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Gedichte, Tänze und Ratschläge

Hubertus Rößler / 07.05.2017, 20:31 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Insgesamt 76 Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums und der Pestalozzi-Schule erhielten am Sonnabend als erste in diesem Jahr ihre Jugendweihe. Bei der Veranstaltung im Friedrich-Wolf-Theater wurden auch nachdenkliche Töne angeschlagen.

Nach dem feierlichen Einzug der Jugendlichen hallten zunächst rockige Klänge durch den großen Saal des Friedrich-Wolf-Theaters. "Number 27", die Schülerband des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, gab mit "We walk alone" ("Wir gehen alleine") die passende Einstimmung für die jungen Menschen. "Seit einem halben Jahr schreiben wir unsere Songs auch selber - so wie die beiden heute aufgeführten", berichtete Frontsänger Dennis Haase. Wie schon im Vorjahr trug anschließend Isabel Reiner ein nachdenkliches Gedicht vor. So heißt es in "Entweder - Oder" von Renate Eggert-Schwarten "Wir haben freie Auswahl, beim Ja so wie beim Nein, doch wer sich nicht entscheidet, kann nicht lebendig sein." Lautstarken Applaus erhielten auch die Eisenhüttenstädter Tanzgruppe "CarMa" für ihren irischen Tanz sowie die "Movie-Jazzer", die mit Geige und Klavier bekannte Film-Melodien zum Besten gaben.

Auch Festredner Ingo Passow schlug nachdenkliche Töne an und gab den Jugendlichen einige Ratschläge mit auf den Weg. "Die Jugendweihe bedeutet zunächst einmal, dass ihr jetzt in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen werdet. Ihr seid in einem Alter, in dem euch eure Eltern und Großeltern erzählen, wie ihr sein müsst und was ihr tun müsst - dabei haben sie das in eurem Alter selber nicht eingesehen", sagte Passow. Anschließend zog er einen Bogen zum Weltgeschehen: "Wenn man den Fernseher anmacht muss man sich fragen, sind wir alle gaga? Wo sind die anständigen Menschen? Unsere Kinder sollen eine Zukunft haben. Daher müssen wir wieder lernen, dass wir alle nur ein Leben haben. Also geht raus und entdeckt die Welt, das Leben kann wunderbar sein. Das wichtigste ist, in der Familie Zeit füreinander zu haben und miteinander das Leben zu bestreiten - ganz egal wie dick oder dünn das Portemonnaie ist", meinte der freie Dozent aus Ziltendorf. "Nicht jeder kann Abitur machen und studieren. Aber wer aus seinen Möglichkeiten das Beste macht, der ist erwachsen", sagte Ingo Passow, der viel Beifall für seine Ansprache erhielt.

Dann gehörte die Bühne den Jugendlichen. Nachdem sie in kleinen Gruppen ihre Urkunden erhalten hatten, kamen drei von ihnen auch selber zu Wort. Statt einer Rede hatten die Achtklässler einen Dialog vorbereitet, in dem sie sich bei ihren Eltern und Lehrern bedankten.

Ehe die nun offiziell jungen Erwachsenen die Glückwünsche ihrer Familien entgegen nehmen konnten, wurden sie noch klassenweise auf der Bühne per Foto festgehalten. Zu sehen sein werden diese in der Dienstagsausgabe des Oder-Spree Journals.

Einer der Teilnehmer war Luis Mende aus BrieskowFinkenheerd. "Ich freue mich, dass ich jetzt in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen werde", sagte der 13-Jährige und gestand, dass er bei der Veranstaltung sehr nervös gewesen war. "Das war schon aufregend, da vor allen Zuschauern auf die Bühne zu gehen."

Das gleiche galt für Kimberly Kallies. "Wir sind nun offiziell im Erwachsenen-Kreis und haben Rechte und Pflichten. Für mich bedeutet die Jugendweihe ein Einschnitt, da man jetzt von den Erwachsenen anders wahrgenommen und respektiert wird", sagte die 14-Jährige. Auf den großen Tag habe sie sich schon sehr lange gefreut. "Es gab viel vorzubereiten, aber da haben mir meine Eltern viel geholfen. Am meisten Zeit habe ich für mein Outfit gebraucht, da ich viele verschiedene Kleider anprobiert habe", gestand die Eisenhüttenstädterin.

Am kommenden Sonnabend erhalten dann die Schüler der Otto-Buchwitz-Schule und der Gesamtschule 3 ihre Jugendweihe. Die Oberschule Müllrose feiert am 13. und 20. Mai, die Schüler des Gymnasiums Neuzelle sind am 10. Juni an der Reihe.

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