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Gefräßige Gäste in Grünheider Wäldern

Noch ist der Zustand gut: Grünheides Revierleiter Bernd Ziebarth erstattet im Fachausschuss Bericht über den Wald.
Noch ist der Zustand gut: Grünheides Revierleiter Bernd Ziebarth erstattet im Fachausschuss Bericht über den Wald. © Foto: MOZ/Manja Wilde
Manja Wilde / 21.03.2017, 07:57 Uhr
Grünheide (MOZ) "Der Zustand der Wälder ist immer noch gut. Aber der Wald wird heller. Es frisst einiges." Mit diesen Sätzen umriss Bernd Ziebarth im Ausschuss für Tourismus, Natur und Umwelt den Zustand der Grünheider Wälder. Ordnungsamtsleiter Nico Bauermeister hatte den für Grünheide zuständigen Revierleiter der Oberförsterei Erkner um eine Einschätzung zu Zustand und Schädlingsbefall der Wälder gebeten.

Die Gemeinde Grünheide macht ihrem Namen Ehre. 9000 Hektar Wald liegen in ihrem Gebiet, davon gehören 7060 Hektar dem Land, 1760 Hektar privaten Besitzern, kleine Stücke der Gemeinde und der Kirche.

Mit rund 90 Prozent nehmen Kiefernwälder mit Abstand die größte Fläche ein. Und in ihnen laufe "der Schädlingsgrad gerade etwas hoch", erklärte Ziebarth. Blattwespe, Kiefernspanner und Borkenkäfer gehören zu den gefräßigen Gästen, auf die Obacht gegeben werden müsse. Eine Sprühaktion vom Hubschrauber aus halte er aber derzeit noch nicht für nötig, sagte der Revierleiter. Zudem habe jeder Schädling seinen natürlichen Gegenspieler, den der Chemikalieneinsatz gleich mit töten würde.

Eichenwälder gibt es auf rund vier Prozent der Gemeindefläche. Das größte Stück befindet sich im Bereich Hangelsberg. "100 bis 120 Jahre sind die Bäume alt. Die Wertigkeit ist entsprechend hoch", schätzte Ziebarth auf Nachfrage ein. Auch in Grünheide, Am Schlößchen, stehen Eichen. Probleme mit dem Eichenprozessionsspinner, deren Raupen wegen ihrer giftigen Härchen bei Menschen allergische Reaktionen hervorrufen, hielten sich in Grenzen, sagte Ziebarth.

Ob die ökologische Waldwirtschaft, bei der sich der Wald teilweise selbst überlassen werde und viel Totholz auf dem Boden liege, die Ausbreitung von Schädlingen begünstige, erkundigte sich Tobias Thieme (Linke). "Je dicker die Stammteile, desto besser die Möglichkeiten für Insekten", bestätigte Ziebarth. Allerdings sei es gewünscht, dass Biomasse im Wald bleibe. In Berlin müssen nach Holzeinschlag sogar 15 Prozent im Wald bleiben. Brandenburg wolle nachziehen, sagte Ziebarth. Derzeit könnten die Waldbesitzer noch selbst entscheiden.

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