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Einer der Macher des Landes-Slogans über die Idee und das Ziel der Image-Kampagne

„Es geht um Sehnsucht“

Michael Winterhagen
Michael Winterhagen © Foto: Scholz&Friends
Mathias Hausding / 23.02.2018, 18:42 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Seit dieser Woche hat das Land erstmals einen eigenen Slogan: „Brandenburg. Es kann so einfach sein.“ Michael Winterhagen, Kreativdirektor bei der Berliner Agentur Scholz & Freiends, erklärt im Gespräch mit Mathias Hausding die Idee dahinter. Winterhagen (43) lebt mit seiner Familie im Havelland.

Herr Winterhagen, bei den Lesern unserer Zeitung stößt der neue Slogan überwiegend auf Unverständnis und Ablehnung. Überrascht Sie das?

Ganz überraschend kommt das nicht. Noch ist er sehr abstrakt. Aber warten Sie ab: Der Slogan wird für alle verständlich, wenn wir ihn ab Mai konkret mit Inhalt aufladen. Bis dahin wollen wir neugierig machen.

Ist es die übliche Strategie, einen Slogan zunächst ohne größere Einordnung etwa durch Bilder herauszugeben?

Nein, wir haben in der Tat einen ungewöhnlichen Weg gewählt. Es geht uns darum, jetzt, also noch vor dem Start der Kampagne, mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen und Anregungen aufzunehmen. Eine Richtung haben wir jedoch bei der Vorstellung bereits aufgezeigt: Der Satz soll ein Lebensgefühl ausdrücken – Brandenburg mit seiner Einfachheit als Kontrast und echte Alternative zur hektischen Großstadt.

Etwas konkreter, bitte.

Morgens angeln gehen, abends in die Philharmonie – es kann so einfach sein. In Brandenburg hat man beides, das ist das Tolle. Mecklenburg-Vorpommern kann das nicht von sich behaupten. Wir grenzen uns von der hektischen Großstadt ab, beziehen ihre Vorteile aber mit ein.

Wer sind die Adressaten für die Kampagne?

Wir haben kein riesiges Budget, deshalb soll sie sich vornehmlich zum Beispiel an Menschen richten, die wir nach Brandenburg locken wollen. Es gibt hier Freiräume, man hat viele Möglichkeiten, es ist bezahlbar – das wollen wir vermitteln. Aber, ganz wichtig, die Kampagne muss auch die Brandenburger mitnehmen. Wir werden uns gerade am Anfang intensiv an sie richten, ihr Lebensgefühl bestätigen.

Was bedeutet „einfach“ mit Blick auf das hiesige Lebensgefühl?

Ich verstehe darunter Bodenständigkeit, eine positive Einfachheit, also das Gegenteil von kompliziert. Eine Lebensart, die zufrieden macht. Danach haben viele Menschen eine Sehnsucht. Und die wollen wir nach Brandenburg locken. Wer einfach sein Ding machen will, kann das hier oft besser als anderswo.

Viele unserer Leser wünschen sich im Slogan einen direkten Bezug zu Berlin oder den Brandenburger Seen. Was würden Sie Ihnen antworten?

Wir wollen mit dem Slogan das Land nicht nur beschreiben, also auf die Seen verweisen, sondern weiter gehen, Emotionen wecken, Möglichkeiten aufzeigen. Außerdem könnten wir mit einem Seen-Slogan gar nicht alle Themen wie Wirtschaft, Arbeit oder Studium abdecken.

Mit Blick etwa auf den BER merken Kritiker an, dass sich das Land mit dem Slogan lächerlich machen könnte.

Damit haben wir uns beschäftigt. Wir sind ja nicht naiv. Es ist kein politischer Slogan, sondern einer für das Land und seine Bewohner. Und die sind für die Probleme mit dem Flughafen nicht verantwortlich. Außerdem: Dass mit dem Satz gespielt und sich auch mal lustig gemacht wird, nehmen wir gerne in Kauf. Das Schlimmste wäre, dass niemand ihn benutzt. Dann lieber mehr Reibung.

Wie sollen die Plakate zur Kampagne denn ungefähr aussehen?

Eines der Motive zeigt den atemberaubenden Blick auf eine Brandenburger Fluss- und Seenlandschaft. Dazu die Zeile: „In wenigen Jahren wird über die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten leben. Selber schuld.“ Und dazu dann der Slogan: „Brandenburg. Es kann so einfach sein.“ Ein anderes zeigt die Glut eines Lagerfeuers. Dazu die Zeile: „Das einzige, das hier Burnout hat, ist das Lagerfeuer.“

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