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Christdemokraten eröffnen Wahlkampf

Osterglocke und Flyer für Passanten: Stadtchronistin Regina Müller im Gespräch mit Eberhard Tonne (CDU), Bürgermeisterkandidat Karsten Ilm und dessen Sohn Sander (von rechts) auf dem Wriezener Markt.
Osterglocke und Flyer für Passanten: Stadtchronistin Regina Müller im Gespräch mit Eberhard Tonne (CDU), Bürgermeisterkandidat Karsten Ilm und dessen Sohn Sander (von rechts) auf dem Wriezener Markt. © Foto: MOZ/Katrin Hartmann
Katrin Hartmann / 21.04.2017, 19:21 Uhr
Wriezen (MOZ) Bis zum 24. September, dem Tag der Bundestags- und Bürgermeisterwahl in Wriezen, sind es noch gut fünf Monate. Ein Zeitraum, den CDU-Kandidat Karsten Ilm nun aktiv nutzen will, um mit den Wriezener Bürgern ins Gespräch zu kommen. Als Ort dafür hat er sich am Freitag den Markt ausgesucht.

"Ach ja, den Namen habe ich schon mal gelesen", sagt eine Frau als Karsten Ilm (CDU) ihr einen Flyer in die Hand drückt. "Der vorne drauf, das bin ich. Und ich möchte im September gerne Bürgermeister werden", sagt Karsten Ilm. "Dann können Sie gleich etwas in Wriezen ändern", entgegnet die Passantin. "Auf dem Markt gibt es einige Bänke, die in den letzten Jahren nicht einen neuen Farbanstrich gesehen haben", kritisiert sie. "Es wird immer viel versprochen, aber nicht viel gemacht", fügt sie hinzu. "Ein lebendiges Wriezen, das will ich versuchen umzusetzen. Aber das geht nur gemeinsam. Allein kann die Stadt nicht alles stemmen", sagt Karsten Ilm und verweist auf das Motto auf seinem Flyer. "Für ein lebendiges Wriezen", steht dort in großen Buchstaben geschrieben. Diese Leitlinie hat sich der Fachbereichsleiter des städtischen Bau- und Ordnungsamtes auf die Fahnen geschrieben.

Ein Generationswechsel für Wriezen, das strebt der 44-Jährige an. Auf diesen Satz bekommt er Zustimmung von zwei weiteren Frauen, die an dem kleinen Stand vor der Marienkirche mit Sonnenschirm und Eimer voller Osterglocken stehengeblieben sind. "Sie wollen also Bürgermeister werden?", fragt eine der Frauen. Karsten Ilm nickt. "Einen neuen Bürgermeister braucht Wriezen", sagt sie. "Den aktuellen Bürgermeister sieht man ja kaum noch auf der Straße - nur noch bei offiziellen Festen."

Vor allem an der Kommunikation zwischen Stadt, Stadtparlament und Bürgern möchte Karsten Ilm arbeiten. "Die Nähe zu den Bürgern hat die Stadtpolitik schon seit Längerem verloren", kritisiert ein Mann. "Wenn ich die Streitereien in der Stadtpolitik mitkriege, macht das wirklich einen schlechten Eindruck. Da komme ich mir manchmal vor wie im Kindergarten", sagt der Mann und blickt auf den Sonnenschirm mit CDU-Aufdruck. "Eine Partei ist allen anderen Parteien in Wriezen schon weit voraus", sagt er. "Sie hat es in den vergangenen Monaten viel besser geschafft, Kontakt zu den Leuten aufzubauen", fügt er hinzu. "Die hören den Menschen zu." Erst später spricht er von den Stammtischen der Alternative für Deutschland (AfD). "Da bin ich froh, dass sie heute auch mich anhören", sagt Karsten Ilm zu dem Mann.

Bei den öffentlichen Auftritten, die der Bürgermeisterkandidat auf dem Markt in nächster Zeit nun regelmäßig stattfinden lassen will, geht es ihm vor allem darum, die Anliegen der Leute anzuhören, beteuert er. "Gemeinsam gestalten", formuliert er immer wieder im Gespräch mit Marktbesuchern. "Mich interessiert, was Sie für Ideen und Wünsche haben", sagt Karsten Ilm zu den nächsten zwei Frauen, die an seinem Stand stehenbleiben. "Ich finde kulturell müsste in Wriezen etwas für die Jugend gemacht werden", sagt eine der Frauen, die vor einigen Jahren wieder in ihre Heimatstadt zurückgekehrt ist. "Das geht vor allem über die Vereine", sagt Karsten Ilm. "Viele sind bereits sehr aktiv. Der CVJM zum Beispiel." Die Jugend mehr ins Boot zu holen und sie vor allem zum Wählen zu animieren, das wünscht sich auch Stadtchronistin Regina Müller. "Ich hatte mir bei der letzten Wahl die Beteiligung der Unter-35-Jährigen angeguckt. Die war sehr gering", sagt sie.

Aus dieser Altersklasse sind auf dem Markt an diesem Vormittag nur wenige zu sehen. "Das ist klar der falsche Zeitpunkt. Die meisten werden arbeiten", sagt Karsten Ilm. Und wie will er die jüngere Generation erreichen? "Facebook", lautet seine Antwort. "Dort sind wirklich viele aktiv. Und da hat sich in den letzten Wochen viel getan", verweist er auf die Klickzahlen seiner Seite in dem sozialen Netzwerk. 68-Gefällt-Mir-Angaben hat er auf Facebook gesammelt. Sein letzter Eintrag zeigt ein Foto vom Osterfeuer in Frankenfelde. Der davor enthält ein paar Zeilen und ein Foto zum Dart-Fußball-Turnier vor Ostern. Genau diese Veranstaltungen, sagt der dreifache Familienvater, der ein Haus in Wölsickendorf und eine Wohnung in Wriezen hat, nutzt er, um auch mit jüngeren Leuten ins Gespräch zu kommen.

Unterstützung bekommt Karsten Ilm an diesem Freitag auch von einem seiner drei Kinder: sein achtjähriger Sohn Sander verteilt Flyer und Blumen. Auch Eberhard Tonne (CDU) hilft mit. "Meine Kinder gehen in Wriezen zur Schule", erklärt Karsten Ilm einer weiteren Passantin, die nach dem Alter seines Sohns fragt. Die Oderbruchstadt habe eine gute Schulstruktur, die es aufrechtzuerhalten gilt, sagt Ilm. Für alle Generationen soll die Chance bestehen, dass die Bildungsmöglichkeiten erhalten und erweitert werden. Wichtig sei es auch, die jungen Leute in der Stadt zu halten, so dass der Fachkräftemangel in der Region nicht noch weiter steigt, so der Bürgermeisterkandidat.

Die meisten Passanten, die Ilm an diesem Vormittag anspricht, scheinen ihm gegenüber freundlich gestimmt. Andere beäugen das Geschehen lieber aus einiger Distanz. Ob sie ihr Kreuz für Karsten Ilm setzen werden, wird sich am 24. September zeigen. Die Bürgermeisterwahl wird an dem Sonnabend zusammen mit der Bundestagswahl durchgeführt.

Ob Bürgermeister Uwe Siebert (parteilos) zur dieser Wahl noch einmal antritt, dazu hat er sich noch nicht geäußert.

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