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Wulkower Demeter-Imker Jasper Heilmann will die Zahl seiner Völker fast verdoppeln

Wo Bienen noch selbst bauen dürfen

Beim Honig-Schleudern: Jasper Heilmann hat seine Schleuderküche im Rathstocker Erz-Hof eingerichtet.
Beim Honig-Schleudern: Jasper Heilmann hat seine Schleuderküche im Rathstocker Erz-Hof eingerichtet. © Foto: MOZ/Ulf Grieger
Ulf Grieger / 09.06.2017, 07:15 Uhr
Rathstock (MOZ) Jasper Heilmann ist der erste Imker in Brandenburg, der nach den strengen Demeter-Richtlinien arbeitet. Jetzt will er die Zahl seiner Bienenvölker von derzeit 40 auf mindestens 70 erhöhen.

Vom Freizeit- zum Nebenerwerbs Imker hat er es schon geschafft. Jasper Heilmann berät hauptberuflich Landwirte, die nach den strengen ökologischen Richtlinien des Demeter-Anbauverbandes wirtschaften. Zum Pressetermin hatte er in seine Schleuderküche geladen, die er sich auf dem Bauernhof Erz am Rathstocker Ortseingang an der B112 eingerichtet hat. Zu Hause ist er in Wulkow bei Booßen, wo er mit seiner Partnerin Hanna Schirm einen Schulbienengarten am Ökospeicher eingerichtet hat.

Mit dem Rapsertrag seiner 40 Völker, den er gerade schleudert, zeigt sich Jasper Heilmann ganz zufrieden. Doch nach der Rapsblüte sieht es mager aus auf den Feldern im Oderbruch. Deshalb plant er nun, mit einigen Völkern nach Berlin zu reisen, um dort von der Lindenblüte zu profitieren. Daran, auf die vielen Wildblumenreichen Wiesen des Warthebruchs auszuweichen, ist der Demeter-Imker noch nicht gekommen. Obwohl er schon seit einige Jahren im Grenzgebiet imkert.

Doch was ist das Besondere am Demeter-Imkern? Vor sechs Jahren hat die Anbauvereinigung dazu eine Richtlinie herausgebracht, die das erläutert. Darin heißt es: "Die Honigbienen sind seit ältester Zeit Kulturbegleiter des Menschen. Ihre Lebensweise verbindet die Bienenvölker intensiv mit den Eigenschaften und klimatischen Rhythmen der Umgebung ihres Standorts. Die Beziehung des Menschen zum Bienenstock lässt sich nicht ohne Weiteres mit der Beziehung zu den anderen Haustieren vergleichen. Dennoch sind die Bienenvölker - heute mehr denn je - auf die pflegende Betreuung durch den Menschen angewiesen." Der Imker sollte sich vor allem durch die Eigenarten der Honigbiene leiten lassen. Durch den großen Flugradius der Bienen sei nicht zu erwarten, dass sie unter den in Mitteleuropa vorherrschenden Verhältnissen nur oder überwiegend biologisch-dynamisch bewirtschaftete Flächen befliegen.

Das Entscheidende der Demeter-Bienenhaltung sei deshalb nicht wie bei anderen Haustier-Arten die Bindung an die Futterflächen des Betriebes, sondern die Art und Weise dieser wesens-gemäßen Bienenhaltung.

Die besteht zum Beispiel darin, dass sich Jasper Heilmann beim Entstehen neuer Völker auf die Schwarmbildung verlassen muss. Dies passiert aber nur unter besonderen Bedingungen, die er nicht verpassen darf. "Und wenn das gerade in die Zeit fällt, da eigentlich der Honig geschleudert werden muss, kann das ganz schön stressig werden" sagt Heilmann. Er will in diesem Jahr die Zahl seiner Völker von 40 auf 70 erhöhen.

Ein anderer Punkt ist der Verzicht auf künstliche Wabenwände. "Bei mir dürfen die Bienen ihre Waben noch selbst bauen. Das ist beim Honig auch zu schmecken", sagt Heilmann. Damit vermeidet er zudem, dass falsches Wachs genommen wird. Den Verlust von etwa fünf Kilo Honig pro Jahr und Volk nimmt er dafür in Kauf.

https://www.demeter.de/richtlinien

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