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Drei Maurerkellen für "Töpferhöfe"

Grundsteinlegung: Investor Mark-André Krüger (M.) hatte eine Kartusche mit Planungsunterlagen, der Sonnabend-Ausgabe der MOZ und Münzen gefüllt. Mit Bürgermeister Friedhelm Boginski und Infrastrukturministerin Kathrin Schneider versenkte er die Hülse.
Grundsteinlegung: Investor Mark-André Krüger (M.) hatte eine Kartusche mit Planungsunterlagen, der Sonnabend-Ausgabe der MOZ und Münzen gefüllt. Mit Bürgermeister Friedhelm Boginski und Infrastrukturministerin Kathrin Schneider versenkte er die Hülse. © Foto: Andreas Gora
Viola Petersson / 14.05.2017, 19:30 Uhr
Eberswalde (MOZ) Noch gehört das Feld den Archäologen. Doch in gut zwei Jahren könnten die neuen Wohnungseigentümer schon auf dem Balkon oder auf der Terrasse sitzen und den Blick zum Finowkanal genießen. Am Sonnabend war Grundsteinlegung für das Projekt "Töpferhöfe".

Die Eberswalder nannten die Brachfläche zu DDR-Zeiten - wegen der Nutzung - schnörkellos "Rummelplatz". Dabei markiert das Areal rund um die Töpferstraße den Ursprung Eberswaldes. Das Grundstück liegt mitten in der Altstadt. Genau das macht die Entwicklung des Standortes und das Bauen aber dort auch so schwierig. Gut zehn Jahre haben Rathausspitze und Architekt Bernhard Schuster nach einem Investor gesucht. In der Bernauer Mark-A. Krüger Bauunternehmung GmbH haben sie ihn schließlich gefunden, nachdem mehrfach Interessenten abgesprungen waren.

Mark-André Krüger hat die Flinte nichts ins Korn geworfen. Trotz aller Hürden und der aktuellen Herausforderungen. Die archäologischen Untersuchungen kosten zusätzlich Zeit - und Geld, und die Baugenehmigung steht noch immer aus. Gleichwohl sprach Mark-André Krüger bei der Grundsteinlegung am Sonnabend im Rahmen des Tages der Städtebauförderung von einer "spannenden Aufgabe".

Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider beglückwünschte den Bauherrn zu dem Wohnungsbauprojekt, bezeichnete den symbolischen Akt als eine "gute Nachricht". Dass im Herzen der Stadt 37 Eigentumswohnungen errichtet werden, zeige: "Der Markt ist angesprungen. Es ist ein Zeichen dafür, wie positiv sich Eberswalde entwickelt hat."

Dem pflichtete der Bauherr bei. Die Entwicklung der Innenstadt sowie die Lage des Grundstückes haben die Entscheidung seines Unternehmens zugunsten des Projektes wesentlich beeinflusst. Maßgebend sei letztlich aber die Erlaubnis gewesen, auf vier Ebenen bauen zu dürfen. Andernfalls, so Krüger klar, wäre das Vorhaben wirtschaftlich nicht darstellbar gewesen. Nach den jetzigen Planungen müssen die Käufer mit einem Preis von 2750 Euro pro Quadratmeter rechnen. Und obgleich der Investor noch nicht groß in die Werbung gegangen ist, gebe es bereits zahlreiche Interessenten und Reservierungen für die Wohnungen, so Immobilienmaklerin Uta Behr am Rande.

Mit Blick auf das monetäre Niveau und die zu erwartende Kundschaft betonte die Ministerin zugleich: "Wir brauchen alle drei Segmente beim Wohnungsbau." Die privaten Investitionen, wie durch Krüger bei den "Töpferhöfen", das kommunale Engagement, einschließlich des sozialen Wohnungsbaus, sowie die individuellen Häuslebauer.

Bürgermeister Friedhelm Boginski erinnerte daran, dass Mark-André Krüger seine Visitenkarte bereits in Eberswalde abgegeben hat: mit der Sanierung einer Villa an der Erich-Mühsam-Straße. Nach der Modernisierung nun also ein Neubau - für etwa sechseinhalb Millionen Euro. Das Stadtoberhaupt versprach, in Sachen Bauantrag nachzuhaken. Eigentlich sei es der Anspruch der Stadt, schneller als sechs Monate im Genehmigungsverfahren zu sein.

Aber: Wegen der erweiterten archäologischen Untersuchungen muss sich Krüger ohnehin noch in Geduld üben. Nachdem das Grabungsteam 50 Zentimeter im Baufeld abgetragen und die Struktur der ursprünglichen Bebauung freigelegt hat, sei durch die Denkmalschutzbehörde anhand des Zwischenberichts eine zweite Phase angeordnet worden: vier Grabenschnitte mit einer Tiefe von zwei Metern. Bei den bisherigen Untersuchungen, so Krüger, seien Münzen sowie Reste bzw. Zeugnisse eines Holzbrunnens aus dem 12./13. Jahrhundert gefunden worden. "Das älteste Kartenmaterial, das uns zur Verfügung steht, stammt ebenfalls von 1211." Im April 1945, kurz vor Kriegsende, sind große Teile der Innenstadt, darunter der Bereich Töpfer-/Nagelstraße zerstört worden.

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