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Wechsel beim Brandenburgischen Staatsorchester / Kulturausschuss votiert für Berliner Hochschul-Professor

Jörg-Peter Weigle wird Chefdirigent

Gibt ab 2018 den Takt in Frankfurt an: Prof. Jörg-Peter Weigle und das Staatsorchester kennen sich aus der Zusammenarbeit im Berliner Konzerthaus.
Gibt ab 2018 den Takt in Frankfurt an: Prof. Jörg-Peter Weigle und das Staatsorchester kennen sich aus der Zusammenarbeit im Berliner Konzerthaus. © Foto: .
Heinz Kannenberg / 16.05.2017, 19:13 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Neuer Chefdirigent des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt wird voraussichtlich Prof. Jörg-Peter Weigle ab der Spielzeit 2018/19. Er tritt dann die Nachfolge von Howard Griffiths an. So jedenfalls sieht es ein einstimmiger Beschluss der Mitglieder des Kulturausschusses vor.

Der renommierte Dirigent und Chorleiter Jörg-Peter Weigle wird nach Nikos Athihinäos, Heribert Beissel und Howard Griffiths der vierte Chefdirigent des Staatsorchesters. So jedenfalls empfehlen es die Mitglieder des Kulturausschusses einstimmig in einer nichtöffentlichen Sitzung am Montagabend. Demnächst wird der Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung die Bestellung Weigles als Chefdirigenten beraten.

Der 64-jährige Weigle ist Professor für Chordirigieren an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin und leitete seit 1977 zahlreiche Klangkörper in Deutschland. Unter anderem war er Chefdirigent der Dresdner Philharmonie und Stuttgarter Philharmoniker. Seine musikalische Ausbildung erhielt er beim Leipziger Thomanerchor.

Der in Greifswald geborene und seit Anfang der 1970er-Jahre in Berlin lebende Weigle ist auch der Favorit der Mitglieder des Staatsorchesters, die sich in einer Abstimmung für ihn ausgesprochen haben. Weigle wird dem Vernehmen nach 15 Konzerte pro Spielzeit dirigieren. Griffiths Vertrag sah 30 Konzerte vor. Künftig wird es somit auch mehr Gastdirigate geben. Die Laufzeit des Vertrages soll fünf Jahre betragen. "Wir versprechen uns durch die Nähe zu Berlin, wo Jörg-Peter Weigle wohnt, auch eine unkomplizierte Zusammenarbeit", betont der Vorsitzende des Kulturausschusses Michael Möckel (CDU).

Der Entscheidung Jörg-Peter Weigles, die Bestellung zum Chefdirigenten in Frankfurt anzunehmen, waren intensive Gespräche mit dem Potsdamer Kulturministerium vorausgegangen. Weigle wollte eine Zusage seitens des Landes, dass das A-Orchester auch künftig 86 Musikerstellen haben wird. Wenngleich er diese Zusicherung nicht schriftlich bekommen haben soll, wird sein Vertrag nun jedoch ein Sonderkündigungsrecht für den Fall vorsehen, sollte das Orchester nicht mehr ausreichend A-Orchester-Stellen besitzen.

Derzeit hat das Staatsorchester laut Kulturministerium einen Gesamtetat in Höhe von 7,95 Millionen Euro. Das Land finanziert davon 36,1 Prozent, aus Mitteln des Finanzausgleichsgesetzes (FAG) kommen 6,3 Prozent und die Stadt Frankfurt beteiligt sich mit 43,3 Prozent sowie 14,2 Prozent sind Eigenmittel. Mit der Umsetzung der Kreisgebietsreform soll die Finanzierung des Orchesters voraussichtlich ab 2019 umgestellt werden, kündigt das Kulturministerium an. Dabei sollen dann 50 Prozent durch das Land, 30 Prozent über FAG-Mittel und 20 Prozent über die Stadt erfolgen. "Die Stadt würde dadurch signifikant entlastet und das Orchester gesichert. Das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt ist und bleibt das herausragende Orchester des Landes - und das Land würde dafür künftig einen erheblichen Teil der Verantwortung übernehmen", betont der Sprecher des Kulturministeriums Stephan Breiding. Offen ist jedoch, wie viel Mittel insgesamt im Theater- und Orchesterverbund für das Staatsorchester bereitgestellt werden. Davon wird unter anderem abhängen, wie viel Stellen tatsächlich ausfinanziert werden können.

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