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Dritte Hürde genommen

Heike Jänicke / 06.05.2017, 06:59 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) In seltener Einstimmigkeit haben die Stadtverordneten von Bad Freienwalde am Donnerstagabend das auf Gesundheitstourismus ausgerichtete Kurortentwicklungskonzept beschlossen. Damit hat die Stadt die dritte Hürde auf dem Weg zur endgültigen Anerkennung als Moorheilbad genommen.

Die von BTE Tourismus- und Regionalplanung Berlin erstellte Expertise umfasst 160 Seiten. Darin empfehlen die Experten der ältesten Kurstadt in Brandenburg zwölf Schlüsselmaßnahmen und 70 Einzelmaßnahmen, um Bad Freienwalde als Kurort für den wachsenden Markt des Gesundheitstourismus fit zu machen. Denn genau dort sieht BTE für Bad Freienwalde in Verbindung mit dem natürlichen Heilmittel Moor großen Chancen.

Dass das der richtige Weg sein kann, untermauert die Potenzialstudie zum Gesundheitstourismus in Berlin und Brandenburg, die im Auftrag des Brandenburger Wirtschaftsministeriums von "PROJECT M" jetzt präsentiert worden ist. Darauf hatte Joachim Fiedler, Fraktionsvorsitzender Linken, in der Stadtverordnetenversammlung Bezug genommen. Die Studie informiert unter anderem darüber, dass "Brandenburg bereits heute 21 Prozent des Übernachtungsvolumens durch selbst- und teilfinanzierte Gesundheitsreisen generiert". Mit Blick auf das steigende Interessenpotenzial für den Gesundheitstourismus ergebe sich "für Brandenburg bei einem entsprechenden Ausbau des gesundheitstouristischen Angebots eine große Chance, den gesundheitstouristischen Marktanteil zu erhöhen", heißt es in der Studie.

Bad Freienwalde will in diesem Markt mitspielen. Dass es nicht einfach wird, das Konzept, wie vom Gesundheitsministerium gefordert, bis 2020 umzusetzen, darin sind sich Stadtverordnete und Verwaltung einig. Aber auch darin, dass der Anfang gemacht werden muss. Dafür hat BTE die Modernisierung und Erweiterung des Kurmittelhauses durch einen möglichen Anbau empfohlen. Im Langhans-Bau werden vor allem Kurpatienten der Fachklinik behandelt. Die Öffnungszeiten sind auf die Woche beschränkt. Spontane Anwendungen sind nicht möglich. Diese Punkte wurden in den Fachausschüssen mehrfach kritisiert. Auch am Donnerstag legten die Stadtverordneten, unter anderem Petra Lunow (WG "Inselgemeinden"), genau da den Finger in die Wunde. Sie sehe große Schwierigkeiten bei der Unterbreitung von Pauschalangeboten, wenn man als Patient schon jetzt sechs Wochen auf einen Termin warte, so die Hohenwutzenerin, die dem Konzept aber ihre Zustimmung gab.

Wie ebenso Reinhard Schmook (SPD). Er lobte den Teil, der sich mit der Analyse der Stärken und Schwächen befasst. Dieser sei sehr ehrlich, so Schmook. Bettina Mühlenhaupt (SPD) forderte, die "Wunschzahlen für den Tagestourismus aus der Zeit von Herrn Lüdecke (bis 2016 Kurdirektor - d. R.)" aus der Konzeption zu streichen. Eine Forderung, die ebenfalls Peter Glaetzner (CDU) vorbrachte. Er hoffe, dass das Papier nicht in der Schublade verschwinde und "wir jetzt aus den Puschen kommen". Sybille Knospe (Linke) regte zur Umsetzung der Schlüsselmaßnahmen drei Stammtische an - für Beherbergung, Gastronomie und für Wohnungsvermietung.

Damit mit der Arbeit begonnen werden kann, stellte Joachim Fiedler den Antrag, dass bis zur nächsten Stadtverordnetenversammlung alle kurzfristigen Maßnahmen aufgelistet, mit einem Termin versehen, deren Verantwortlichkeit festgelegt und die Maßnahmen möglichst finanziell untersetzt werden. So könnten die Mittel im Haushalt 2018 eingestellt werden. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Wie auch der Vorschlag von Joachim Fiedler: Er hatte angeregt, dass eine Freienwalder Delegation das Konzept in Potsdam übergeben könnte. "Damit zeigen wir, dass wir hinter dem Konzept stehen", so der Stadtverordnete. Bürgermeister Ralf Lehmann (parteilos) begrüßte den Vorschlag. Er glaube, dass die Stadt die wesentlichen Schlüsselmaßnahmen realisieren werde.

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