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Dichterwettstreit Poetry-Slam sorgt für ausverkauftes Kleist Forum / Publikum bestimmt den Sieger

Begeisternder Kampf der Künste

René Matschkowiak / 14.05.2017, 19:59 Uhr - Aktualisiert 15.05.2017, 09:41
Frankfurt (Oder) (MOZ) Fünf junge Literaten haben am Sonnabend im ausverkauften Kleist Forum mit ihren Vorträgen um die Gunst des Publikums gewetteifert. Beim Poetry-Slam trugen sie selbst geschriebene Gedichte und Texte vor. Das Publikum bestimmte am Ende mit seinem Applaus den Sieger.

"Ausverkauft!", meldet das Kleist Forum kurz vor Veranstaltungsbeginn des Poetry-Slam (auf Deutsch: Dichterwettstreit). Damit ist "Die Gala der Besten" ein Publikumserfolg, was aber keine Selbstverständlichkeit ist. Zwar war schon beim jüngsten Wettstreit zu den Kleist-Festtagen die Stimmung super, der Saal jedoch gerade zur Hälfte besetzt.

 Mit Moderator Ken Yamamoto und den Slammern Christian Ritter, Karsten Lampe, Mona Harry, Helge Albrecht und Nick Pötter  versammelten sich die besten Dichter auf der Poetry Slam Bühne im Kleistforum. Das Publikum im ausverkauften Saal war begeistert.
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Diesmal aber ist das anders. Neben einigen älteren Gästen füllen vor allem Studenten und Schüler den Saal. Viele sind extra nach Frankfurt gekommen, um den Kampf der Künste zu erleben. "Gibt es Menschen, die in Frankfurt auch richtig arbeiten?", fragt Moderator Ken Yamamoto mit gespielter Verzweiflung, als sich zunächst eine Studentin und zwei Schüler als Wertungsrichter zur Verfügung stellen. Ja, die gibt es, und einige melden sich dann auch. So ist die Jury mit fünf Gästen schnell besetzt . Die halten dann nach jedem Beitrag ihr Wertungen in die Höhe.

Die fünf Poeten auf der Bühne sind freilich alles andere als Anfänger. Sie sind erfahrene Literaten, die ihre Meriten auch schon auf anderen Bühnen verdient haben. Das Frankfurter Publikum ist begeistert. Befürchtungen Ken Yamamotos, der mit einem Augenzwinkern darum bittet, die Leute auf der Bühne nicht mit Gegenständen zu bewerfen und auch deren Mütter nicht zu beleidigen, sind unbegründet.

Helge Albrecht als erster Starter hat es am schwersten, denn noch ist nicht ganz klar, wie die Vorträge zu bewerten sind. Die Regel beim Poetry-Slam, die vorschreibt, beim Vortrag darf es nur einen Zettel und den Dichter selbst, sonst aber keine Hilfsmittel geben, wird natürlich von allen eingehalten. Helge Albrecht erzählt mit blühender Fantasie davon, wie er sich eine Wetterjacke bestellt. Vor seinem geistigen Auge ist er damit längst in der Wüste oder im Dschungel unterwegs. Das Publikum lacht und leidet mit. Karsten Lampe verarbeitet seine Erlebnisse im Baumarkt, wo ein Mann mit Ödipus-Komplex die richtige Mutter für seine Schrauben sucht.

Längst ist der Poetry-Slam den Kinderschuhen entwachsen. In Hamburg gibt es demnächst sogar eine Veranstaltung im Stadion am Millerntor mit 5000  Zuschauern. Hauptsächlich finden die Dichterwettstreite in Großstädten statt. Umso schöner finden es die Veranstalter am Sonnabend, dass sich auch die Frankfurter dieser modernen Form des Vortrages nicht verschließen.

Mona Harry ist seit ihrem Liebesgedicht an den Norden mit fast einer halben Million Youtube-Klicks ein Star in der Szene und begeistert im Kleist Forum mit einem Sommergedicht in Reimform. Wobei der Begriff Gedicht vielleicht nicht ganz zutrifft, denn auch ihr Vortrag dauert mehrere Minuten.

Im Finale, das nicht mehr nach Punkten, sondern nach Applaus entschieden wird, treten Nick Pötter und Christian Ritter an. Letzterer hat den Vorteil, dass er als Autor schon mehrere Bücher veröffentlicht hat. Aus seinem jüngsten mit dem Titel "Die Anordnung der Tiere im Zoo" kann er vortragen. Das kommt prima an. Das Publikum entscheidet sich dennoch für Nick Pötter als Sieger. Sein auswendig gelernter, mehr als fünfminütiger Beitrag über die vier Geister in seinem Gehirn, die gegeneinander kämpfen, wird mit mehr Applaus belohnt als der des Konkurrenten. Für den Sieger gibt es eine Flasche Whisky, die sich die beiden Finalisten teilen.

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