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Garn ärgert sich, Landkreis reagiert verhalten

Patrik Rachner / 14.03.2017, 20:36 Uhr
Brieselang (MOZ) Nach der harschen Kritik zu den möglichen Gesamtschulplänen durch den Leiter der Hans-Klakow-Oberschule in Brieselang, Dietmar Bendyk, haben sowohl die Gemeindeverwaltung als auch der Landkreis Havelland mit Unverständnis reagiert.

"Das, was er gesagt hat, ist Quatsch und kein guter Stil. Auf eine solche Diskussionsebene lassen wir uns nicht ein", sagte etwa Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) am Dienstag. Er will mit Blick auf die Äußerungen hinter den Kulissen nun unter anderem das Gespräch mit den Verantwortlichen des Staatlichen Schulamtes suchen.

Bendyk hatte zuvor moniert, dass die Schule in die Pläne im Vorfeld der Verkündung nicht eingeweiht worden war und auch sonst mit drastischen Worten die Kompetenzen der entsprechenden Verwaltungen infrage gestellt. Das wollte Garn nun offenbar nicht auf sich sitzen lassen. "Wenn uns mangelnde Kompetenz vorgeworfen wird, dann hört es auf."

So habe die Gemeinde zum Beispiel vor Ablauf der Abgabefrist einer Stellungnahme zum Schulentwicklungsplan alle drei Schulen aufgefordert, eine Schulkonferenz einzuberufen. "Dies wurde nicht umgesetzt, da hätte man sich austauschen können", meinte er. Der Bürgermeister habe mit Blick auf die Aussagen zudem den Eindruck gewonnen, dass Schuldirektor Dietmar Bendyk, der einzige Mensch sei, der Erfahrungen beim Umbau von Schulen habe. "Die Neubaupläne, die wir als Träger der Schule haben, sind logisch und schlüssig. Pöbeleien bringen indes gar nichts."

In ihrer Stellungnahme hatte die Gemeinde die Option Gesamtschule unter anderem vor dem Hintergrund der verkehrsgünstigen Lage und der Bevölkerungsentwicklung begrüßt (BRAWO berichtete). Weiterhin würde "eine sichere vierzügige Oberschule die zu beobachtende dynamische Entwicklung der Gemeinde Brieselang positiv unterstützen", hieß es.

Michael Koch wiederum, Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag, sprach Bendyk die Kenntnis der geltenden Rechtslage ab. So sei es Aufgabe des Landkreises einen Schulentwicklungsplan aufzulegen und im Verfahren die Option darzulegen, im konkreten Fall vor dem Hintergrund der Entwicklung der Schülerzahlen in der Region. In dem angelaufenen Benehmensverfahren werde aber erst geklärt, ob die Gesamtschuloption auch greife. "Ein Schulträger, wie etwa die Gemeinde Brieselang, redet nicht in Unterrichtspläne & Co. hinein. Wird aber über Strukturen entschieden, ist das gleichwohl die Aufgabe eines Trägers", betonte Koch. "Die Art und Weise der Kritik, ist nicht hinnehmbar. Er sollte dringend einen Schritt zurückrudern, zumal inhaltlich eigentlich nichts gesagt hat. Damit hat er sich keinen Gefallen getan." Er kündigte nun an, gesprächsoffen zu sein. Und der Landkreis?

Deren Verantwortliche zeigten sich in der Bewertung Milde, allen voran Elke Nermerich, Erste Beigeordnete und Schuldezernentin. Sie sagte: "Die Schulentwicklungsplanung ist ein wichtiges Thema, mit dem der Landkreis sensibel und verantwortungsvoll umzugehen weiß. Allen nach dem Gesetz zu Beteiligenden wurde die Möglichkeit eingeräumt, eine Stellungnahme zum Schulentwicklungsplan abzugeben. Zu einer konstruktiven und sachlichen Auseinandersetzung sind wir und bin ich als Schuldezernentin immer gern bereit."

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