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Wustermarker kämpfen weiter um Gesamtschulstandort

Patrik Rachner / 15.03.2017, 21:21 Uhr
Wustermark (MOZ) Wie erwartet hat die Wustermarker Gemeindevertretung am Dienstagabend während einer Sondersitzung den vorliegenden Entwurf der Schulentwicklungsplanung des Landkreises Havelland mit Kritik zur Kenntnis genommen und ihrerseits im Verbund mit der Verwaltung für die Umwandlung der Oberschule in Elstal in eine Gesamtschule plädiert. Das kommt in der Stellungnahme deutlich zum Ausdruck.

"Die klare Positionierung zu Gunsten des Oberschulstandortes Brieselang kann durch die Gemeinde Wustermark nicht nachvollzogen werden und widerspricht der eigenen Auffassung", heißt es unter anderem darin. So sei die verkehrliche Erreichbarkeit des Oberschulstandortes Elstal ist für einen Großteil der Bewohner des Osthavellandes gleichfalls "ausgesprochen gut". Insbesondere die Stadt Nauen und die Gemeinde Dallgow-Döberitz verfügten über eine direkte Bahnanbindung sowie zusätzliche Busverbindungen. Auch von Falkensee und Brieselang sei der Schulstandort durchaus gut erreichbar.

Und: "Als Träger der Schülerbeförderung könnte der Landkreis weiterhin Einfluss darauf nehmen, die Erreichbarkeit mit dem Öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern." Der Landkreis hat im Entwurf den Standort Brieselang unter anderem wegen der guten ÖPNV-Anbindung präferiert. Aber: "Elstal kann mindestens genauso gut erreicht werden wie Brieselang."

Dass zudem die baulichen Vorzüge überzeugten, auch durch konzeptionelle Erweiterung und Modernisierungen in der Vergangenheit, sei ebenfalls nicht von der hand zu weisen, zumal sich hinter dem derzeitigen Schulgelände eine 4,4 Hektar große Entwicklungsfläche im Eigentum der Gemeinde Wustermark befinde, die für schulische Zwecke entwickelt werden könne.

"Es ist nicht ersichtlich, dass die Etablierung einer Gesamtschule am Standort Elstal andere Schulstandorte wie Brieselang oder Ketzin gefährden würde. Eine klare Positionierung pro Brieselang erscheint nicht plausibel. Wir fordern daher bei der Standortauswahl eine Abwägung aller relevanten Parameter der beiden Standorte.Die Gemeinde Wustermark ist sich sicher, bei einem gut durchgeführten und transparenten Abwägungsprozess mit allen Beteiligten eine einvernehmliche Lösung zu finden - egal welches Ergebnis die detaillierte Standortabwägung letztendlich ergibt."

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Oliver Kreuels (CDU), sagte nach der Sitzung: "Ich denke, der Landkreis Havelland hat den Entwurf des Schulentwicklungsplans mit heißer Nadel gestrickt. Das ist nicht zielführend und angemessen. Beim Kitabedarfsplan wird schließlich auch vor der Veröffentlichung eines Entwurfes in Abstimmung mit den Kommunen Einvernehmen erzielt."

Tobias Bank, Fraktionschef der Linken, meinte: " Die vorliegende Stellungnahme der Gemeinde macht einmal mehr deutlich, dass Elstal der beste Standort für eine weitere Gesamtschule im Osthavelland ist. Hinzu kommt, dass es in Wustertmark einen hundertprozentigen Willen und eine hundertprozentige Bereitschaft über alle politischen und institutionellen Grenzen hinweg für die Weiterentwicklung der Oberschule Elstal zu einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe gibt. In Brieselang scheinen sich dagegen die politisch Verantwortlichen und die Schulleitung nicht einig zu sein. Ein für das Osthavelland so wichtiges Projekt, darf nicht zwischen tatsächlicher Machbarkeit und politische Taktiererei in Brieselang zerrieben und auf Kosten des jetzt schon potenzialträchtigen Schulstandortes Elstal geführt werden."

Der Landkreis Havelland wird nun indes alle Stellungnahmen zunächst bewerten und abwägen. Die Hinweise sollen aufgenommen und eingearbeitet werden. Im Bildungsausschuss soll der dann überarbeitete Entwurf auf politischer Ebene durchleuchtet werden, ehe der Kreisausschuss ebenfalls eine Empfehlung abgeben und der Kreistag eine Entscheidung im Mai fällen wird.

Erst danach wird der Schulentwicklungsplan dem Bildungsministerium als Orientierungsplanung vorgelegt. Änderungen kann das Ministerium vornehmen.

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