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Schüler in den Pferdewochen

Spannend: Am letzten Tag durften die Siebtklässler direkt am und um das Pferd arbeiten
Spannend: Am letzten Tag durften die Siebtklässler direkt am und um das Pferd arbeiten © Foto: MOZ/Nicole Höhne
Jens Sell / 14.06.2017, 19:29 Uhr
Strausberg (MOZ) Verschiedene Projekte werden an der Lise-Meitner-Oberschule genutzt, um Schülern den Weg in die Arbeitswelt zu erleichtern. Orientierung auf diesem Weg geben Praktika. In diesem Monat erlebten die Siebtklässler ihre Pferdewochen in Münchehofe.

Es geht weniger um Deutsch oder Mathematik bei diesen Pferdewochen. Doch erweitern die Siebtklässler der Lise-Meitner-Oberschule - und zum Teil auch ihre Klassenlehrer - in Strausberg-Vorstadt dabei schon mal ihren Wortschatz. Um das Wort "Abäppeln" zum Beispiel. Das bezeichnet das Abharken und Aufgabeln von Pferdeäpfeln auf der Koppel, denn wie man weiß, hinterlassen Pferde ihre Haufen ganz locker auch mal im Gehen.

Zum Abäppeln seien sich die Schüler ihrer 7. Klasse nicht zu schade gewesen, berichtet Klassenleiterin Nicole Hoehne. Froh seien sie gewesen, eine Woche lang dem Schulalltag zu entfliehen und auf dem Reiterhof Pferdeland in Münchehofe diese und andere Arbeiten rund ums Pferd und das Reiten zu erlernen und zu erledigen.

Seit Jahren arbeitet die Oberschule in der Vorstadt mit dem Pferdeland Münchehofe zusammen. Möglich wird das durch das Förderprogramm "Initiative Sekundarstufe I" des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport. Das Ganze dient der Berufsorientierung, wenngleich klar ist, dass nicht alle Mädchen - und Jungen - auf Reiterhöfen arbeiten können. In Kleingruppen erhalten die Schüler eine Woche lang unter Anleitung geschulter Dozenten erste Einblicke in verschiedene Gewerke, die bei der Arbeit auf dem Bauernhof und speziell bei Pferdehaltern anfallen. Die Jungen und Mädchen haben Zäune gebaut und repariert. Sie schleppten zugeschnittene Rundhölzer, zogen Kabel an Weidezäunen, bauten Schränke für Pferdeställe und pflasterten sogar den Eingangsbereich einer Pferdebox. Bei schönem Wetter war der Spaß an der Arbeit freilich doppelt groß. Selbst Metallarbeiten wie das schlichte Durchsägen von Rohren wurden mit Eifer erledigt. Mist abfahren, das Pferdegeschirr pflegen, hüfthohe Palisadenwände errichten - die Vielfalt der auf dem Pferdeland anfallenden Arbeiten ist groß und entsprechend der Einblick in die unterschiedlichsten Bereiche. "So mancher Schüler überraschte seine Klassenlehrer durch unbändigen Fleiß und handwerkliches Geschick", berichtet Nicole Hoehne. Die Motivation lag auf der Hand: Am letzten Tag der Pferdewoche durften sie ans Pferd. Die Reittiere wurden gestriegelt und für den darauffolgenden Ausritt herausgeputzt. Auch da gab es viel zu lernen. Der Ausritt schließlich gestaltete sich zum Höhepunkt der Woche. "Wir danken Michael Höse und Yvonne Gille ganz herzlich für diese klasse Zusammenarbeit", sagt die Klassenlehrerin.

"Eine Woche, in der nicht in Mathematik Brüche erweitert, in Deutsch Grammatik gepaukt und in Englisch Shortstories gelesen wurden", sagt Schulleiterin Angelika Bernert, "eine Woche aber auch, in der vielleicht noch wichtigere Sachen fürs Leben gelernt wurden." Denn wenn auch am Dienstag die letzten Englisch-Prüfungen gelaufen sind, so sind die Noten und das vermittelte Wissen nicht alles, was die Leiterin der Lise-Meitner-Oberschule als ihre Mission versteht. Den jungen Menschen eine Vorstellung von der Vielfalt der Berufe und dem Alltag in der Arbeitswelt zu vermitteln, sei ebenfalls wichtig. "Und in der Berufsorientierung sehe ich uns ganz gut aufgestellt", sagt sie. Denn wenn sie am 18. Juli die Abschlusszeugnisse an die Zehntklässler überreicht, will sie bei den meisten von ihnen die Gewissheit haben, dass sie wissen, welchen Beruf sie anstreben. Es kann auch gern der Pferdewirt sein.

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