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Überraschungen beim OderKurz-Filmspektakel im Theater am Rand / Wanderkino-Programm ab September auch in der Region

Deutschlandpremiere in Zollbrücke

Beim Publikumsgespräch: Kemal Cantürk, einer der Protagonisten in "Dragon Circle", und Moderatorin Almut Undisz im Theater am Rand in Zollbrücke
Beim Publikumsgespräch: Kemal Cantürk, einer der Protagonisten in "Dragon Circle", und Moderatorin Almut Undisz im Theater am Rand in Zollbrücke © Foto: MOZ/Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 27.06.2017, 06:40 Uhr
Zollbrücke (MOZ) Im nationalen Wettbewerb des siebten OderKurz-Filmspektakels im Theater am Rand in Zollbrücke setzte sich am Sonnabend "Dragon Circle" (Regie: Gertrud Schulte Westenberg) vor "Emily must wait" (Christian Wittmoser) und "Lost in Hope" (Aline Hochscheid) durch.

Bereits am Vortag hatten die Zuschauer ihre Favoriten im internationalen Wettbewerb gewählt: "Noyade Interdite" (Mélanie Laleu, Frankreich), "Born of Stone" (Emilio Bellu, Italien/Tschechien) und "Ayny - My Second Eye" (Ahmad Saleh, Jordanien/Palästina/Deutschland).

"Born of Stone" sollte dann wohl vor allem beim Wanderkino-Programm in Letschin und Buckow auf Interesse stoßen. Geht es darin doch um Pinuccio Sciola (1942-2016), einem italienischen Bildhauer, der Steinen Töne entlockte. Mit Kurt Zirwes in Ruhlsdorf hat der Sarde nämlich so etwas wie einen Kollegen in der Region. Und so empfahl Thomas Winkelkotte, Moderator des vierten internationalen Abends im Rahmen des OderKurz-Filmspektakels, dann auch einen Besuch auf dem Findlingshof Strausberg. Erstmals lag die Entscheidung jedoch in den Händen des Publikums, das seine Favoriten aus der Jury-Vorauswahl von zehn aus 210 Filmen per Stimmzettel treffen musste.

Organisationsleiterin Laura Undisz, hatte das Festival bereits zweisprachig eröffnet und auch die mit Untertiteln versehenen Filme waren durchaus eine Herausforderung. "283 Frogs" (Genadzi Buto, Weißrussland) zum Beispiel war mit einer Minute Spiellänge der Kürzeste, aber gerade deshalb musste man genau hinsehen, wurden darin doch 283 tote Frösche fast wie in einem Daumenkino wieder zum Leben erweckt.

Diskutiert wurde in der Pause unter anderem über "Il Silenzio" (Ali und Farnoosh Samadi, Italien/Frankreich) und das darin im Mittelpunkt stehende kurdische Mädchen, das seiner Mutter bei einem Arztbesuch übersetzen soll und doch schweigt. Der Film war nicht der einzige Beitrag des OderKurz-Filmspektakels, der sich mit dem Thema Füchtlinge auseinandersetzte.

Laura Undisz zeigte sich trotz noch freier Plätze auf den Rängen an beiden Abenden nicht unzufrieden mit der Resonanz, hatten jüngere Besucher hinten auf der Wiese doch auch an die zehn Zelte aufgebaut, um dort zu übernachten. Schließlich wartete im Anschluss bis nachts halb zwei noch das "Spektakel spezial" mit sehenswerten Kurzfilmen, die es zwar nicht in die engere Auswahl der beiden Jurys geschafft hatten, aber dennoch für sehenswert erachtet worden waren. "Wir hatten unseren Spaß", kommentierte Laura Undisz auch das Kinderprogramm am Sonnabend, dass aus ihrer Sicht jedoch mehr Besucher verdient gehabt hätte. Auf Zuschauerfrage gab sie in einer Pause am Abend offen zu, dass man sich beim OderKurz-Filmspektakel wohl immer noch oder immer wieder in der Probierphase befindet. Dem Besucher wäre nämlich auch eine Abstimmung nach Kategorien - also Dokumentation und Animation - lieber gewesen. "Das hatten wir noch nicht", meinte die 27-Jährige. Ein Fazit wolle das Festival-Team demnächst in aller Ruhe ziehen. Nachgedacht werden müsse dann auch darüber, ob es bei der diesmal praktizierten Vorverlegung der Veranstaltung vom September in den Juni bleiben soll. Unabhängig davon werde, so Laura Undisz, der nächste Wettbewerb aber wieder im Herbst ausgeschrieben.

Überraschungen scheinen ohnehin nie ganz ausgeschlossen. So musste das erstmals open air geplante "Spektakel spezial" wetterbedingt doch drinnen stattfinden. Dafür zauberte Luise Ohly am Sonnabend auf Bitte von Jascha Fibich zwischendurch eine kleine Feuershow. Der Student aus Weimar hatte mit der nationalen Jury nicht nur 180 Filme geschaut, sondern jetzt auch eine Kamera dabei. Sein Film könnte, so Jury-Kollegin und Moderatorin des zweiten Abends Almut Undisz, dann vielleicht schon das Wanderkino-Programm im Herbst eröffnen. Und Regisseur Leonard Garner verriet fast zum Schluss und eher nebenbei, dass sein Beitrag "MMF" in Zollbrücke Deutschlandpremiere feierte.

Mehr zum Festival


■Weitere Informationen unter anderem zu den acht Stationen des am 26. September in Letschin startenden Wanderkino-Programms sind unter www.oderkurz-filmspektakel.de zu finden.
■Über diesen Webauftritt wird im Herbst auch wieder die Ausschreibung für den neuen Wettbewerb veröffentlicht.
■Wer künftig nichts verpassen will, kann sich per E-Mail an info@oderkurz-filmspektakel.de mit dem Betreff "OderKurz Newsletter" wenden.

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