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Beim Ehrenamtsempfang der Gemeinde Letschin wurden Retter und besonders verdiente Bürger geehrt

Helmut Schraube ist Ehrenbürger

Ines Weber-Rath / 09.04.2017, 19:29 Uhr
Letschin (MOZ) Der traditionelle Ehrenamtsempfang der Gemeinde Letschin stand in diesem Jahr unter dem Motto "Heimat Oderbruch - bewahren und schützen". Im Mittelpunkt stand der Dank an alle für den Hochwasserschutz Aktiven. Krönendes Finale des Empfangs war die Ernennung des Kienitzers Helmut Schraube zum Ehrenbürger.

Im Jahr gleich mehrerer "runder" Geburtstage in Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz führte an der entsprechenden Ausrichtung des Empfangs nichts vorbei. Der Vorsitzende der Letschiner Gemeindevertretung, Norbert Kaul, erinnerte nach der Begrüßung der Gäste im voll besetzten Saal des Alten Kino daran, dass der preußische König Friedrich Wilhelm I. vor 300 Jahren die erste "Deich- und Uferordnung für die Lebusische Niederung an der Oder" unterzeichnet hatte. Das sei gewissermaßen die Geburtsstunde des Gewässer- und Deichverbandes Oderbruch (Gedo) gewesen, so Kaul.

"Liebe Beschützer und Bewahrer", begrüßte Letschins Bürgermeister Michael Böttcher die Gäste des Ehrenamtsempfangs. In den Mittelpunkt seiner Rede hatte er den teils minutiösen Rückblick auf den Kampf gegen das Oderhochwasser vor 20 Jahren gestellt. Und zwar vor allem mit dem Ziel, auf heutige Versäumnisse im Hochwasserschutz aufmerksam zu machen.

Die in den vergangenen Jahren instand gesetzten und erhöhten Deiche böten keine Garantie, die Hochwassergefahr zu bannen, mahnte Letschins Bürgermeister. Die "Jahrhundertflut" an der Oder "schwappte an uns vorüber", so Böttcher. Auf die Frage, ob das heute wieder gelingen würde, antwortete er selbst: "Derzeit wohl eher nicht!"

Als Gründe für diese Einschätzung nannte der Festredner "übereifrigen Naturschutz", der durch "ungezügelte Förderung der Biberpopulation" die Deiche einer stetigen Schädigung aussetze. Und das Fehlen von Deichläufern. Sie hätten sich im Sommer 1997 als unverzichtbare Helfer erwiesen, erinnerte Michael Böttcher.

Deshalb verstehe er nicht, dass durch die Verantwortlichen im Landkreis nichts zur Gewinnung neuer Deichläufer und deren Schulung unternommen werde. Die Deichläufer von damals würden ihre Erfahrungen zudem gern an Junge weitergeben, weiß Letschins Bürgermeister.

Stellvertretend für alle Deichläufer aus der Gemeinde ehrte er Herbert Woicke aus Ortwig-Graben. Der 83-jährige Fischer war 50 Jahre lang, von 1961 bis 2011, als Deichläufer aktiv.

Auch Letschins neuer Ehrenbürger ist ein Beschützer und Bewahrer. Denn der 79-jährige Helmut Schraube ist Feuerwehrmann mit Leib und Seele. In Kienitz geboren und zeitlebens geblieben, ist er seit 63 Jahren Feuerwehrmann. Und zwar einer, der tat, was "weit über den Rahmen der normalen Pflichterfüllung hinaus geht", wie Michael Böttcher in seiner Laudatio sagte. Helmut Schraube war unter anderem Vorsitzender des Seelower Kreisfeuerwehrverbandes, Letschiner Amtsbrandmeister und Gemeindewehrführer und ist noch heute im Kreisfeuerwehrverband aktiv. Die Letschiner verdankten ihm wesentlich die bessere Ausstattung ihrer Feuerwehren und den Umstand, dass die Gemeindewehr keine Nachwuchsprobleme habe, so der Bürgermeister.

Doch der Ehrenamtsempfang galt nicht nur den Rettern, sondern auch diesmal all jenen, die ihre Freizeit opfern, um Kindern, Alten, Kranken, Flüchtlingen oder der ganzen Dorfgemeinschaft zu helfen. Die Ortsvorsteher oder andere Vertreter aus neun der zehn Ortsteilen verlasen die Laudatien für ihre Ehrenbürger 2017.

In der Regel war es einer. Letschin durfte als größter Ort drei Ehrenamtler nominieren. Und auf stolze 14 brachte es Sophienthal. Denn Ortsvorsteher Botmer Mischke wollte das gesamte Festkomitee zur Vorbereitung der 250-Jahrfeier im vorigen Jahr für sein herausragendes Engagement ehren.

Dass einige der Geehrten zum Empfang nicht anwesend sein konnten, stieß auf teilweise großes Bedauern. Zum Beispiel, was Angelika Plett betraf. Sietzings Ortsvorsteherin Ines Zochert-Köhn hatte in ihrer Laudatio neugierig auf die engagierte Neubürgerin gemacht, die "zwischen Sietzing und New York" unterwegs sei.

Zum Gelingen der Veranstaltung trug nicht unwesentlich Sängerin und Musikerin Heike Matzer bei, die an Klavier und Gitarre und mit Liedern wie "Eine Stunde Oderbruch" oder "Am Damm" Lokalkolorit und zugleich höchste Stimmkunst bot.

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