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Wird die Panke ein strudelnder Fluss?

Die Panke in Zepernick
Die Panke in Zepernick © Foto:
FOSCHROEDERN / 29.05.2008, 08:02 Uhr
Bernau Sie mag einem kaum auffallen. Bescheiden und beschaulich fließt die Panke durch den Barnim um letztlich in Berlin-Mitte in die Spree zu münden. Dennoch steht sie im Mittelpunkt eines Gemeinschaftsprojekts der Länder Berlin und Brandenburg, durch das sie renaturiert werden soll.

Die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz und das Landesumweltamt Brandenburg hatten zum dritten Mal zum Tag der Panke eingeladen. Diesmal fand er in der Bernauer Stadthalle statt. Bereits 2003 und 2005 gab es Informationsveranstaltungen dieser Art im Rathaus Pankow. So begrüßte der Bernauer Bürgermeister Hubert Handke, dass diesmal der Tag der Panke an seine Quelle zurückgekehrt sei, zumal schon seit alters her das berühmte Bernauer Bier seinen guten Ruf dem Pankewasser verdankte.

Europa ist auch für die Panke von Bedeutung. Im Dezember 2000 trat die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union in Kraft. Danach sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, bis 2015 alle Oberflächengewässer und das Grundwasser in einen, wie es heißt, "guten Zustand" zu bringen. Dabei spielen unter anderem Kriterien wie die Schad- und Nährstoffbelastungen, die Struktur der Uferbefestigung und des Wasserlaufes sowie die Wasserentnahmen und Überleitungen von einem Fließgewässer in ein anderes eine wesentliche Rolle bei der Beurteilung der Gewässerqualität. So orientiert sich die Wasserrahmenrichtlinie bei ihrer Umsetzung nicht wie sonst bei EU-Richtlinien üblich an den Grenzen der Nationalstaaten, sondern es wurden Flusseinzugsgebiete definiert. Insgesamt gibt es zehn Flusseinzugsgebiete in Deutschland, davon zwei in Brandenburg. Die Oder und die Elbe.

Die Panke ist eines der ausgewählten Projekte im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie. Aus dem Slawischen kommend bedeutet der Name "strudelnder Fluss". "Das Flüsschen ändert seinen Charakter von der Quelle bis nach Berlin hinein", sagt Wolfgang Bergfelder, Abteilungsleiter Integrativer Naturschutz in der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz. Denn so unterschiedlich die Panke in ihrem Verlauf geprägt ist, so wechselvoll ist auch ihre Geschichte. Verschiedene Male wurde ihr Lauf verändert, wenn es städtebaulich notwendig erschien. Sie wurde durch Rohre gepresst. Und auch noch heutzutage ist ihre Mündung in die Spree unter Betonplatten verborgen.

Über Jahrhunderte hinweg wurde ihr Wasser genutzt. Zuerst im Mittelalter zum Antrieb der Mühlen, während der späteren Industrialisierung siedelte sich immer mehr Gewerbe an ihrem Flussufer an und brachten ihr durch Rückfluss der Abwässer den Namen Stinke-Panke ein, berichtete Peter Gärtner vom Landesumweltamt Brandenburg in seinem Vortrag "Die Panke im Wandel der Zeit".

So war die Panke einst sogar ein sehr fischreicher Fluss unter anderem mit Stichlingen und Barschen. Begradigungen, Aufstauungen und Rodungen der Ufer, die zu einer zunehmenden Vermoorung des Flusses führen, sind die aktuell zu bewältigenden Probleme.

"Insbesondere in Siedlungsgebieten haben wir Schwierigkeiten mit spielenden Kindern und Anwohnern, die Zäune bis in den Fluss hinein bauen", berichtet Andreas Krone, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Finowfließ, welcher für die Pflege der Panke und ihrer Zuflüsse zuständig ist. In den kleinen Staudämmen und Zäunen verfängt sich überwiegend Grünzeug und der Fluss staut sich weiter auf.

Ohnehin gilt die Panke als hochwassergefährdetes Gebiet und manch ein Anwohner mag es wohl dieses Frühjahr beobachtet haben, als seine Wiese nur noch mit Gummistiefeln zu betreten war.

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