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Unterbezirk der Sozialdemokraten nominiert Sozialbeigeordneten als Oberbürgermeisterkandidat

Bürgermeister
SPD schickt Ullrich in die OB-Wahl

Oberbürgermeisterkandidat: Jens-Marcel Ullrich bei seiner Bewerbungsrede am Donnerstagabend in Rosengarten, bei der eine große Mehrheit der anwesenden SPD-Mitglieder für seine Nominierung stimmte.
Oberbürgermeisterkandidat: Jens-Marcel Ullrich bei seiner Bewerbungsrede am Donnerstagabend in Rosengarten, bei der eine große Mehrheit der anwesenden SPD-Mitglieder für seine Nominierung stimmte. © Foto: MOZ/Thomas Gutke
Thomas Gutke / 01.07.2017, 07:12 Uhr - Aktualisiert 02.03.2018, 13:59
Frankfurt (Oder) (MOZ) Jens-Marcel Ullrich tritt im Frühjahr 2018 für die SPD zur Oberbürgermeisterwahl an. Bei der Kandidatenkür des Unterbezirkes in Rosengarten sprach sich eine deutliche Mehrheit der Anwesenden für den Sozialdezernenten aus. Seine Kontrahenten sind (bislang) der amtierende OB Martin Wilke (parteilos) sowie Markus Derling (CDU).

"Ich bin überwältigt", freute sich Jens-Marcel Ullrich nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses: Von den 25 in "Wuppis Tränke" anwesenden Parteimitgliedern stimmten 21 für ihn, zwei dagegen, zwei weitere enthielten sich. Einen Gegenkandidaten für den zuvor bereits vom Vorstand vorgeschlagenen und in den Ortsvereinen als OB-Anwärter bestätigten Beigeordneten gab es nicht. "Vielen Dank für das Vertrauen, das für mich aber auch Verpflichtung ist", so Ullrich.

Dass sich der 49-Jährige tatsächlich für den Oberbürgermeisterposten bewirbt, davon war bis vor wenigen Monaten noch nicht unbedingt auszugehen. Der Kreisverband der Linken, berichtete Ullrich in seiner Bewerbungsrede, hatte ihm zunächst ein Bündnis mit René Wilke als Spitzenkandidat vorgeschlagen. Der Frankfurter Landtagsabgeordnete habe mit einem parteiübergreifenden Team zur Wahl antreten wollen, darunter mit Ullrich als dann auch künftigem Sozialbeigeordneten. Die Idee fand bei der SPD zunächst Zustimmung. "Doch auch unter dem Eindruck des Martin-Schulz-Hypes wuchs dann in der Parteibasis die Erwartungshaltung, einen eigenen Kandidaten aufzustellen", erklärte er.

Jens-Marcel Ullrich wurde in Leipzig geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder. Stationen seines beruflichen Werdegangs nach der Ausbildung zum Mechaniker mit Abitur 1987 waren das Halbleiterwerk, das Institut für Halbleiterphysik, die Landesversicherungsanstalt sowie der Awo-Kreisverband Frankfurt. Dort war er bis 2010 als Geschäftsführer tätig, ehe er Sozialbeigeordneter wurde. Darüber hinaus war (und ist) er in verschiedenen Positionen als Arbeitnehmervertreter, Gewerkschafter, SPD-Parteimitglied sowie als Stadtverordneter aktiv.

In seine Zuständigkeit als Dezernent fallen die Gebiete Soziales, Gesundheit, Schulen, Sport und Jugend. Darüber hinaus hat Ullrich in den vergangenen Jahren - durch die faktische Auflösung des Dezernates I aufgrund der nach Potsdam abgeordneten Claudia Possardt - auch Verantwortung für viele weitere Themen mit übernommen. Darunter die Umsetzung des Personalkonzeptes sowie den Brandschutz und das Rettungswesen.

Ullrich selbst zählt eine Reihe von Schulsanierungen zu seinen politischen Erfolgen als Beigeordneter, ebenso Entlastungen bei den Kitabeiträgen ab Oktober sowie die Erarbeitung der Sportförderrichtlinie. Für die Schulen und Sportstätten wolle er sich auch künftig stark machen und dafür mehr Geld zur Verfügung stellen. "25 Millionen Euro Reparatur- und Investitionsrückstau sind ein Unding", so Ullrich.

In seiner Rede sprach er sich auch für einen faireren Umgang aller Entscheidungsträger in der Stadt aus. "Wir müssen wieder für mehr Harmonie zwischen Verwaltung und SVV sorgen", sagte der Beigeordnete. Dazu gehöre für ihn sowohl eine personelle Kontinuität mit Fachleuten innerhalb der Verwaltung als auch eine ehrliche Debatte mit den Stadtverordneten darüber, wo mit den begrenzten Mitteln Schwerpunkte gesetzt werden.

Besonders harmonisch dürfte es in den kommenden Monaten bei Dienstberatungen innerhalb der Rathausspitze indes eher nicht zugehen. Denn nach der Kandidatur von Ullrich ist klar: die komplette Rathausspitze tritt im Frühjahr 2018 zu den Oberbürgermeisterwahlen an. Vor zwei Wochen hatte bereits der Bau- und Kulturbeigeordnete Markus Derling (CDU) erklärt, kandidieren zu wollen. Vorher müssen darüber noch die Mitglieder des CDU-Kreisverbandes entscheiden. Außerdem stellt sich auch der amtierende Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos) für eine zweite Amtszeit zur Wahl, wobei ihm bisher die Unterstützung aus den Reihen der etablierten Parteien fehlt. Die Linken haben bisher noch nicht entschieden, ob sie einen der drei Kandidaten unterstützen oder einen eigenen Bewerber ins Rennen schicken - der dann aller Voraussicht nach René Wilke hieße.

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