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Sonderstudie zu Windrädern abgelehnt

Windräder sorgen weiterhin  für viel Gesprächsstoff.
Windräder sorgen weiterhin für viel Gesprächsstoff. © Foto: MZV
Christian Schoenberg / 27.04.2017, 16:59 Uhr
Ostprignitz-Ruppin (MZV) Zu einer Sonder-Untersuchung der Einwirkung von Windrädern auf den Menschen wird es nicht kommen. Die Regionalversammlung der Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel lehnte zwei Anträge dazu ab. Gestellt hatte sie der Regionalrat Thomas Voigt(parteilos).

Der Ostprignitz-Ruppiner Kreistagsabgeordnete und Amtsausschussvorsitzende des Amtes Temnitz wollte zum einen eine Gesundheitsstudie, um den Auswirkungen der Windräder auf Menschen nachzugehen. Zum anderen sollten Windradbetreiber mit Lärmmessungen ihrer Anlagen die Unbedenklichkeit ihrer Bauten nachweisen. Beide Vorstöße fanden in dem am Mittwoch mit 22 Regionalräten besetzten Gremium nur drei Befürworter. Voigt hatte seine Anträge damit begründet, dass - wie ein Auto seinen TÜV - auch Windräder regelmäßige Überwachungen brauchen, um deren Betrieb zu genehmigen. "Es geht um die Fürsorgepflicht gegenüber dem Bürger", sagte er. Das Land mit seiner Immissionsschutz-Behörde komme dem nicht genügend nach, so sein Verdacht.

Doch Widerspruch gab es prompt: Bei der Genehmigungsbehörde für Immissionsschutz werde die Frage der Unbedenklichkeit von Windrädern ausreichend geklärt, sagte Hartmut Lossin (Bauernverband). Auch Peter Ligner (Linke) sagte, dass es nicht zur Aufgabe der Planungsstelle gemacht werden könne, die Auswirkungen der Anlagen zu überprüfen - gerade auch, weil es die Immissionsschutz-Behörde gebe, die diese Arbeit schon macht.

Tatsächlich wäre ungeklärt, wie solch eine Studie finanziert werden sollte. Der Haushalt der Planungsgemeinschaft sieht solch eine Ausgabe nicht vor. Zudem arbeiten in der Prignitz-Oberhaveler Planungsbehörde nur eine Hand voll Mitarbeiter. Dass der Antrag aus dem Raum Temnitz kommt, war allerdings kein Wunder. Gerade in dieser Region ist der Widerstand gegen die weitere Ausbreitung der Windenergie-Gewinnung sehr groß. Schon im alten Plan von 2003 sind dort viele Eignungsgebiete geschaffen worden. Auch im neuen Entwurf, der jetzt ausliegt, befinden sich alle fünf der im Altkreis Neuruppin geplanten Neugebiete zumindest zum Teil auf Gemarkungen von Dörfern dieses Amtsbereichs oder grenzen dicht an(RA berichtete).

Das 546Hektar große Areal 26 umfasst Flächen der Gemeinde Walsleben. 223 Hektar groß ist das Eignungsgebiet 27 mit großen Anteilen der Gemeinde Temnitztal. Das 192Hektar umfassende Gebiet 28 reicht mit einem Zipfel zum Temnitztaler Ortsteil Küdow herein. Das Areal 50 zwischen Bechlin und Walsleben liegt fast gänzlich auf der Gemarkung der Gemeinde Temnitztal. Schließlich gibt es das das Gebiet 61 - 125 Hektar groß - im Norden des Temnitzqueller Ortsteils Darsikow.

Mehr unter www.prignitzoberhavel.de/planwerke/ regionalplan-freiraum-undwindenergie.html

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