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"Musik zur Reformation"

Beate Schwieger, Andrea Wernicke und Hanna Seefeld (von li.) spielten Musik aus der Zeit der Reformation.
Beate Schwieger, Andrea Wernicke und Hanna Seefeld (von li.) spielten Musik aus der Zeit der Reformation. © Foto: Simone Weber
Simone Weber / 20.05.2017, 09:08 Uhr
Nennhausen (MOZ) Gesang und Musik gehören seit dem frühen Mittelalter und bis heute zum christlichen Glauben und als fester Bestandteil zum Gottesdienst dazu. Mit Martin Luther und der ab 1517 einsetzenden Reformation änderte sich mit der neuen Liturgie auch die Musik im evangelischen Gottesdienst. "Vor der Reformation wurden im Gottesdienst lateinische Choräle gesungen", sagt Rolf Schwieger. "Auf den Musikliebhaber Martin Luther, der die Kraft der Musik erkannte, geht die noch heute gesungene und gespielte Musik in den evangelischen Kirchen zurück. Von ihm stammen viele deutsche Texte, die als Kirchenlieder vertont wurden und sich noch heute im evangelischen Gesangsbuch finden."

"Musik zur Reformation für zwei Violinen und Orgel" lautete der Titel für das Konzert im Rahmen der kirchlichen Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum, zu dem die Evangelische Reformationsgemeinde Westhavelland am vergangenen Sonntagnachmittag in der Kirche Nennhausen eingeladen hatte. Die Rathenower Musikerinnen Beate Schwieger und Andrea Wernicke (Violine) und die ehemalige Kantorin Hanna Seefeld (Orgel) spielten Musik aus der Zeit zwischen um 1517 bis 1648, dem Ende des Dreißigjährigen Krieges.

"In der Musik jener Tage gab es noch keine Unterscheidung in U- und E-Musik", so Rolf Schwieger weiter, der das Konzert fachkundig moderierte. "Jede Musik war Abwechslung, Unterhaltung oder Andacht." Natürlich gehörte auch Luthers "Eine feste Burg ist unser Gott", noch heute eines der bekanntesten evangelischen Lieder, zu den Titeln des einstündigen Konzerts. Das Trio spielte zwei musikalische Bearbeitungen des Chorals.

"In der Zeit der Einführung der Reformation wurde auch, ganz ökumenisch, Musik katholischer Komponisten gespielt", meint Schwieger. "Irgendwie war Toleranz schon damals am Brandenburger und später Preußischen Hof eine Grundlage für Regierungshandeln." So wirkte in den Jahren 1612 bis 1616 der Pole Adam Jarzebski am Hofe des Brandenburger Kurfürsten Johann Sigismund. Im Kurfürstentum Brandenburg wurde bereits unter seinem Ur-Großvater 1539 die Reformation eingeführt.

Am Sonntag, 21. Mai, lädt die Evangelische Reformationsgemeinde um 12.00 Uhr zum zentralen Gottesdienst mit Superintendent Thomas Tutzschke und ab 15.00 Uhr zum Konzert "Improvisationen zu Luther-Liedern" mit den Musikern Sandro Huxdorf und Christian Weißgärber in die Kirche Kotzen ein. Der traditionelle Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt in der Buckower Kirche findet am 25. Mai um 14.00 Uhr statt.

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