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Plastikmüll bringt Zehntausenden Meerestieren den Tod

Eine Plastiktüte schwimmt über Korallen im Roten Meer in Ägypten. Die Vermüllung der Meere steht im Mittelpunkt einer am 30. Mai beginnenden dreitägigen Konferenz mit Vertretern der G20-Staaten in Bremen.
Eine Plastiktüte schwimmt über Korallen im Roten Meer in Ägypten. Die Vermüllung der Meere steht im Mittelpunkt einer am 30. Mai beginnenden dreitägigen Konferenz mit Vertretern der G20-Staaten in Bremen. © Foto: dpa
30.05.2017, 08:21 Uhr
Bremen (dpa) Jedes Jahr verschmutzen Millionen Tonnen Plastikmüll Ozeane, Flüsse, Seen und Gewässer auf der ganzen Welt. Ein Ende der Vermüllung ist nicht in Sicht. Ein Aktionsplan der G20-Staaten soll helfen.

Plastik ist aus dem Alltag nicht wegzudenken. Doch längst belastet der Müll nicht mehr gebrauchter Plastikartikel wie Tüten, Geschirr, Besteck, Möbel, Folien die Umwelt - vor allem die Meere. Nach Schätzungen schwimmen in den Weltmeeren mehr als 140 Millionen Tonnen Plastik, und jedes Jahr werden es mehr. Seit Jahren beklagen Umwelt- und Naturschützer diese Entwicklung. Jetzt wollen die G20-Staaten einen Aktionsplan gegen die Vermüllung aufstellen.

Wie gefährlich ist dieser Müll in den Meeren?

"In den abgelegensten Gebieten wie in der Arktis und Antarktis, wo man hinsieht, sieht man Plastikmüll", sagt Sandra Schöttner von Greenpeace. Für Fische, Muscheln, Meeresfrüchte sei Mikroplastik eine Bedrohung. Plastikpartikel seien schon in Kabeljau, Thunfisch und anderen Fischen nachgewiesen worden. Schon vor Jahren kritisierte der BUND, dass Tiere mit vollem Plastikmagen verhungerten. Etwa 100 000 Meerestiere verenden jährlich an der Vermüllung.

Ist das auch für Menschen gefährlich?

Plastikabfälle seien nicht harmlos, enthielten chlorierte Kohlenwasserstoffe, Verhärter oder Weichmacher, sagt Katja Ziebarth, Meeresschutzreferentin des BUND Bremen. Diese Kleinteile würden von Würmern, Muscheln, Krebsen gefiltert, die dann als Nahrung der Fische dienten. Erforscht sind Auswirkungen auf den Menschen noch nicht. Das Thema steht erst seit wenigen Jahren im Fokus der Wissenschaft. "Es ist aber davon auszugehen, dass Mikroplastik über die Nahrungskette auch wieder auf unseren Tellern landet", sagt Schöttner.

Wird der Plastikmüll in den Meeren abgebaut?

Der Plastikmüll wird uns Experten zufolge noch viele hundert wenn nicht tausend Jahre beschäftigen. Plastik zersetzt sich, bleibt aber in kleinsten Teilchen, sogenannter Mikroplastik erhalten. Der größte Teil des Plastikmülls im Meer ist unsichtbar. Etwa 15 Prozent halten sich an der Oberfläche, nur 5 Prozent gelangen an die Strände. Ein niedersächsisches Forschungsprojekt des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) in Wilhelmshaven befasst sich seit August 2016 mit dem Plastikmüll in der Nordsee. Dabei geht es um sogenannte Makroplastik-Teile ab einer Größe von fünf Millimetern und deren Ausbreitung in der südlichen Nordsee.

Sind alle Länder gleich betroffen? Wie lässt sich Abhilfe schaffen?

Es ist ein weltweites Problem. Jährlich würden auf der ganzen Welt rund 300 Millionen Tonnen Plastikmüll produziert, sagt Jörg-Olaf Wolff vom ICBM. Es sei wichtig, den Blick in alle Regionen der Erde zu werfen. "Als erster Schritt, um die weitere Vermüllung zu stoppen, muss nicht mehr so viel Plastik produziert werden. Und aus der Kosmetik-Herstellung sollten flüssige, gel- und wachsartige Mikrokunststoffe ganz verschwinden", sagt Greenpeace-Expertin Schöttner.

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Frank Schneider 13.03.2018 - 15:47:46

Es ist zum Verzweifeln

Googel mal: Kairo Müll

Piefke Saga 13.03.2018 - 12:59:54

Schwimmende Müllsammelroboter auf den Weltmeeren

Nun, mittlerweile gibt es Staubsauger, die selbständig die Wohnung durchkämmen und sich um den Boden kümmern. Es gibt Rasenmäher, die sich um das wachsende Gras im Garten kümmern. Warum baut man nicht flächenmäßig riesige Plastik-Müllsammler, die auf den Ozeanen schwimmen? Flächenmäßig riesig, weil sie eine große Fläche für Solarzellen benötigen, die sie von der Sonne versorgt, zu Selbstläufern machen. Solarzellen, die auf schwimmfähigen Platten, wie Ponton-Brücken, montiert sind. Platten, die nicht starr miteinander verbunden sind, sich dadurch dem Wellengang anpassen können. Das Müllsammeln könnte mit sehr breiten Förderbändern funktionieren, die teils im Wasser, teils über einen Sammelbehälter, wie Mähdrescher gleich, das Wasser durchkämmen. Es könnten mehrere Förderbänder laufen. Sie transportieren den Müll in Auffangnetze oder Behälter, die über und/oder unterhalb der Wasseroberfläche schwimmen. Vor den Förderbändern befinden sich kammgleich Stäbe, die verhindern sollen, dass zu große Körper auf das Förderband geraten. Da die Bänder relativ langsam laufen, sollten sie kaum eine Gefahr für die Tierwelt sein. Auf diesen Anlagen könnte ein Wohnbereich (Container) für Personal integriert werden, das sich um die Wartung der Anlage kümmert, als auch um etwaige Notfälle. Ein Bereich, der auch als Steuerzentrale genutzt werden könnte. Man könnte die Anlage sicherlich so konstruieren, dass sie von der Ferne aus gesteuert wird oder sich programmiert selber steuert. Sind die Sammelnetze oder die Sammelbehälter voll, dann kümmert sich ein Versorgungsschiff um die Entleerung oder tauscht einfach nur die Behälter oder Netze aus. Der gesammelte Plastikmüll wird zu Sammelstationen und später zu Entsorgungseinrichtungen transportiert, auf alle Fälle wäre er raus dem Meer. Wer das bezahlen soll? Nun, weil alle diesen Müll verursachen, sollten die Kosten auch von allen getragen werden. Diesbezüglich fallen mir die Vereinten Nationen ein. P. Saga

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