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Mit Augenmaß und ganz viel Gefühl

Viola Petersson / 18.05.2017, 06:45 Uhr
Schorfheide (MOZ) Robert Arndt darf im September bei der Deutschen Meisterschaft im Staplerfahren antreten. Der Bernauer hat beim Regionalausscheid jüngst den zweiten Platz belegt und sich damit fürs Finale qualifiziert. Arndt meisterte den Parcours mit Bravour, musste nur Robert Sauer den Vortritt lassen.

Das war nichts für Grobmotoriker. Definitiv nicht. Beim Regionalausscheid für Nord- und Ostbrandenburg, ausgetragen von der Firma L. Dietze & Sohn in Finowfurt, waren Fingerspitzengefühl und Augenmaß im Umgang mit der Technik gefragt. Es kam auf Millimeter an. Gleichzeitig ging es um Sekunden.

Die 26 Teilnehmer, die als Staplerfahrer beruflich versiert sind, hatten neben einem theoretischen Teil drei praktische Aufgaben zu lösen. Da waren etwa Fässer per Fassklammer zu einer Pyramide aufzutürmen. Oder es galt, ein winziges Kantholz von einem Ministapler zielsicher umzusetzen. Präzisionsarbeit. Kein einfacher Parcours. Denn trotz professioneller Erfahrung: Stapler ist nicht gleich Stapler. Und wer sortiert im Dienst schon Bälle oder manövriert Fässer?

Robert Sauer aus Altlandsberg bewies das größte Geschick. Der Altlandsberger, der bei Helu Kabel in Neuenhagen (b. Berlin) arbeitet, siegte vor dem Bernauer Robert Arndt, der im Hornbach-Baumarkt Fredersdorf-Vogelsdorfeinen Job hat. Rang drei ging an Arndts Kollegen Kevin Wikewsky aus Hoppegarten. Die beiden Erstplatzierten lösten mit ihrem Abschneiden zugleich die Fahrkarte für Aschaffenburg (Bayern). Dort treten vom 14. bis 16. September beim großen Finale die besten Staplerfahrer Deutschlands gegeneinander an. Dazu werden Tausende Besucher erwartet.

Der Stapler-Cup wurde 2005 erstmals als reine deutsche Meisterschaft ausgetragen. Seither sind in dem Wettbewerb mehr als 20 000 Fahrer gestartet. Wichtigstes inhaltliches Anliegen des Veranstalters, der Linde Material Handling GmbH, ist die Verbesserung der Sicherheit in Lagern und Logistikbetrieben. Die Fähigkeiten der Fahrer und ihre Aufmerksamkeit sollen geschult werden, um Arbeitsunfälle zu vermeiden.

Beinahe von Anfang an ist die Oberbarnimer Firma L. Dietze & Sohn Fördertechnik GmbH dabei. Sie war bereits das elfte Mal Gastgeber für den Vorausscheid der Region Nord- und Ostbrandenburg. Claudia Dietze, Assistentin der Geschäftsführung, sieht die Ausrichtung auch als Werbung für das Berufsbild des Gabelstaplerfahrers an. Und als Service für die Kunden. Die Produktpalette sei längst so breit, es gebe enorme technische Weiterentwicklungen. Dietze verweist etwa unter dem Stichwort Industrie 4.0 auf die Vernetzung der Arbeitsgeräte untereinander.

Das Unternehmen besteht seit 137 Jahren als Familienbetrieb. Inzwischen arbeiten die vierte und fünfte Generation der Gründer in der Firma. Ursprünglich hat Dietze u. a. Seilkauschen hergestellt, etwa für das alte Schiffshebewerk Niederfinow. Seit 1970 beschäftigt sich der Betrieb mit Gabelstaplern. Heute ist Dietze Linde-Vertragshändler. Zum Service gehören ebenso Schulungen und Sicherheitsunterweisungen. Das Unternehmen hat etwa 80 Mitarbeiter an drei Standorten: Finowfurt (Hauptsitz) sowie Cottbus und Eisenhüttenstadt.

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