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BER-Zeitplan stellt Glaubwürdigkeit der Manager infrage

Seit Jahren ist der BER eine Baustelle, Eröffnungstermine werden immer wieder verschoben.
Seit Jahren ist der BER eine Baustelle, Eröffnungstermine werden immer wieder verschoben. © Foto: dpa
Andreas Wendt / 31.03.2017, 19:54 Uhr
Schönefeld (MOZ) Brisante Dokumente zweier Planungsfirmen am Flughafen in Schönefeld (Dahme-Spreewald) legen die Vermutung nahe, dass eine BER-Eröffnung vor 2018 schon vor zweieinhalb Jahren ausgeschlossen worden ist. Aus dem Zeitplan vom 13. November 2014, der der Berliner Boulevardzeitung "B.Z." vorliegt, geht hervor, dass der BER im November oder Dezember 2018 an den Start gehen soll.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), bis vor Kurzem BER-Aufsichtsrats-Chef, hatte lange Zeit eine Eröffnung Ende 2017 für möglich gehalten - trotz des von den Planungsfirmen SPI und WSP/CBP mit der Flughafengesellschaft abgestimmten Zeitplans. Der war auch Ex-BER-Chef Hartmut Mehdorn bekannt, der aber auf Tempo drängte und ihn zu den Akten legte. Gegenüber der "Rheinischen Post" betonte Mehdorn am Freitag: "Der BER könnte morgen öffnen."

Mehdorn hatte in seiner Amtszeit am Flughafen den Aufsichtsrat von einer schrittweisen Inbetriebnahme zu überzeugen versucht und den Job dann letztlich hingeschmissen, als der Gegenwind aus der Politik größer wurde und man hinter seinem Rücken schon nach einem Nachfolger suchte: Manager Karsten Mühlenfeld übernahm Mehdorns Posten im März 2015 und musste ihn jetzt an Ex-Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup abtreten, weil er ohne Rücksprache mit dem Aufsichtsrat Technik-Chef Jörg Marks gefeuert hatte. Lütke Daldrup holte ihn nun wieder zurück ins Team.

Die auf 2018 terminierten Eröffnungspläne soll der "B.Z." zufolge auch sein Vorgänger Mühlenfeld gekannt haben, sprach aber trotz eines Roland-Berger-Gutachtens mit gleichem Ergebnis lange von einer möglichen Eröffnung in 2017.

Unterdessen könnte Tegel laut einem weiteren Gutachten aus 2013 in Betrieb bleiben. Berlin bräuchte dafür aber laut "Spiegel" das Einverständnis Brandenburgs und des Bundes, wie aus einer Stellungnahme des Wissenschaftlichen Parlamentsdienstes des Berliner Abgeordnetenhauses hervorgeht.

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