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Von Ryan Gosling bis Videoüberwachung

Härtere Maßnahmen gegen den Terrorismus? Diese Frage erörtern Schüler mit Axel Vogel, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Brandenburger Landtag
Härtere Maßnahmen gegen den Terrorismus? Diese Frage erörtern Schüler mit Axel Vogel, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Brandenburger Landtag © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Marco Marschall / 09.05.2017, 06:20 Uhr
Finowfurt (mm) Dialog P nennt sich die Veranstaltung, die es Schülern in Hamburg, Berlin und Brandenburg derzeit ermöglicht, auf Augenhöhe mit Politikern über Fragen der Zeit zu diskutieren. Im Februar war das Humboldt-Gymnasium in Eberswalde an der Reihe, nun die Oberschule in Finowfurt, wo allerdings nur eine abgespeckte Runde mit Vertretern der Landespolitik zusammenkam. Wieder dabei: Ralf Christoffers (Die Linke), Daniel Kurth (SPD) und Axel Vogel (Die Grünen). Uwe Liebhenschel von der CDU musste kurzfristig absagen. Ein Abgeordneter der AfD war der Einladung diesmal nicht gefolgt.

Doch ein Streitgespräch zwischen den Politikern sieht das Format ohnehin nicht vor. Vier Schülergruppen widmen sich jeweils einem Thema. Jeder Landtagsabgeordnete diskutiert zehn Minuten mit einer Gruppe zu einer Fragestellung und wechselt dann den Tisch. Um das Ganze etwas aufzulockern, gibt es nach kurzer Vorstellungsrunde ein Quiz. Punkte erhält nicht nur die Gruppe, die die Dauer der Kanzlerschaft von Angela Merkel benennen kann, sondern auch das Heimatland des Schauspielers Ryan Gosling.

Dann geht es an die harten Themen. Wohnungsbau, Ost-Westgehälter, Digitalisierung im Schulunterricht und Maßnahmen gegen den Terrorismus stehen zur Debatte. "Wäre mehr Videoüberwachung ein Mittel Anschläge zu verhindern?", wollen die Acht- und Neuntklässler zunächst vom Landtagsabgeordneten Daniel Kurth wissen. "Darüber führen wir im Landtag gerade eine intensive Debatte", sagt er. Der SPD-Politiker ist skeptisch. Schließlich hätten diejenigen, die Anschläge verübt haben, nicht versucht, sich zu verstecken. "In einer freien Gesellschaft gibt es keine absolute Sicherheit", so Kurth. Das sieht sein Koalitionskollege Ralf Christoffers ähnlich, spricht sich am Tisch mit den Schülern aber für zeitweise installierte Kameras auf öffentlichen Plätzen aus - zum Beispiel bei Volksfesten.

Axel Vogel versucht während seiner zehn Minuten, die Schüler auch dafür zu sensibilisieren, die Themen Terrorismus und Flüchtlinge nicht gleichzusetzen. Es gebe mehr rechtsradikale Anschläge. Und auch die Kritik an vollverschleierten Menschen teilt er nicht. In Garmisch-Partenkirchen, wo immer mehr arabische Touristen auftreten, die Geld reinbringen, würde sich an deren Verschleierung niemand stören, argumentiert Vogel.

Am Ende der Diskussionsrunden stimmen alle Schüler ab. Ein Ergebnis des Vormittags: härtere Maßnahmen gegen Terrorismus werden befürwortet - wie immer diese aussehen mögen.

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