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Wanderweg im Sperrgebiet geöffnet

Offener Schlagbaum: Der Weg von Rossow in Richtung Pfalzheim ist zirka fünf Kilometer lang.
Offener Schlagbaum: Der Weg von Rossow in Richtung Pfalzheim ist zirka fünf Kilometer lang. © Foto: MZV
Christian Schönberg / 19.05.2017, 17:14 Uhr - Aktualisiert 19.05.2017, 17:16
Rossow (MZV) Der bislang heißeste Tag des Jahres bildete die Wetterkulisse beim Anwandern zur Eröffnung des neuen Heidewegs zwischen Rossow und Pfalzheim. Er ergänzt die schon im vorigen Jahr eröffnete Route von Neuglienicke zum Temnitzqueller Ortsteil.

Rund 100 Menschen waren gekommen, um auf dem Weg entlang zu spazieren, der bisher nur von Kutschen befahren werden durfte. Grund ist die Lebensgefahr jenseits der Wege: im ehemaligen Bombodrom lauert im Erdreich immer noch viel Munitionsschrott. Darauf wies bei der Eröffnungsrede Landrat Ralf Reinhardt (SPD) hin: "Wir werden jetzt mit der Eröffnung des Weges Deutschlands größte Heidelandschaft aber mehr ins öffentliche Bewusstsein rücken können", sagte er weiter. Denn die Routen von Neuglienicke beziehungsweise Pfalzheim sind komplett beräumt - auch weil sie für den Bund als Inhaber der Fläche wichtige Betriebswege sind. Bevor die Strecken aber aus dem Sperrgebiet genommen werden konnten, musste die Sielmann-stiftung als Hüter der Süd-Heidefläche die Infrastruktur aufbauen. Acht Schutzhütten sind entstanden - und vor allem viele Hinweis- und Warnzeichen, die dafür sorgen, dass niemand vom Weg abkommt.

Dr.Hannes Petrischak von der Stiftung betonte die Bedeutung der Landschaft. Sie ist zum Beispiel eines der wichtigsten Brutgebiete des Ziegenmelkers, eines kleinen braunen Vogels: 500Paare dieser Art brüten auf dem einstigen Bombodrom. Auch der Wiedehopf ist dort noch häufig. Dieser gefiederte Zeitgenosse mit seinem charakteristischen Haubenkamm ist auch Wappentier der Heide geworden, wie auf den vor dem Anwandern verteilten sandfarbenen Mützen und orangefarbenen T-Shirts deutlich wurde.

Für Petrischak ist die Heide aber mehr als ein Refugium für selten zu sehene Vogelarten: "Global beobachten wir derzeit den größten Schwund an Artenvielfalt seit Menschengedenken", sagte er. So habe es in Deutschland seit den 1980er-Jahren einen Schwund von 300Millionen Vögeln gegeben, weil in den monotonen Agrarlandschaften Insekten rar geworden sind. Die Kerbtiere sind Hauptnahrungsquelle für Tiere der Offenlandschaften: "Da lohnt sich der Blick ins Kleine. 50Wildbienenarten und Grubenwespen lassen sich auch in der Heide beobachten", so Petrischak.

Für den 11.Juni hat der Biologe zum nächsten Fest eingeladen - auf dem Sielmannhügel unweit von Pfalzheim. Dort gibt es einen Familiensonntag im Rahmen eines bundesweiten Tags des Nationalen Naturerbes.

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