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Tourismusverband plant mit einer Eine-Million-Euro-Investition Touchscreens an 200 Standorten

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Bildschirme im Hoch- und Querformat: Katrin Riegel, Ellen Rußig und Steffi Dreier (von links) vom Tourismusverband Seenland Oder-Spree zeigen die neuen Touchscreens, die demnächst in Neuhardenberg ihren Standort haben sollen.
Bildschirme im Hoch- und Querformat: Katrin Riegel, Ellen Rußig und Steffi Dreier (von links) vom Tourismusverband Seenland Oder-Spree zeigen die neuen Touchscreens, die demnächst in Neuhardenberg ihren Standort haben sollen. © Foto: MOZ/Bernhard Schwiete
Bernhard Schwiete / 27.06.2017, 21:36 Uhr
Bad Saarow (MOZ) Eine App gibt es bereits, mit QR-Codes bestückte Prospekte und Flyer ebenfalls. Doch jetzt geht der Tourismusverband Seenland Oder-Spree bei der Digitalisierung ganz neue Wege. Flächendeckend sollen große Info-Terminals aufgestellt werden. Den Anfang macht Neuhardenberg.

An gleich drei Standorten in Neuhardenberg - am Schloss, an der Schinkelkirche und an der Tourist-Info - soll die neue Technik demnächst installiert werden. Dabei handelt es sich um Bildschirme verschiedener Größe, die Inhalte des digitalen Angebots können Besucher über Berührungen aufrufen. So erfahren die Nutzer Wissenswertes über die Reiseregion, erhalten Ausflugstipps und können sich in insgesamt etwa 4000 Datensätzen informieren über Unterkünfte, Restaurants und aktuelle Veranstaltungen - Tag und Nacht, denn die Touchscreens befinden sich hinter Fensterscheiben, die auf Berührungen reagieren, oder stehen sogar im Freien. "Wir wollen die Digitalisierung in den Tourismus tragen", sagte Ellen Rußig, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Seenland Oder-Spree, bei der Vorstellung des Projektes am Dienstag in Bad Saarow.

Die ersten Bildschirme sind bereits in der Geschäftsstelle des Verbandes eingetroffen. Neuhardenberg soll aber nur ein Anfang sein; die Touristiker, die sich um die Vermarktung der Reiseregion Oder-Spree, Märkisch-Oderland und Frankfurt kümmern, denken in viel größeren Kategorien. "Wir planen insgesamt 200 Standorte für das neue Angebot", sagt Ellen Rußig. Das kostet laut Kalkulation rund eine Million Euro. Beantragt wurden Fördermittel aus dem Interreg-Projekt. Um dessen Kriterien zu erfüllen, sollen auch fünf Orte in Polen, darunter Gorzow und Witnica, die Touchscreens erhalten. Bei einem Fördermittelbescheid liegt die Eigenmittelquote bei 15 Prozent; 150000 Euro würde der Verband also selber aufbringen. Eine Entscheidung dazu steht aus. Ellen Rußig äußerte aber kaum Zweifel, dass das Vorhaben scheitern könnte. Im Falle einer Ablehnung könne man Förderung aus anderen Töpfen beantragen.

Außer in Neuhardenberg soll es einen Touchscreen bereits in Kürze auch im Saarow-Centrum in Bad Saarow geben. Bis zur flächendeckenden Verbreitung zwischen Erkner, Neuzelle und Bad Freienwalde wird allerdings selbst bei einer Fördermittel-Zusage noch Zeit ins Land gehen. "Ich gehe davon aus, dass es drei Jahre dauert, bis die gesamte Region bestückt ist", sagt Ellen Rußig. Das liege unter anderem daran, dass die finanzielle Größenordnung der Investition eine europaweite Ausschreibung erfordere. Außerdem müssten vor Ort - in Tourist-Informationen, Museen oder anderen öffentlichen Einrichtungen - die Mitarbeiter geschult werden. "Eine Liste mit den 200 Standorten habe ich aber bereits in der Schublade", sagt die Verbandschefin.

Das Projekt ist nach Angaben des Verbandes in Brandenburg bislang einzigartig. Die Vorteile liegen für Ellen Rußig auf der Hand. "Gäste können auch dann Auskünfte bekommen, wenn Tourist-Informationen geschlossen sind." Im System enthalten sei auch eine Buchungsplattform für Unterkünfte, und über QR-Codes könnten Nutzer Inhalte auf ihr Smartphone oder Tablet laden.

Dass die Wahl für den ersten Standort auf Neuhardenberg fiel, begründete Ellen Rußig mit einer speziellen Situation in dem Ort, der vor allem mit seinem Schloss Touristen anzieht. "Es gibt dort nur eine kleine Tourist-Info, die zuletzt wegen Krankheit vier Wochen lang geschlossen bleiben musste", erläutert sie. Keineswegs sei jedoch geplant, im Zuge der Touchscreen-Einführung derartige Einrichtungen zu schließen oder Öffnungszeiten zu verkürzen. Letzteres hatte vor kurzem Bad Saarows Bürgermeisterin Anke Hirschmann angeregt, wenn mehr auf digitale Information gesetzt werde.

"Auch unsere bewährten Print-Produkte wollen wir weiter herausgeben", sagte Ellen Rußig. "Wir wollen künftig beide Schienen bedienen."

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