte er und fragte, ob "lokale Akteure" wie Golfplatz Wilkendorf, die Sparkasse mit ihrer Kühlung oder das Wasserwerk Spitzmühle des Wasserverbandes StrausbergErkner (WSE) in die Betrachtungen einbezogen werden.

Die Bürgermeisterin bestätigte dies. Sämtliche "seriösen Kriterien" würden Bestandteil der Prüfung, versicherte sie, auch die Trinkwasser-Brunnen des WSE am Spitzmühlenweg. Sie erklärte auf Nachfrage, dass das Wasserwerk Spitzmühle momentan das mit der höchsten Pumpleistung im Verbandsgebiet sei. Beim WSE hieß es auf MOZ-Anfrage, dass die Stationen in Erkner und Eggersdorf (am Stienitzsee) weiterhin mehr lieferten. Spitzmühle leiste derzeit etwa ein Drittel seiner Maximalkapazität. Im Winter seien die Abnahmemengen ohnehin nicht hoch.

Keinen aktuellen Stand hatte die Bürgermeisterin, was das Kühlsystem der Sparkassenzentrale in Strausberg angeht. In den Sommermonaten wurden bei dem Kreditinstitut seit 20 Jahren täglich bis zu 350 Kubikmeter Wasser für die Klimadecken aus einem Tiefbrunnen neben dem See gesaugt und dann ins Annafließ geleitet. Jan Paepke, Leiter des Amtes für Landwirtschaft und Umwelt der Kreisverwaltung, erklärte, nach Informationen der unteren Wasserbehörde habe die Sparkasse eine Untersuchung in Auftrag gegeben. Ergebnisse lägen in Seelow noch nicht vor. Man gehe aber davon aus, dass der Tiefbrunnen künftig nicht mehr für die Klimaanlage genutzt werden wird. Die Sparkasse selbst bestätigte dies. Das Kühlungs- und Heizungssystem werde entsprechend umgestellt, so Vorstandssprecherin Gabriele Lehmann. Derzeit befinde man sich in der Planungsphase und könne deshalb noch keinen genauen Zeitpunkt zur Inbetriebnahme der neuen Anlage benennen.

Wie es bei der Stadtverordnetenversammlung weiter hieß, wollen sich an der Untersuchungdes Landschaftswasserhaushalts durch Geologen und Hydrologen der TU keine Nachbargemeinden beteiligen, obwohl ein größerer Bereich damit erfasst werden soll. "Und es kann schon gar nicht die Lösung sein, wertvolles Trinkwasser in einen austrocknenden See zu pumpen", kommentierte Elke Stadeler derartige Überlegungen in Fredersdorf-Vogelsdorf. Sie zeigte sich optimistisch, dass die Fördermittel bewilligt werden. "Sonst müssen wir hier noch mal reden."

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