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Wird Langhans-Bau erweitert?

Das Kurmittelhaus: Zurzeit reicht die Kapazität dort für mehr Mooranwendungen nicht aus. Deshalb wird über einen Anbau nachgedacht.
Das Kurmittelhaus: Zurzeit reicht die Kapazität dort für mehr Mooranwendungen nicht aus. Deshalb wird über einen Anbau nachgedacht. © Foto: MOZ/Heike Jänicke
Heike Jänicke / 04.04.2017, 19:28 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Der Entwurf der Kurortentwicklungskonzeption ist am Montagabend im "Kurstadt-Dialog" in seiner Kurzfassung vorgestellt worden. Heftig diskutiert worden ist dabei der Vorschlag, das mehr als 200 Jahre alte Kurmittelhaus aus Kapazitätsgründen zu erweitern.

Bis zum 30. Juni muss Bad Freienwalde, ältester Kurort der Mark Brandenburg, liefern. Und zwar eine auf Gesundheitstourismus ausgerichtete Kurortentwicklungskonzeption. Die ist eine der drei großen Forderungen, die das Gesundheitsministerium aufgemacht hat, um Bad Freienwalde dauerhaft das höchste kurörtliche Prädikat "Moorheilbad" verleihen zu können. Mit dem Erstellen ist die Firma BTE Tourismus- und Regionalberatung Berlin beauftragt worden. Die befasst sich seit 26 Jahren mit den Themen Tourismus und Regionalentwicklung. Am Montag stellte Silke Heck von BTE im von Dennis Ferch moderierten "Kurstadt-Dialog" im Gemeindebüro der evangelischen Kirche die Kurzfassung des 136 Seiten umfassenden Konzepts vor.

Das sieht unter anderem einen Maßnahmenkatalog vor, der sich in fünf übergreifende, zwölf Schlüssel- und 67 weitere Maßnahmen unterteilt. Zu den zwölf Schlüsselmaßnahmen gehört der Anbau des Kurmittelhauses. Das Gebäude genüge in seinem jetzigen Zustand nicht den Anforderungen an den Gesundheitstourismus. Zudem habe es wenig von Wellness, erklärte Silke Heck den 15 Bürgern und Vertretern des Rathauses. Schnelle Abhilfe könne bereits mit der schöneren Gestaltung der Räume geschaffen werden. Um die Kapazität für Mooranwendungen zu erhöhen, schlägt die BTE im Ergebnis vieler Gespräche einen Anbau an der rückwärtigen Seite des Kurmittelhauses vor.

Dieser Gedanke rief sofort Ernst-Otto Denk auf den Plan. Der Bad Freienwalder Augenarzt gab zu bedenken, dass es sich bei dem Gebäude um das wohl wertvollste Denkmal in Bad Freienwalde handele. Bei der Umsetzung der Pläne würde sich die Stadt am Denkmalwert des Gebäudes und der Stadt schuldig machen. Ob eine Denkmalbehörde dem zustimmen würde, daran habe er seine Zweifel. Natürlich sei die Denkmalbehörde mit im Boot. Erste Gespräche habe es gegeben, versicherte Silke Heck dem aufgebrachten Bad Freienwalder. Denk schlug im Zuge des Dialogs statt des Anbaus die Bebauung des Bereiches hinter der Klinik vor. Ebenfalls Bedenken hatte Veronika Dulitz. Sie halte das Kurmittelhaus nicht für das richtige Gebäude für eine Wellnessoase. Die Fußböden bestünden vorwiegend aus Holz. Christian Brunnert verwies auf die leer stehenden Gebäude in den Heiligen Hallen, die genutzt werden sollten. Auch die habe BTE im Konzept berücksichtigt, so Silke Heck. Die Gebäude befinden sich in Privatbesitz. Seit Jahren führt die Stadt Verkaufsverhandlungen, ohne Ergebnis. Ebenso sind die Bemühungen, in der einstigen Landratsvilla ein Sport- und Wellness-Hotel zu etablieren, erfolglos geblieben. Der Eigentümer suche einen Investor, erklärte Bauamtsleiter Rainer Texdorf.

"Ich finde es gut, dass kritische Hinweise kommen. Das verdeutlicht, dass sich die Bürger damit auseinandersetzen. Jetzt müssen wir schauen, was machbar ist", fasste Dennis Ferch zusammen. Die Entscheidung über den Anbau werden die Bad Freienwalder Stadtverordneten und die Denkmalbehörde treffen.

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