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Olympiasiegerin ist die große Hoffnung bei Bahnrad-WM in Hongkong / Debüt für Cottbuser Eric Engler

Vogel hat wieder Lust auf Siege

Jürgen Leibner / 11.04.2017, 09:30 Uhr
Von Jürgen Leibner

Hongkong (MOZ) Zum ersten nacholympischen Kräftemessen trifft sich die Elite des Bahnradsport ab Mittwoch bei den Weltmeisterschaften in Hongkong. Deutschlands Asse um Olympiasiegerin Kristina
Vogel zählen wieder zu den Mitfavoriten auf Titel und Medaillen in den 20 Disziplinen.

So viel war auf Kristina Vogel nach ihrem goldenen Sprint in Rio de Janeiro eingestürmt. Die 26-Jährige war begehrt wie ein Fernsehstar, musste von Termin zu Termin hetzen. Hier ein Empfang, dort eine Ehrung. Und immer wieder musste sie die kuriose Story von dem Sattel erzählen, der ihr im olympischen Endlauf gegen die Britin Rebecca James kurz vor dem Zielstreifen abgebrochen war und sie so beinahe den größten Triumph ihrer Karriere gekostet hätte. „Ich bin die mit dem Sattel“, stellt sich Kristina Vogel seitdem immer wieder mal gern den Fans
vor.

An Training war in den nacholympischen Wochen nicht zu denken. „Ich habe die Zeit bewusst genossen“, sagt die Erfurterin, die als kleines Kind mit ihren Eltern aus Kirgisien nach Deutschland gekommen war. Doch seit Jahresbeginn gibt das kleine Kraftpaket wieder Gas. „Jetzt ist wieder alles auf den Sport ausgerichtet“, versichert Vogel. „Ich habe wieder Lust auf Siege.“ Und dass sie von ihrer großartigen Form nichts eingebüßt hat, bewies sie bei den Weltcups in Cali und Los Angeles, wo sie der Konkurrenz dreimal keine Chance ließ. „Ich bin selbst erstaunt, dass ich mein Leistungsniveau so halten konnte. Ich zehre immer noch vom Olympia-Jahr“, sagt die Thüringerin.

Bereits vor anderthalb Wochen ist der deutsche Tross in die einstige Kronkolonie Hongkong aufgebrochen. „Dort herrscht ein ganz anderes Klima als zuhause, es ist sehr feucht. Deshalb wollten wir uns umfassend akklimatisieren“, begründet Sprint-Bundestrainer Detlef Uibel die frühe Anreise.

Die finale Vorbereitung auf die WM, die nach 1990 in Japan erst zum zweiten Mal auf dem asiatischen Kontinent ausgetragen wird, absolvierte die deutsche Auswahl in gewohnter Weise auf der modernen Bahn in Frankfurt (Oder), das sich mittlerweile zu dem Trainingszentrum des deutschen Verbandes entwickelt hat. Doch wurde hier nicht nur Runde um Runde gedreht. Bei einem Abstecher zur idyllisch gelegenen Bremsdorfer Mühle im nahen Schlaubetal kam auch der Spaß nicht zu kurz. „Das muss sein, die Sportler müssen auch mal abschalten vom Training. Außerdem fördert das den Teamgeist“, sagt Detlef Uibel.

Doch ab Mittwoch sind alle auf die Entscheidungen der WM fokussiert. Natürlich ruhen die größten Hoffnungen auf den Sprinterinnen um Kristina Vogel, die ihren Titel im Keirin zu verteidigen hat, und Miriam Welte.Mit der Cottbuserin Emma Hinze und Pauline Grabosch aus Erfurt sollen zudem zwei hoffnungsvolle Talente schon mit dem Blick auf Olympia 2020 in Tokio Erfahrungen sammeln.

Die sprintenden Männer hatten in der Vorbereitung das Handicap zu tragen, dass mit Doppel-Weltmeister Joachim Eilers, der voriges Jahr in London im Keirin und über 1000 Meter triumphiert hatte, einer ihrer Stärksten einige Zeit ausgefallen war. Das zunächst vermutete Pfeifersche Drüsenfieber bewahrheitete sich zum Glück dann doch nicht. „Mal sehen, wozu die Zeit noch reicht“, sagt Uibel. Sein Teamsprint-Trio hat der Bundestrainer nach dem Ausfall von Maximilian Levy mit Robert Förstemann, Max Niederlag und dem Cottbuser Eric Engler neu formiert. Engler, Sportsoldat aus Cottbus, erlebt mit 25 Jahren seine
WM-Premiere und hofft, auch über die Kilometer-Distanz auf einen Einsatz. „Mein Ziel ist Tokio in drei Jahren. Dort will ich dabei sein“, sagt der Lausitzer.

WM-Entscheidungen

Mittwoch (ab 13 Uhr)Teamsprint (Männer und Frauen), Scratch (F)Donnerstag (ab 13 Uhr)Keirin (M), Scratch (M), Mannschaftsverfolgung (M+F)Freitag (ab 13 Uhr)Sprint (F), Omnium (F), Punktefahren (M), Einzelverfolgung (M)Sonnabend (ab 13 Uhr)Sprint (M), Madison (F), 500 m Zeitfahren (F), Einzelverfolgung (F), Omnium (M)Sonntag (ab 8 Uhr)1000 m Zeitfahren (M), Madison (M), Keirin (F), Punktfahren (F)Eurosport überträgt die Entscheidungen live

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