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Ab April werden in Strausberg die S-Bahn-Gleise erneuert, Weichen ausgebaut und ein neuer Regionalbahnsteig wird entstehen

Bahnhofsumbau vor der heißen Phase

Zukunftsträchtig: Die Deutsche Bahn macht derzeit den Bahnhof Strausberg fit für die nächsten Jahrzehnte. Der Regionalzug wird ab August über das Gleis rollen, das derzeit verlegt wird.
Zukunftsträchtig: Die Deutsche Bahn macht derzeit den Bahnhof Strausberg fit für die nächsten Jahrzehnte. Der Regionalzug wird ab August über das Gleis rollen, das derzeit verlegt wird. © Foto: MOZ/Gerd Markert
Uwe Spranger / 22.03.2017, 07:30 Uhr
Strausberg (MOZ) Der Umbau am Bahnhof Strausberg geht in die heiße Phase. Ab Ende März werden die S-Bahn-Gleise erneuert und Weichen entfernt. Dann entsteht neben dem S-Bahn-Gleis nach Nord der neue Bahnsteig für die Regionalbahn. Ab August sollen die Züge dort halten.

"Entflechtung von S- und Fernbahn" heißt das Projekt, was die DB Netz AG bereits seit einiger Zeit im Bereich des Bahnhofs in der Vorstadt vorantreibt. Im vergangenen Jahr waren bereits Gleise entfernt und zwei neue zwischen Einmündung Barnimstraße und dem Stellwerk vor dem Bahnübergang Hennickendorfer Chaussee verlegt und neue Weichen eingebaut worden. Damit passt sich die Bahn einem neuen Standard an, der für die Fernbahn bei Begegnungs- und Überholstellen 740 Meter Länge vorschreibt statt vorher rund 100 Meter weniger.

Seit einigen Tagen läuft nun die Erneuerung des Hauptfernbahngleises, bei den Bahnverantwortlichen als "Gleis 2" in den Unterlagen. Mitarbeiter der Firma BUG verlegen momentan Betonschwellen, und ein Schienenstrang ist auch schon an der Trasse bereitgelegt.

Als nächste Bauphase kündigen Projektleiter André Halbig und Abschnittsmanager Dierk Riedel von der Deutschen Bahn Arbeiten an den beiden S-Bahn-Gleisen im Bahnhofsbereich an. Die werden ab Ende März ebenfalls komplett erneuert. Einige Kreuzungsweichen in Richtung Berlin würden in dem Zuge entfernt und die beiden Weichen unterhalb der Fußgängerbrücke zur Barnim-Kaserne werden ebenfalls verschwinden. An ihrer Stelle werde vorübergehend eine Bauweiche vom Gleis 2 montiert, damit die Regionalbahn den alten Bahnsteig noch anfahren kann, wenn sie bereits das neue Gleis 2 benutzt.

Sobald das in Betrieb ist, kann das Gleis 1, über das die Regionalbahn derzeit rollt, im Bereich des S-Bahnsteigs abgebaut werden. Dort entsteht im Anschluss der neue Bahnsteig für die Regionalzüge. Reisende aus der S-Bahn können dann auch auf dieser Seite aussteigen und gelangen über Treppen bzw. Rampen auf eine niedrigere Ebene, an der die Triebwagen der Niederbarnimer Eisenbahn halten. Zudem gibt es einen behindertengerechten Zu- und Abgang zum Regionalbahnsteig am östlichen Ende über das S-Bahn-Gleis. Dieser wird vor Durchfahrt eines Zuges mit Schranken gesichert. Die Sicherheitstechnik werde so eingerichtet, dass die Schließzeiten kaum mehr als zwei Minuten betragen, erläuterte Riedel.

Im August soll der neue Bahnsteig fertig sein und dann auch genutzt werden. Wenn dann die Bauweiche wieder entfernt sei, sei die Entflechtung komplett, kommen sich S- und Regionalbahn bei Verspätungen nicht mehr in die Quere. Und für die Regionalbahn gibt es neben dem noch zu bauenden Begegnungsabschnitt vor Herrensee dann eine zusätzliche Ausweichstelle.

Nach dem Gleis- und Bahnsteigbau wird die Strecke in der Folge noch auf ein neues elektronisches Zugsicherungssystem umgerüstet, das die alten mechanischen Fahrsperren ersetzt. Dies soll für die S-Bahn im Bereich Strausberg-Vorstadt Ende 2018 abgeschlossen sein.

Für die Gleiserneuerung in Strausberg wird der S-Bahn-Verkehr zwischen Strausberg-Nord und Fredersdorf demnächst rund sechs Wochen unterbrochen. Vom 31. März, 22 Uhr, bis 12. Mai fahren ersatzweise Busse. Die Regionalbahn wird in der Zeit im Berufsverkehr durch "Einsetzer" zwischen Strausberg und Berlin-Lichtenberg verstärkt. Vom 12. Mai, 22 Uhr, bis 21. Mai schließt sich Ersatzverkehr zwischen Strausberg-Nord und Strausberg an, am 21./22. Mai zwischen Strausberg-Nord und Fredersdorf.

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Heino Krause 24.03.2017 - 17:11:58

Das wird ein Unikat

Zunächst mal ist das ein wichtiger Schritt zu mehr Pünktlichkeit bei S-Bahn und Regionalzug. Die technische Umsetzung ist aber schon bemerkenswert und für die Berliner S-Bahn nahezu einmalig. Erstens hat der neue Mittelbahnsteig für den komfortablen Ein- und Ausstieg links und rechts 40 cm Höhenunterschied. Deshalb ist in der Mitte ein Zaun, unterbrochen von einigen Treppen und Rampen. Das alternativ mögliche Anheben oder Absenken eines Gleises war wohl zu teuer. Zweitens ist für das Ein- und Aussteigen aus der S-Bahn die sogenannte spanische Lösung vorgesehen, d.h. die Türen öffnen sich an beiden Seiten. Die Umsteiger vom und zum Regionalzug benutzen die Türen zum Mittelbahnsteig, die übrigen wie bisher die Türen zum S-Bahnsteig. Drittens müssen die Reisenden vom Mittelbahnsteig nicht über die Fußgängerbrücke, sondern können niveaugleich eine beschrankten Übergang über das S-Bahn-Gleis in Höhe des Zugangs zum S-Bahnsteig benutzen, wenn die nicht gerade da unterwegs ist. Ich bin gespannt, wie die Reisenden diese ungewöhnliche Lösung annehmen.

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