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Schulleiter kritisiert Gesamtschulpläne mit deutlichen Worten

Der Schulleiter der Hans-Klakow-Oberschule, Dietmar Bendyk, spart nicht mit Kritik.
Der Schulleiter der Hans-Klakow-Oberschule, Dietmar Bendyk, spart nicht mit Kritik. © Foto: Hahn
Patrik Rachner / 13.03.2017, 22:11 Uhr
Brieselang (MOZ) Der Leiter der Hans-Klakow-Oberschule in Brieselang, Dietmar Bendyk, hält rein gar nichts von einer möglichen Umwandlung der Bildungsstätte in eine Gesamtschule. Er kritisierte sowohl die Kreis- als auch die Gemeindeverwaltung am Montag mit scharfen Worten. Mehr noch: Er sprach den Hauptakteuren die Kompetenz ab, eine solche Vorentscheidung getroffen zu haben, zumal "niemand, wirklich niemand mit uns im Vorfeld gesprochen hat", sagte er.

"Es sollen vollendete Tatsachen geschaffen werden, die jeglicher Grundlage entbehren. Ich habe selten soviel Inkompetenz gesehen. Mehr gibt es eigentlich dazu nicht zu sagen. Wir werden sicherlich keine Stellungnahme zu den Plänen abgeben. Dazu gibt es auch keine Veranlassung."

Dietmar Bendyk hat alles aus der Presse erfahren, erst im Nachgang hat es Gespräche mit Entscheidungsträgern gegeben. Seit 32 Jahren ist er als Schulleiter und Lehrer im Dienst. Noch nie habe er so etwas erlebt, wie jetzt in

Als er 2011 die Schulleitung übernommen hatte, lag die Hans-Klakow-Oberschule seinen Angaben zufolge am Boden, vor allem baulich. Lange, viel zu lange habe es gedauert, bis auch der Politik klar wurde, dass in die Oberschule investiert werden muss.

Nachdem im vergangenen Jahr, nach dem parteipolitischen Gezänk in der Gemeindevertretung die Voraussetzungen für den Umbau geschaffen wurden, sei er zufrieden gewesen. "Wir haben hier etwas aufgebaut und jetzt wird über Nacht alles geändert", meinte er.

Die aktuelle Debatte ist ihm jedenfalls ein Dorn im Auge. Die Motivation, weiter Akzente zu setzen, sinke mit Blick auf die drohende Handlungsempfehlung. "Das ist eine Arroganz der Macht. Mit Logik und Sachverstand hat eine solche Entscheidung nichts zu tun", sagte er.

"Wir als Schule rudern nicht gegen Wustermark. Im Gegenteil: In Elstal ist die Fläche und auch das Geld vorhanden. Insofern bringt es nichts, über Nacht ein solches Vorhaben am Standort Brieselang durchzuboxen. Den Beteiligten ist offensichtlich nicht klar, welche Kosten das verursacht. Es reichen keine fünf, keine zehn und auch keine 20 Millionen Euro aus, um das Projekt zu realisieren", betonte Bendyk.

Er selbst habe schließlich schon mehrfach baubegleitend agiert und als einstiger Ortsbürgermeister in einer Gemeinde auch politisch Akzente gesetzt. Er wisse ganz genau, wovon geredet wird, nicht aber die Entscheidungsträger.

"Sie werden sich vergaloppieren. Da bin ich mir sicher. Wir sind ziemlich frustriert, weil unehrlich gearbeitet wird. Inhaltliche Sachfragen aus schulfachlicher Sicht spielen überhaupt keine Rolle. Hätte ich gewusst, wie hier in Brieselang die Uhren ticken, wäre ich woanders hingegangen."

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