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Konzept für mehr E-Mobilität

Kai-Uwe Krakau / 06.04.2017, 21:25 Uhr
Ahrensfelde (MOZ) Bis November wird im Regionalpark Barnimer Feldmark ein Konzept zum Aufbau von Verleih- und Ladestationen für Elektro-Fahrzeuge erarbeitet. Der offizielle Startschuss dazu erfolgte am Mittwoch in Ahrensfelde.

Von einem ist Torsten Jeran fest überzeugt: "Es ist keine Frage mehr, ob sich die Elektromobilität durchsetzt, sondern vielmehr, wann dies massiv passiert", sagt der Vorsitzende des Regionalpark-Vereins in seinen Begrüßungsworten.

Der Bereich zwischen Ahrensfelde, Werneuchen und Altlandsberg bietet nach seiner Auffassung gute Voraussetzungen, um künftig verstärkt auf diese Technologie und ihre Möglichkeiten zu setzen. "Die Haushalte haben zwei Autos, die Menschen pendeln zur Arbeit", weiß Jeran. "Ich denke, dass viele auf ein Elektrofahrzeug umsteigen werden".

Landrat Bodo Ihrke verweist in seinem Statement auf die Null-Emissions-Strategie des Landkreises. Dabei sei es zunächst um die Stromerzeugung, die Wärmeversorgung sowie die Energieeinsparung gegangen, so der SPD-Politiker. Man habe aber gemerkt, dass man sich vor dem Thema Verkehr "nicht drücken könne". Auf diesen Bereich entfiele immerhin knapp ein Drittel des Energieverbrauchs. Das Konzept sei daher entsprechend angepasst und erweitert worden. "Momentan befinden wir uns in der Umsetzungsphase", schätzt Ihrke ein. Für dieses Jahr kündigt er den Bau von 21 Ladesäulen für Fahrräder und fünf weiteren für Fahrzeuge an.

Nach Auffassung des Barnimer Landrats steigt in der Öffentlichkeit zwar die Akzeptanz der Elektromobilität, "allerdings langsam". Man habe daher noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Die Anzahl der im Landkreis zugelassenen Elektrofahrzeuge gibt Ihrke mit 510 an. Insgesamt sind 120000 Fahrzeuge registriert.

Auf die verschiedenen Förderprogramme für die Elektromobilität weist Silke Wilhelm von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH) hin. In den vergangenen Jahren hätten sich die entsprechenden Richtlinien vorrangig auf Forschung und Entwicklung bezogen. "Inzwischen werden aber auch Konzepte und die Beschaffung von Fahrzeugen finanziell unterstützt", betont Silke Wilhelm. Derzeit seien bundesweit 53 Anträge in der Bewilligungsphase, 85 weitere lägen vor. Die meisten Konzepte, nämlich rund 76 Prozent, kämen dabei aus städtischen Regionen. Eine wichtige Erfahrung: "Die Konzepte müssen in die großen Zielstellungen und Leitlinien der Regionen integriert werden", sagt die Referentin. Wichtig sei darüber hinaus auch ein "Netzwerk-Management", um eine Nachhaltigkeit der Projekte zu erreichen.

Holger-Jens Hoffmann vom brandenburgischen Wirtschaftsministerium räumt ein, dass man bei der Elektromobilität deutliche Reserven hat. Es gebe im Land lediglich 896 rein elektrisch betriebene Fahrzeuge, 4582 Hybrid-Modelle und nur 100 Ladepunkte. "Die Differenz zu den Verbrennern ist noch ziemlich groß", so Hoffmann. Nach seinen Worten liegt eine Analyse darüber vor, welche Orte sich für Elektromobilität eignen. Entsprechende Förderpakete würden über die Energieeffizienz-Richtlinie oder auch den Stadt-Umland-Wettbewerb bereitstehen, erklärt der Ministeriumsvertreter.

"Die Mobilität steigt, die Infrastruktur muss sich anpassen", fordert Axel Quanz von der team red Deutschland GmbH. Das Unternehmen wird das Projekt des Regionalparks begleiten und unterstützen. Viele bisherigen Nachteile von E-Fahrzeugen, wie beispielsweise die geringe Reichweite, seien inzwischen nicht mehr relevant. "Man kann heute schon 300 Kilometer und weiter fahren", bemerkt Quanz. Der wichtigste Vorteil neben dem Umweltaspekt seien aber die im Vergleich zum Benziner geringeren Unterhaltskosten.

Das Projekt in der Barnimer Feldmark soll ein Verleih-Angebot für E-Fahrzeuge mit dem Öffentlichen Personennahverkehr verknüpfen. Nach einer Bedarfsanalyse werden ein Dienstleistungs-, Vermarktungs- und Betriebskonzept erarbeitet. Anschließend sind die Standortplanung und die Umsetzungsplanung vorgesehen. "Dabei setzen wir auf die Zusammenarbeit mit Partnern", sagt Axel Quanz.

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