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In der Bibliothek der Zukunft

Baukunst und Poesie verbinden: Ein Architekturb³ro aus Wriezen hat einen fantasievollen Entwurf f³r die neue Petershagener Bibliothek vorgelegt. Das Gebõude soll an die Seiten eines aufgeschlagenen Buches erinnern. Entwurf: ACD GmbH/Alexander Scholz
Baukunst und Poesie verbinden: Ein Architekturb³ro aus Wriezen hat einen fantasievollen Entwurf f³r die neue Petershagener Bibliothek vorgelegt. Das Gebõude soll an die Seiten eines aufgeschlagenen Buches erinnern. Entwurf: ACD GmbH/Alexander Scholz © Foto:
AHAMMN / 17.01.2009, 08:00 Uhr
Petershagen-Eggersdorf Abreißen, neu bauen, erhalten, aufstocken - sechs Architekturbüros haben sich Gedanken gemacht, wie die Bibliothek im Ortsteil Petershagen in Zukunft aussehen könnte. In der vergangenen Woche wurden die ganz unterschiedlichen Entwürfe der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Überraschung bei den Anwesenden war groß. Weder die erschienenen Petershagener noch die Mitglieder des Bauausschusses noch die beiden Bibliothekarinnen hatten mit einer solchen Vielfalt an Ideen gerechnet. "Ich kann gar nicht sagen, welcher Entwurf mir am besten gefällt. Jeder der sechs hat etwas", sagte Bibliotheksleiterin Gerlinde Henkys.

Die Architekturbüros aus der Region und Berlin, die sich am Ideenwettbewerb zur Neugestaltung des Gebäudes beteiligt hatten, waren am vergangenen Mittwochabend in die Petershagener Bibliothek eingeladen, um ihre Entwürfe dem Bauausschuss und interessierten Bürgern vorzustellen. Die Präsentation am Ort des Geschehens selbst verlieh den Zukunftsvisionen eine ungewohnte Unmittelbarkeit.

So unterschiedlich die einzelnen Architektenteams an die Aufgabe herangegangen sind, so individuell zeigten sich ihre Ergebnisse. Vier der sechs Entwürfe sehen einen Neubau vor, meist in Würfelform und zweigeschossig. Auf viel Glas setzen die Planer, um viel Tageslicht ins Innere zu bringen. Auch die behindertengerechte Ausstattung des Hauses wird bedacht.

Die beiden übrigen Architektenteams wollen das jetzige Bib­liotheksgebäude erhalten und um eine Etage aufstocken sowie durch einen Anbau Raum für ein Lesecafé oder einen Veranstaltungssaal schaffen.

Eine Gemeinsamkeit haben alle Vorschläge: Die Alte Schmiede auf dem Gelände soll wieder hergerichtet und durch - zumeist verglaste - Übergänge mit dem zukünftigen Hauptgebäude der Bibliothek verbunden werden. Während einige Architekten in dem historischen Gebäude einen multifunktionellen Saal für Veranstaltungen sehen, wollen andere den entstehenden Platz auch für die Medienausleihe nutzen. Die Alte Schmiede wird in den Plänen zu einem autarken Gebäudeteil, der so unabhängig von den Öffnungszeiten der Bibliothek nutzbar ist.

Das Ladengeschäft und die alte Tankstelle bleiben nur in einigen Entwürfen erhalten. Bauausschussvorsitzender Burkhard Herzog (Freie/FDP/PEBB) zeigte sich überrascht, inwieweit die ehemalige Tankstelle in die Ideen­entwicklung einbezogen wurde. Einige Architekten betrachten sie als ein Gebäude, das das Areal (historisch) mitgeprägt hat, und verliehen ihm damit eine neue Bedeutung.

Unabhängig davon, ob Abriss und Neubau, Erhaltung und Erweiterung des alten Bibliotheksgebäudes vorgesehen sind, entstehen laut den Entwürfen neue Grünflächen, Höfe, Raum für Sitzgelegenheiten, für ein Lese-Café, das Tourismusinformationsbüro und Gewerberäume. Sattel- und Flachdächer bieten Platz für Photovoltaik und Begrünung.

Die Idee eines Wriezener Architekturbüros polarisierte die Zuhörer am stärksten. Aus dem Versuch, Poesie und Architektur im neuen Gebäude der Bibliothek zu vereinen, entstand ein recht unkonventioneller und fantasievoller Entwurf: Die Form des Gebäudes nimmt die von Seiten eines aufgeschlagenen Buches an. Ein Segeltuch bildet einen überdachten Innenhof, zwischen Säulen können Leinwände gespannt und als Projektionsflächen eingesetzt werden.

Die Vorgaben der Gemeinde für den Ideenwettbewerb seien bewusst unkonkret gewesen, sagte Herzog. "Wir wollen weniger über Kosten und Bedenken reden, sondern über Ideen." Laut Herzog sollen die Entwürfe bald öffentlich einsehbar sein. "Wir haben die Absicht, die Bürgerschaft in den Entwicklungsprozess einzubeziehen", so der Vorsitzende. Zunächst werde im Ausschuss über das Procedere der Entwicklung beraten. Anhand eines Entwurfs werde die Neugestaltung der Bibliothek und des Areals dann weiterentwickelt, stellt sich Herzog vor. Den Baubeginn sieht er frühestens im Jahr 2010.

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