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Stadt baut weiter Barrieren ab

Hochstimmung: Die Kita Am See in der Weinbergstraße ist eine von zwei Integrationskitas in Strausberg, in der Kinder mit Handicap gemeinsam mit anderen betreut werden. Hier feiern Lili, Jolina, Lilja, Helena, Robert und Marisa in einer Geburtstagsrunde de
Hochstimmung: Die Kita Am See in der Weinbergstraße ist eine von zwei Integrationskitas in Strausberg, in der Kinder mit Handicap gemeinsam mit anderen betreut werden. Hier feiern Lili, Jolina, Lilja, Helena, Robert und Marisa in einer Geburtstagsrunde de © Foto: MOZ /Gerd Markert
Uwe Spranger / 17.03.2017, 19:41 Uhr
Strausberg (MOZ) In der Stadt leben derzeit mehr als 6000 Menschen mit einer anerkannten Behinderung - Tendenz steigend. Das ist schon jetzt fast ein Viertel der Gesamtbevölkerung, konstatiert die Behindertenbeauftragte im Rathaus, Kerstin Wendt. Sie hat gerade ihren aktuellen Jahresbericht vorgelegt.

"Ich merke eigentlich jeden Tag in meiner Arbeit, dass es viele Menschen gibt, die dankbar dafür sind, was ihnen in Strausberg mit der Stelle der Behindertenbeauftragten geboten wird", sagt die Verwaltungsmitarbeiterin. Zunehmend und gern machten Betroffene von Beratung Gebrauch, ließen sich vermitteln oder informieren. Mit einer Behinderung geboren würden die wenigsten. Die meisten bekämen die Beeinträchtigungen im Laufe ihres Lebens durch Krankheit, Alter oder Unfall.

Kerstin Wendt sieht Strausberg als Vorreiter in der Region. "Die Stadt ist der Erklärung von Barcelona beigetreten und besitzt ein Konzept mit einem Maßnahmenkatalog, der jährlich erweitert wird. Oftmals rufen mich andere Kommunen an und fragen, wie wir bestimmte Themengebiete angegangen sind oder angehen."

Allgegenwärtig sei zum Beispiel das Thema Barrierefreiheit. In dem Zusammenhang nannte sie die Strausberger Eisenbahn als positives Beispiel, die bis auf seltene Ausnahmefälle mit barrierefreien Straßenbahnen fährt. Dieser Punkt des Maßnahmenkatalogs im Bereich öffentlicher Personennahverkehr sei somit komplett realisiert. Zudem würdigte sie, dass es in Bussen des neuen Dienstleisters mobus nun eine akustische Fahrgastinformation mit Haltestellenansage gebe.

Sie bedauerte, dass es 2016 kein Mobilitätstraining gegeben hatte, bei dem Menschen mit Handycap in Ruhe das Ein- und Aussteigen aus Bus und Bahn probieren können. Zuletzt habe aber der Aufwand mangels Interesses in keinem Verhältnis zum Nutzen gestanden, so ihre Erfahrung. "Schade. Es war eine sehr gute Veranstaltung", sagte sie. "Wir sind uns aber mit dem Behindertenbeirat und dem Veranstalter Strausberger Eisenbahn einig, dass das Mobilitätstraining im Bedarfsfall wieder organisiert wird", blickte sie voraus.

Auch bei zahlreichen Bauvorhaben finde der Aspekt Barrierefreiheit immer wieder Berücksichtigung: So würden spezielle Bodenelemente bei Straßenquerungen eingesetzt und auch die neue Bushaltestelle Am Stadtwald (Hegermühle) damit ausgestattet. Der Kommunalservice habe im zurückliegenden Jahr bei Instandhaltungsarbeiten an Geh- und Radwegen eine ganze Reihe von Borden abgesenkt und nachgebessert. Und mit der Umgestaltung des S-Bahnhofs Strausberg-Stadt werde ein zusätzlicher zweiter barrierefreier Zu- bzw. Abgang zum Bahnsteig entstehen.

Ein weiterer Schwerpunkt sei die Umgestaltung der Internetseite der Stadt. "Die Planungen laufen auf Hochtouren", sagte sie. Ein Ideenteam berate über die Neugestaltung, und es gab bereits einen Termin mit der Bundesfachstelle für Barrierefreiheit. Dabei ging es unter anderem um einfache Menüführung, leichtere Navigation, Farben, Kontraste, Zugänglichkeit für Blinde, Taubstumme und Menschen mit Lernbeeinträchtigungen sowie leichte Sprache, Gebärdendolmetscher und einiges mehr.

Sie merkte an, dass im zurückliegenden Jahr aufgrund der geteilten Stelle als Kita-Sachbearbeiterin und Behindertenbeauftragte und wachsenden Aufgaben im Kitabereich der andere Teilbereich etwas in den Hintergrund gerückt sei. Deshalb liegt das letzte Treffen der Arbeitsgruppe Barcelona schon zwölf Monate zurück, obwohl man eigentlich viermal jährlich zusammenkommen will. Thema waren damals öffentliche Gebäude und Einrichtungen. Der Maßnahmenkatalog werde demnächst um dieses Problematik erweitert. Alle städtischen Gebäude und Außenanlagen seien inzwischen auf Barrierefreiheit untersucht und es sei festgelegt worden, dass eine Prioritätenliste erstellt wird.

Kerstin Wendt machte deutlich, dass die Erfassung viel Aufwand bedeutet habe. Und weil der Maßnahmenkataklog weiter fortgeschrieben werden solle, warb sie für Mitarbeit in der AG Barcelona. Eine bunte Mischung in der Gruppe sei wichtig für gute Ergebnisse. Die AG will sich alle vier Monate mittwochs um 17 Uhr für etwa anderthalb Stunden treffen. Die Termine werden auf der Internetseite der Stadt unter Aktuelles veröffentlicht.

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