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Bewerber lehnen direktes Duell ab

Steffen Göttmann / 15.06.2017, 19:25 Uhr
Wriezen (MOZ) Das erste Rededuell von Jutta Werbelow (SPD) und Karsten Ilm (CDU) beim Gewerbeverein Wriezen spiegelt sich nur im Vergleich wider, den die Gäste ziehen konnten. Die beiden Bewerber um den Stuhl des Bürgermeisters stellten sich nacheinander den Fragen der 23 Gäste.

"Wir sollten das Inseldenken in Wriezen aufgeben und nicht denken, wir wissen alles und können es sowieso besser", warb Jutta Werbelow am Mittwochabend für die Bildung von Netzwerken in die Runde, die von Burkhard Miesterfeld moderiert wurde. Es sei der Wunsch beider Kandidaten gewesen, in der Gaststätte "Zum Ferkel" nicht wie in einem TV-Duell aufeinanderzutreffen, sondern sich nacheinander den Fragen zu stellen. "Diesen Wünschen haben wir uns gebeugt", sagte Burkhard Miesterfeld.

Seit zehn Jahren sei sie in der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen des Landes, habe Praktika bei der Landesregierung gemacht."Ich will nicht wegen des Geldes Bürgermeisterin werden, sondern weil mir Kommunalpolitik Spaß macht", versicherte Jutta Werbelow. Als Bauingenieurin arbeite sie in der Firma ihres Lebensgefährten mit und verdiene gut dabei. Sie werde häufig gefragt, ob sie nicht zu alt sei. "Ich habe keinen Herzschrittmacher und nehme keine Tabletten", sagte sie.

Jutta Werbelow hat in der Kommunalpolitik als Fraktionsvorsitzende der SPD in der Stadtverordnetenversammlung, Ausschussvorsitzende und Ortsvorsteherin von Eichwerder Erfahrungen gesammelt. Sie legte bei dem Gespräch immer wieder den Finger in die Wunde, wo es ihrer Auffassung nach in Wriezen klemmt, zum Beispiel bei der Ausstattung der Feuerwehr, dem Bau der Lüdersdorfer Kita und der Informationspolitik im Rathaus. Dabei erntete sie den Widerspruch von Werner Selle (FDP) und Eberhard Tonne (CDU), die das Gespräch mitverfolgten.

Bei der Feuerwehr müsse eine Bestandsanalyse gemacht werden und dann je nach Dringlichkeit investiert werden, erklärte sie auf eine Frage von Burkhard Miesterfeld. Die Planung für das marode Feuerwehrdepot der Kernstadt hätte ihrer Auffassung nach längst begonnen werden müssen.

Was unterscheidet Sie von den anderen Kandidaten?" fragte Dirk Möller. "Viele Wriezener sind sauer, weil vieles hinterher rauskommt. Ich will, dass alles offen auf den Tisch kommt."

Karsten Ilm (CDU), Jahrgang 1972, arbeitet seit 2007 in der Wriezener Stadtverwaltung und seit 2012 als Fachbereichsleiter des Bau- und Ordnungsamtes und besitzt einen Abschluss als Verwaltungsfachwirt. Sein Slogan ist das "lebendige Wriezen", das er durch einen Generationswechsel herbeiführen will. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, müsse sich Wriezen als attraktiver Wohnort mit vielfältigen Schultypen präsentieren und junge Familien anlocken. Nur so sei ein Wriezen "8000 Plus" zu erreichen.

Dazu sei es erforderlich Bauland zu schaffen und eine gute Nahversorgung in der Innenstadt. "Gerade in der Kernstadt sollten wir das altersgerechte Wohnen ausbauen", so Ilm.

Auf die Frage von Werner Selle (FDP) nach seinem Führungsstil, betonte Ilm, dass er sich als Vermittler sehe und Menschen zusammenbringen wolle. Es liege ihm fern, irgendjemand eine Schuld für die aktuelle Situation in Wriezen in die Schuhe zu schieben. "Ich stehe für einen Generations- und damit auch für einen Politikwechsel in dieser Stadt", so Ilm.

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