Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Ausgebildet für die Personensuche

Ruth Buder / 26.03.2017, 20:21 Uhr
Beeskow (MOZ) Bei idealen Bedingungen fand am Sonntag auf dem Beeskower Hundeplatz eine Rettungshundeprüfung statt. Bestandteil war auch das Suchen von Personen im nahegelegenen Wald.

Besseres Wetter hätten sich die Ausrichter der Prüfung, die Rettungshundestaffel Ostbrandenburg, nicht wünschen können. Die Sonne lachte vom Himmel und auch der Platz des Beeskower Schäferhundevereins war ideal. Neun Hunde verschiedener Rassen wurden geprüft. Unter den Augen der externen Prüfer Saskia Stahn, Andreas Looff und Reiner Stoof mussten sich Hunde und Halter - sie kamen von der Feuerwehr Ludwigsfelde und vom Katastrophenschutz Spree-Neiße - in verschiedenen Bereichen testen lassen: Kurzanzeige, Unterordnung und Flächensuche im Wald. "Bei der Kurzanzeige muss der Hund zeigen, wie er reagiert, wenn er eine Person gefunden hat", erklärt Staffelleiterin Ingrid Fritzemeier. "Die Person liegt 30 Meter vom Hundeführer entfernt. Der Hund muss hinrennen und anzeigen, dass er etwas gefunden hat." Der "Verbeller" würden am Ort bleiben und bellen, der "Freiverweiser" kehre zum Hundeführer zurück und zeige an, dass er was gefunden hat.

Bei der Unterordnung werden die absolute Gehorsamkeit getestet. Katrin Goldmann aus Forst muss mit ihrer Lea an zwei anderen Hunden, die von Diana Baesler aus Grunow und Ute Grund aus Rauen geführt werden, vorbei, ohne dass ihre Hündin aggressiv reagiert. Lea macht das gut, die Prüfer sind zufrieden.

"Unsere Hunde sind keine Schutzhunde, die aggressiv gegenüber allem Fremden reagieren. Sie werden so geschult, dass sie weder Mensch noch Tier angreifen, sie sind äußerst friedfertig", erklärt Ingrid Fritzemeier, die selbst einen Rettungshund in spé besitzt, der sich seit knapp einem Jahr in Ausbildung befindet und im nächsten Jahr seine Prüfung ablegen wird. Aber heute kann ihre Sarplaninac-Hünding (kroatische Schäferhundrasse) einfach nur zuschauen.

Dagegen wartet Denise Klabunde von der Feuerwehr Ludwigsfelde mit ihrem Lennox schon ganz aufgeregt, dass sie an der Reihe ist und geprüft wird. "Ich mach das seit sieben Jahren", erklärt die 44-Jährige. Allein im vergangenen Jahr sei das Rettungshunde-Team der Ludwigsfelder Feuerwehr bei 35 Einsätzen und bei der Suche von fünf Personen gerufen worden, berichtet sie. "Wenn man Menschen helfen kann, ist das immer eine gute Sache", begründet die Ludwigsfelderin ihr aufwendiges und anspruchsvolles Hobby.

"Wir machen ja alles ehrenamtlich", bestätigt Ingrid Fritzemeier beim Gespräch am Rande der mit Bändern abgegrenzten Prüfungsfläche. "Auch die Einsätze, die wir leisten und zu denen wir von der Polizei gerufen werden, sind kostenlos." Zum Beispiel der im vergangenen Spätherbst, als in Frankfurt (Oder) eine Frau aus einem Seniorenheim verschwunden war. "Diese Hunde hier sind keine Personensuchhunde, die vor dem Suchen eine Geruchsprobe der verschwundenen Person bekommen. Unsere Flächensuchhunde gehen ganz allgemein nach menschlichem Geruch nach." Möglicherweise könnten sie auch einen Pilzsucher aufspüren, lacht Ingrid Fritzemeier. Im Einsatz aber bekämen die Rettungshunde eine leuchtende Kenndecke wie ein Leibchen um. "Dann wissen sie, sie sind im Arbeitsmudus und nicht auf einem Spaziergang. Sie müssen suchen", erklärt Ingrid Fritzemeier, die in Alt Golm wohnt.

In der Rettungshundestaffel Ostbrandenburg, die sie mit Steffen Adam (Stellvertreter) leitet, gibt es 17 Hunde. Davon seien vier geprüft, weitere Flächensuchhunde, Mantrailer (Personensuchhunde) und Wasserrettungshunde befänden sich in der Ausbildung. Diese findet bei jedem Wetter statt - immer Mittwochabend und an den Sonnabenden an verschiedenen Orten. "Wir sind kein Schönwetterverein", macht Ingrid Fritzemeier die Ernsthaftigkeit des Hobbys klar. Davon konnten sich die Zuschauer überzeugen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG