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Bewegung ohne Altersgrenze

Überdimensioniert: Siegrid Schmiel wirft den riesigen Basketball aus Plastik zielsicher in Richtung Korb - und trifft.
Überdimensioniert: Siegrid Schmiel wirft den riesigen Basketball aus Plastik zielsicher in Richtung Korb - und trifft. © Foto: Andreas Gora
Julia Lehmann / 07.06.2017, 18:55 Uhr
Eberswalde (MOZ) Bewegung ist in jedem Alter wichtig. Diesen Grundsatz pflegen seit mehr als 20 Jahren die Barnimer Sportwochen. Auftakt geben jedes Jahr die Senioren. Ihr Sportfest brachte am Mittwoch 160 Teilnehmer zusammen. In der kommenden Woche folgen die Kleinen beim Kitasportfest.

In den allermeisten Fällen ist es doch so: Entweder man treibt gern und regelmäßig Sport oder man drückt sich bei jeder Gelegenheit drumherum. Bei den Barnimer Sportwochen dürfte von der zweiten Gruppe wohl kaum jemand vertreten sein. Auch nicht unter den ältesten Teilnehmern, die die Woche mit einem Seniorensportfest am Mittwoch eröffnet haben, ist das so.

160 Senioren stehen auf dem grünen Kunstrasen im Westendstadion des SV Motor Eberswalde und marschieren im Gleichschritt. Das ist lediglich die Aufwärmung, die Andrea Schmiel - vorn auf der Empore stehend - mit den Teilnehmern macht. Anschließend geht es los. 20 Stationen sind, über das Spielfeld verteilt, aufgebaut worden. Mindestens zwölf davon sollen die Männer und Frauen absolvieren und auf einer Teilnahmekarte festhalten. Damit können sie an der Tombola teilnehmen. Die meisten Senioren sind in Vereinen und Sportgruppen organisiert. Unter den 30 Teams war am Ende ein Mannschaftssieger mit einem Pokal belohnt worden: Platz eins belegt die Sportgruppe der VSG Seefeld (Werneuchen), Platz zwei geht nach Biesenthal und der Platz drei an das DRK Niederbarnim.

Um den Sieg gehe es aber nicht vordergründig, sagt Ron Jordan, Geschäftsführer vom Kreissportbund (KSB), der die Barnimer Sportwochen gemeinsam mit dem Kreisseniorenbeirat durchführt. "Es geht weder um Schnelligkeit, Höhe oder Weite. Sondern um Spaß an der Bewegung", sagt der 46-Jährige. Sei es einen riesigen aufblasbaren Basketball in einen entsprechend großen Korb zu werfen, Gummistiefelweitwurf, Lasergewehrschießen, Tischtennis oder einen Nagel möglichst schnell ins Holz zu schlagen - wichtig sei es, ein Sportangebot zu unterbreiten, das jeder kann, um für mehr Bewegung in der Bevölkerung zu werben. Erfolge würden sich an den steigenden Mitgliederzahlen in den Vereinen zeigen. Vor allem Breitensportarten wie Fußball würden problemlos Nachwuchs finden, sagt Jordan.

Siegrid Schmiel muss niemand mehr überzeugen. Selbstbewusst versenkt sie den riesigen Basketball im Korb. Seit ihrem zehnten Lebensjahr macht die 70-Jährige in der knalligen pinkfarbenen Trainingsjacke Sport. Bis vor zehn Jahren etwa habe sie aktiv Badminton gespielt, sagt sie. Im Rahmen der Senioren-Sportgruppe des SV Motor Eberswalde, zu der sie gehört, würden heute aber eher Kegeln und Schwimmen im Vordergrund stehen. Unter den 16 Frauen der Gruppe gibt es leider keinen einzigen Mann, berichtet Siegrid Schmiel. Dabei seien sie durchaus offen für ein paar männliche Mitglieder.

Die Frage nach neuen Mitgliedern stellt sich auch in anderen Senioren-Organisationen. Beim Ortsverband Eberswalde des Brandenburgischen Seniorenverbands sei die Zahl der Mitglieder seit 2002 von 175 auf 58 gesunken, berichtet Ingrid Säger. Gründe sehe sie im steigenden Alter und zunehmenden Erkrankungen, die es unmöglich machen, an sportlichen Aktivitäten und Ausflügen teilzunehmen. "Irgendwann werden wir uns ernsthaft Gedanken machen müssen," sagt die 76-Jährige.

In Oderberg scheint das etwas anders zu sein. Die Seniorengruppe des Grün-Weiß-90 Oderberg hat zur Zeit 139 Mitglieder. "Und das bei 2000 Einwohnern in Oderberg, davon 900 im Rentenalter", sagt Margot Pianka. Sie ist mit 84 Jahren das älteste Mitglied. Da Oderberg so abgelegen ist, würden sich mehr alte Menschen im Verein organisieren - und bleiben, meint sie.

Für das Kindersportfest am 14. Juni im Sportzentrum Westend werden etwa 600 Kinder aus dem gesamten Landkreis erwartet. Beginn ist 13 Uhr. Freitag findet ab neun Uhr des Tag des Sports im "Fit & Fun" statt. Und am darauffolgenden Mittwoch findet ab neun Uhr mit etwa 500 Gästen das Integrative Sportfest im Fritz Lesch-Stadion statt.

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Carsten Zinn 07.06.2017 - 21:03:43

Wie wärs statt Ingrid Säger mit Ingrid Präger..

beim Ortsverband des Brandenburger Seniorenverbandes. Ich bitte um zeitnahe redaktionele Beachtung.

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