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400 "Rennfritzen" für den Wünschewagen

Simone Weber / 15.05.2017, 15:59 Uhr - Aktualisiert 16.05.2017, 14:18
Premnitz (MOZ) "Als ich heute früh von Oberwiesenthal losgefahren bin, hatte ich bis Leipzig Sonnenschein", so Jens Weißflog. Bei Nieselregen kam die Skisprung-Legende am Samstag als einer der beiden Schirmherren zum ersten Rennfritz-Spendenlauf auf dem Sportplatz in Premnitz an. Die sechs Organisatoren aus Rathenow und Premnitz eröffneten, nach fast zehn Monaten Vorbereitungszeit, den ersten Spendenlauf zu Gunsten des Brandenburger Wünschewagens des Landesverbandes Brandenburg des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB).

"Es ist toll, dass Premnitz als "Stadt der Energie' heute beweist, dass wir auch eine Stadt mit viel Herz sind", sagte Bürgermeister Ralf Tebling. "Am Eingangstor steht der Wünschewagen noch. Er soll rollen und vielen leider sterbenskranken Brandenburgern eine Ausflugsfahrt als letzten Wunsch ermöglichen", so der in Premnitz aufgewachsene Schauspieler und zweite Schirmherr, Stefan Rudolf.

Beim Rennfritz-Spendenlauf am Samstag im Stadion der Chemiearbeiter in Premnitz liefen rund 400 Menschen rückwärts über die Aschebahn. Mit der Aktion wurden Spenden für den Wünschewagen des ASB gesammelt. Das Team des Wünschewagens ermöglicht es sterbenskranken Menschen noch einmal ein Sehnsuchtsziel zu erreichen, sei es die Ostsee oder der heimische Garten. Das Projekt wird ausschließlich über Spenden finanziert.
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Rückwärts für den guten Zweck

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Schon zum ersten Start um 12.30 Uhr kamen, trotz des stärker gewordenen Regens, rund 250 Läufer und Gäste. Hobbyläufer, die bunt kostümierten "Stinknormalen Superhelden", Sportler des SV Eintracht Vieritz, sechs Tänzerinnen der "Kleinstadthelden" des Premnitzer Carnevalclubs, die sich für den Lauf extra ihre eigenen Rennfritz-T-Shirts anfertigen ließen, die Simson-Freunde von "2-Takt Ost Havelland" oder die Laufgruppen der Direktkandidaten für die kommende Bundestagswahl, Dietlind Tieman (CDU) und Erardo C. Rautenberg (SPD). Nach der Erwärmung mit der Garlitzerin Daniela Diederichs ging es rückwärts über das Geläuf.

Stefan Rudolf gab Startschuss, Jens Weißflog ging gleich zur ersten Runde mit auf die Aschenbahn. Zum zweiten Start um 13.00 Uhr ließ der Regen nach und die ersten Luftballons mit "Wünscheerfüller"-Karten starteten in die Luft. Die Karten machen Werbung für den Wünschewagen und fordern zum Spenden auf.

Am Nachmittag wollte auch Gesundheitsministerin Diana Golze den Spendenlauf unterstützen. "Ich kann privat nachvollziehen, dass schwerkranke Menschen ihre ganze verbliebene Kraft zusammennehmen, um sich, begleitet durch Ehepartner oder Angehörige, einen letzten Wunsch zu erfüllen. So ist so eine Fahrt mit dem Wünschewagen auch eine Möglichkeit, seine Angehörigen noch einmal gemeinsam glücklich zu sehen", lobte Diana Golze das Angebot des Wünschewagens. Das Gesundheitsministerium unterstützt, gemeinsam mit der Staatskanzlei, die Anschaffung eines zusätzlichen Begleit-Pkw, in dem Angehörige ohne eigenes Auto eine Ausflugsfahrt begleiten können.

Ein Anziehungspunkt war den gesamten Tag über der bis über 30 Meter ausfahrbare Rettungskorb des "Bronto Skylift", des modernen Einsatzfahrzeuges der Feuerwehr ausDie Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren der Ortsteile Premnitz, Döberitz und Mögelin halfen auch vor Ort. "150 Liter Gulaschsuppe fasst unsere Gulaschkanone", so der Döberitzer Kamerad René Mangelsdorf.

"Wir sind stolz auf die Einsatzbereitschaft der Helfer und die Spendenbereitschaft der Menschen. Rund 400 Läufer und Zuschauer hatten ihre Freude", so Mitinitiator Domenico Lajin. "Für den ersten Lauf können wir zufrieden sein." Auch im kommenden Jahr soll es wieder einen Rennfritzlauf geben. In den nächsten Tagen übergibt das Rennfritz-Team einen Spendenscheck. Dann wird auch öffentlich bekannt gegeben, welche Summe insgesamt zusammengekommen ist.

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