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Letzte Ruhe
Abschied von Polizeihauptmeister Torsten K.

Die Bikerfreunde von Torsten K. verabschieden sich mit Blumen und Bildern von ihrem Motorradfreund.
Die Bikerfreunde von Torsten K. verabschieden sich mit Blumen und Bildern von ihrem Motorradfreund. © Foto: MOZ/Ruth Buder
Ruth Buder / 11.03.2017, 18:11 Uhr - Aktualisiert 17.10.2017, 13:46
Pfaffendorf (MOZ) Rund 400 Menschen haben am Sonnabend in Pfaffendorf (Oder-Spree) Torsten K. zu seiner letzten Ruhe begleitet. Der 52-jährige Polizeihauptmeister und sein Kollege Torsten P. (49) waren am 28. Februar während eines Polizeieinsatzes brutal getötet worden. Die Beisetzung von Torsten P. findet am Freitag in Schernsdorf statt.

 Ganz ruhig ist es am Sonnabend in Pfaffendorf. Weiträumig wird der Verkehr auf der sonst stark befahrenen Durchgangstraße umgeleitet. Polizeibeamte sperren den Bereich um die Kirche und bis zum Friedhof ab:  Die Trauerfeier ihres während eines Einsatzes bei Oegeln getöteten Kollegen soll durch nichts gestört werden.

Unter großer Anteilnahme ist am 11.03.2017 einer der beiden Polizisten beigesetzt worden, die Ende Februar von einem mutmaßlichen Mörder überfahren worden waren. An der Trauerfeier in Pfaffendorf im Landkreis Oder-Spree nahmen auch Ministerpräsident Dietmar Woidke und Innenminister Karl-Heinz Schröter (beide SPD) teil. Mehrere Hundert Polizisten und Bürger gaben dem Beamten das letzte Geleit. An vielen Polizeiwachen im Land wehten die Fahnen auf Halbmast.
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Beisetzung in Pfaffendorf 2: Polizist Torsten K. beerdigt

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Kurz vor 15 Uhr treffen in ihren schwarzen Limousinen Ministerpräsident Dietmar Woidke und Innenminister Karl-Heinz Schröter ein. Sie, die Familie – der Verstorbene hinterlässt eine Ehefrau und drei erwachsene Kinder –, Freunde, enge Bekannte und Kollegen haben in der Kirche Platz genommen. Die meisten Trauergäste stehen aber im Kirchgarten, in dem die Schneeglöckchen in voller Blüte stehen. Die Glocken läuten, über Lautsprecher ist die bewegende Musik der Bläser des Polizeiorchesters Brandenburg und die Trauerrede des Polizeipfarrers Sven Täuber zu hören. Er erinnert daran, dass Torsten K. als jüngster von vier Geschwistern in Frankfurt (Oder) aufgewachsen ist, Ausbaufacharbeiter und Maler gelernt hat, nach der Wende, 1990, in den Zivildienst der Polizei aufgenommen worden war und 2016 stolz seine Beförderung zum Polizeihauptmeister erlebte. 1990 heiratete er seine jetzige Frau, mit der er und seiner Tochter seit zehn Jahren in Pfaffendorf lebte. „Polizisten“, so sagte der Pfarrer, „leben in Bigamie“. Auf der einen Seite die Familie, die ihm Kraftquell war, auf der anderen Seite die Arbeit. Auch Torsten K. sei mit dem Dienst verheiratet gewesen. „Totti“, wie er von Freunden und Kollegen kumpelhaft genannt worden war, sei sehr beliebt gewesen und gern aller Freund. Und er habe „Männer-Hobbys“ gehabt, die Bikerfreunde und den Schützenverein. Torsten K. habe in sich die Sehnsucht nach einem gelingenden Leben gehabt und sei gegen das Böse angetreten. „Wir leben davon, dass sie unser Leben schützen“, sagte der Pfarrer. Dabei kämen auch die Guten zu Tode. „Euer Leben wird Bestand haben, ihr habt das höchste Opfer gebracht. Wir haben zu danken. Eure Namen werden in den Himmel geschrieben“ würdigte er vor dem Sarg des Verstorbenen. Durch ein langes Spalier wird der Sarg bis zum 300 Meter entfernten Friedhof gebracht. Und die Tränen fließen, als die Musik spielt: „Ich hat‘ einen Kameraden“.

Unter großer Anteilnahme ist am 11.03.2017 einer der beiden Polizisten beigesetzt worden, die Ende Februar von einem mutmaßlichen Mörder überfahren worden waren. An der Trauerfeier in Pfaffendorf im Landkreis Oder-Spree nahmen auch Ministerpräsident Dietmar Woidke und Innenminister Karl-Heinz Schröter (beide SPD) teil. Mehrere Hundert Polizisten und Bürger gaben dem Beamten das letzte Geleit. An vielen Polizeiwachen im Land wehten die Fahnen auf Halbmast.
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Beisetzung in Pfaffendorf: Einer der beiden getöteten Polizisten beigesetzt

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Unter den Trauergästen ist auch Ullrich Papperitz, Polizeidirektor a.D., der aus seiner Fürstenwalder Tätigkeit die beiden getöteten Polizisten kennt. Als Stiftungsrat des Martin-Heinze-Fonds (der Polizist Martin Heinze war 1996 in Potsdam bei einem Einsatz getötet worden) ist er dankbar für die große Anteilnahme, die bundesweit den Familien der Opfer zu teil wird. „Es ist unsere Möglichkeit, Trost zu spenden“, sagte Papperitz.  „Aber leider werde erst, wenn so etwas Schreckliches passiert, den Menschen bewusst, welchen Gefahren sich Polizisten für uns aussetzen.“ Innenminister Karl-Heinz Schröter fielen am Rande der Trauerfeier die Worte schwer, es sei kaum möglich, Trost zu spenden. Torsten K. und Torsten P. seien jetzt Schutzengel der Polizei.

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