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Neues Kamelgehege für den Zoo

Der neue Vorstand des Vereins Oderbruchzoo Altreetz: Wolfgang Brand, Horst Wilke, Henry Christoph (hinten, v. l.), Otto Knoll (Vereinsvorsitzender), Peter Wilberg und Angela Wisian (vorn, v. l.)
Der neue Vorstand des Vereins Oderbruchzoo Altreetz: Wolfgang Brand, Horst Wilke, Henry Christoph (hinten, v. l.), Otto Knoll (Vereinsvorsitzender), Peter Wilberg und Angela Wisian (vorn, v. l.) © Foto: Heike Jänicke
Heike Jänicke / 09.02.2017, 07:12 Uhr
Altreetz (MOZ) Der Oderbruchzoo könnte bald mit einem neuen Kamelgehege aufwarten. Zumindest hat die Lokale Aktionsgruppe Oderland die EU-Förderfähigkeit bestätigt. Darüber informierte Zooleiter Peter Wilberg am Dienstag während der Jahreshauptversammlung des Vereins Oderbruchzoo.

Während die Zoo-Baude für eine solche Zusammenkunft stets ausreichend war, musste diesmal der größere Saal der Agrarprodukte Altreetz herhalten - mehr Platz für mehr Gäste. Das freute vor allem die von Helga Scholz dirigierten "Reetzer Sänger". Die Frauen und Männer stimmten musikalisch auf die anstehenden knapp zwei Stunden ein. Und wer Peter Wilberg kennt, der weiß, dass er sich nur ungern an vorgegebene Zeiten hält. Denn zunächst war es dem Geschäftsführer und Leiter des Oderbruchzoos offenbar ein Bedürfnis, langjährige Mitstreiter und Mitarbeiter vorzustellen. Dazu gehörte Henry Christoph, seit zehn Jahren Leiter der Grundschule in Altreetz, Horst Wilke, der, so Peter Wilberg, "wohl bekannteste Bürgermeister im Oderbruch", und Otto Knoll, langjähriges Mitglied des Vereinsvorstandes, sowie Ortsvorsteher Ulrich Leupelt. Auch Wilbergs Tochter und Stellvertreterin, Sabine Klein, hieß er willkommen. "Wenn sie nicht da wäre, wäre ich mit Sicherheit auch nicht mehr hier", so Wilberg, der sogleich den Vereinsmitgliedern und Gästen "die Allzweckwaffe" vorstellte. Ulrike Merkel, sie sei nicht nur eine ausgebildete Buchhalterin und behalte haushaltstechnisch den Überblick, sondern habe sich auch zu einer hervorragenden Tierpflegerin entwickelt. Dabei blieb es nicht. Peter Wilberg beförderte sie an Ort und Stelle zur zweiten stellvertretenden Zooleiterin. In den nächsten Jahren soll sie zur Geschäftsführerin entwickelt werden.

Apropos entwickeln. Stillstand gibt es im Ferienzentrum Oderbruchzoo Altreetz nicht. Davon künden nicht nur die Projekte der vergangenen Jahre, sondern auch die neueste Idee, die sowohl Kamel-Dame Rosi als auch die Besucher freuen wird. Denn in diesem Jahr entsteht am gleichen Standort ein neues Kamelgehege, schlicht und verrückt zugleich. Dafür ist Architekt Alexander Scholz, der unter anderem den Ausbau des Dammmeisterhaus-Ensembles in Zollbrücke verantwortete, bekannt. Stahlbetonsäulen, Holzdachstuhl mit Eternit- oder Blecheindeckung und mit knallbunten Fliesen eingefasste Seitenwände. "Das wird ein tolles Gebäude werden", versprach Scholz. Dass es letztlich gebaut werden kann, das ist der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Oderland zu verdanken. Der Vorstand der LAG hat am Montagabend über die Förderfähigkeit des Antrags entschieden - mit positivem Votum. Jetzt muss die EU entscheiden, ob 75 Prozent der 25 000 Euro Bruttoinvestitionskosten gefördert werden können.

Ohne Unterstützer geht es ohnehin nicht mehr in für öffentliche Einrichtungen immer schwieriger werdenden Zeiten. Das ließ der Rückblick des Geschäftsführers deutlich erkennen. So konnte sich die Einrichtung 2016 erstmals über 4000 Euro des Amtes Barnim-Oderbruch freuen. Der Lions-Club Strausberg zog mit 2000 Euro die Finanzspritze auf. Eine von Wriezens Bürgermeister Uwe Siebert initiierte Spendenaktion, die über die Stiftung Oderbruch lief, erbrachte einen Erlös in Höhe von 2000 Euro. Damit werden die Häuser des Feriendorfes für Behinderte mit neuen Betten ausgestattet. Der Landkreis Märkisch-Oderland erfüllte sein vertragliches Versprechen und steuerte stolze65 000 Euro bei.

Auf in etwa die gleiche Unterstützung kann der Oderbruchzoo in diesem Jahr setzen. Die Verhandlungen mit dem Kreis seien nicht einfach gewesen, so Peter Wilberg vor allem mit Blick auf die Schließung kultureller Einrichtungen im Kreis. Aber am Ende kann der Zoo mit 60 000 Euro zur Unterhaltung und Bewirtschaftung der Einrichtung rechnen. Die fehlenden 5000 Euro schießt der Landkreis aus der Investitionspauschale zu. Der Vertrag sei für zunächst drei Jahre geschlossen, mit der Option auf weitere zwei Jahre, so Peter Wilberg.

Damit steht das Ferienzentrum Oderbruchzoo Altreetz mit seinen acht Mitarbeitern und zwölf zu bewirtschaftenden Häusern auf finanziell sicheren Füßen. Ein Umstand, der die Entscheidung, im Vorstand des Vereins mitarbeiten zu wollen, sicher einfacher gemacht hat. Denn mit Horst Wilke und Henry Christoph sitzen nunmehr zwei neue Mitglieder im Vorstand. Horst Wilke ist neuer stellvertretender Vereinsvorsitzender. Erster Mann im Verein ist Otto Knoll. Der 78-Jährige tritt die Nachfolge von Günter Grützner an. Neben den drei Genannten gehören weiter zum Vorstand: Peter Wilberg als Geschäftsführer, Angela Wisian, Ulf Grieger und Wolfgang Brand. Letzterer unterstützt als Geschäftsführer der Agrarprodukte Altreetz den Zoo, vor allem mit Futter und der Bereitstellung von Räumen.

Dass im Prozess der Umwandlung des Freilichtmuseums zum Museum Altranft die Zusammenarbeit mit dem Zoo eingeschlafen sei, das bedauerte Peter Wilberg. Er setze auf das Miteinandern mit dem Oderlandmuseum Bad Freienwalde und mit dem ältesten Kolonistendorf im Oderbruch, Neulietzegöricke, insbesondere mit Bürgermeister Horst Wilke.

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