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Fünf Frauen unterstützen Christian Moritz bei den Gottesdiensten / Noch keine der religiösen Veranstaltungen ausgefallen

Lektorinnen sind des Pfarrers rechte Hand

Die helfenden Hände an der Seite von Pfarrer Christian Moritz: Michaela Rusche, Ingrid Höhne, Gisela Farchmin, Karin Seichter und Gertraude Will (von links)
Die helfenden Hände an der Seite von Pfarrer Christian Moritz: Michaela Rusche, Ingrid Höhne, Gisela Farchmin, Karin Seichter und Gertraude Will (von links) © Foto: MOZ/Katrin Hartmann
Katrin Hartmann / 21.03.2017, 07:50 Uhr
Wriezen (MOZ) Ohne sie wäre vieles in der Marienkirche nicht möglich: Die fünf Lektorinnen um Wriezens Pfarrer Christian Moritz gehen ihm bei der Vorbereitung von Gottesdiensten, Andachten sowie der Auswahl passender Texte zur Hand, und springen auch mal ein, wenn sich Termine überschneiden.

Manchmal reichen die zehn helfenden Hände kaum. Aber ohne die Hilfe seiner fünf Lektorinnen würde Pfarrer Christian Moritz hin und wieder ganz schön alt aussehen. Denn die fleißigen Ehrenamtlerinnen unterstützen den Pfarrer bei seiner Arbeit immens. Sie verrichten vor allem Arbeit, die für Kirchenbesucher nur selten sichtbar wird.

"Ich vertraue meine Lektorinnen blind", sagt Christian Moritz über das Engagement der Frauen. Angefangen hatte der Lektorenkreis aus einer Not heraus, als eine der zwei Pfarrersstellen in Wriezen eingespart wurde, erzählt Christian Moritz. "Das muss vor 15 Jahren gewesen sein", erinnert er sich. "Vor 16 Jahren", korrigiert ihn Karin Seichter. Sie weiß es noch genau, denn sie war eine der ersten, die den Lektorenkreis mitgestaltet haben.

"Angefangen hatte alles mit einem Konfirmanden, der mir zur Seite stand", erzählt Christian Moritz. Danach sind zwei oder drei andere helfende Hände dazugekommen, so der Pfarrer. Und der Lektorenkreis wuchs und schrumpfte auch wieder. "Manche gingen weg, andere verstarben", sagt Karin Seichter. Derzeit bekommt Christian Moritz von zehn helfenden Händen Unterstützung. Diese gehören Karin Seichter, Gertraude Will, Ingrid Höhne, Michaela Rusche und Gisela Farchmin.

Die Lektorinnen helfen, Gottesdienste vorzubereiten, vertreten diese ab und zu, wenn der Pfarrer verhindert ist oder andernorts eine Predigt hält. Was nach leichter Arbeit klingt, sind oft Abende oder Nächte voller Konzentration. Stundenlang sitzen die Frauen manchmal vor dem Computer-Bildschirm. Die Vorbereitung eines Gottesdienstes kann bis zu zwei Arbeitstage dauern, schätzen die Lektorinnen.

Was braucht so viel Zeit? "Um die passenden Texte zu finden, müssen wir manchmal ganz schön suchen", sagt Gisela Farchmin. Das heißt lesen, lesen und nochmals lesen. "Jeder Sonntag steht unter einem bestimmten Thema, und das, was wir dazu heraussuchen, soll auch passen", fügt Gisela Farchmin hinzu.

Meistens bereiten die Frauen die Gottesdienste zu zweit vor. "Wir sprechen uns dann ab", sagt Gertraude Will. "Die Themen sollen auch der Zeit entsprechen", sagt Ingrid Höhne. So hatten die Lektorinnen vor dem traditionellen Weihnachtsgottesdienst auch eine passende Andacht für die Opfer des Anschlages auf den Berliner Weihnachtsmarkt eingearbeitet.

Während der Sonntagsgottesdienste lesen die Lektorinnen zudem aus einer der Episteln vor - also aus einem der Apostelbriefe des Neuen Testaments. Auch die Fürbitten, das "Vater unser" sowie das "Herr, erbarme dich", während der Gottesdienste stimmen die Frauen mit an. Um als Lektor tätig zu sein, haben sie eine einjährige Ausbildung abgelegt. "Die haben wir bei Pfarrerin Barbara Kohler in Haselberg gemacht", erinnert sich Michaela Rusche. "Das war vor fünf Jahren." Geschult wurden sie in den Aufgaben, die sie nun auch offiziell übernehmen.

Ihre feierliche Einführung hatten die Frauen am ersten September 2013. Seitdem ist noch nie ein Gottesdienst ausgefallen, betont Christian Moritz. Das sei vor allem der Verdienst des Prädikanten, seines Vertreters, sowie der Lektorinnen. "Wir übernehmen auch die ein oder andere Andacht auf einem Friedhof, wenn Pfarrer Moritz anderweitig unterwegs ist", sagt Michaela Rusche. Das gilt insbesondere für die kleinen Gemeinden, die keinen Pfarrer mehr stellen.

Anfangs wurden die Lektorinnen nicht vollständig akzeptiert, erinnert sich Christian Moritz. Nicht alle in der Kirchengemeinde sahen es gerne, wenn der Pfarrer nicht vorne stand. "Aber das hat sich mittlerweile geändert." Gott sei Dank, denn ohne die Unterstützung seiner Lektorinnen hätte er die Arbeitsmenge zu bewältigen, die früher noch auf zwei Pfarrer ausgelegt war.

Wer die Lektorinnen im Vordergrund erleben möchte, kann dies in den "Gottesdiensten mal anders". Dort erinnern sie unter anderem an Martin Luthers Wirken in kurzen Anspielen.

Gottesdienst mal anders: 7. Mai, 17. September und 19. November jeweils um 17 Uhr in der Wriezener Marienkirche

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