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Bewegende Bilder einer Flucht

Ein syrisches Mädchen zwischen Krieg und Grenze.
Ein syrisches Mädchen zwischen Krieg und Grenze. © Foto: Passow
Silvia Passow / 03.07.2017, 20:59 Uhr
Falkensee (MOZ) Im Interkulturellen Zentrum B80 in Falkensee ist eine Ausstellung mit Bildern des syrischen Künstlers Kawa Haji Majid eröffnet worden. Geflohen vor den Wirren eines Bürgerkrieges, hielt er seine Erlebnisse und Eindrücke auf Papier fest. Und so erzählen diese Bilder zu allererst eine Geschichte: Die der Angst, der Panik und doch auch der Hoffnung, wenn er die Flüchtlinge auf einer Nussschale von Bott über das Meer treiben lässt.

Anklagend, einen Aufschrei gleich, das tote Kind am Strand. Von unglaublicher Schönheit das Portrait einer Spanierin. Nahezu sachlich die gezeichnete Landkarte seiner Flucht. Unglaublich tiefgründig die fremde Frau, auf einen Stuhl vor Ruinen sitzend, ein roter Stacheldrahtzaun scheint den Betrachter von der geheimnisvollen Fremden zu trennen. So wie er doch gleichzeitig auch sie selbst vom Rest der Welt entrückt. Diese Ruhe im Blick, während hinter ihr das Chaos sichtbar ist. Viele dieser Bilder zeigen die Suche nach dem Schönen, dem Schützenswerten. So als wollte der Künstler sich mit seinen Arbeiten das Gute der Welt bewahren. Sie sind von Schmerz geprägt, ja, aber sie zeigen auch Hoffnung. Dann liegt wieder Humor in der Luft, wo doch eigentlich kein Platz für ein Lachen zu vermuten wäre. Majid spricht auf eine berührende Weise mit seinem Publikum. Er taucht es in ein Wechselbad der Gefühle und lässt es dabei doch nicht allein.

Zu sehen sind die Bilder noch bis zum 10. August in der Galerie Schneeweiß, Poststraße 35,Am letzten Ausstellungstag können die Bilder dann auch dort ersteigert werden. Der Erlös geht an Kawa Haji Majid. Der Künstler ist bereits seit 2013 auf der Flucht. Mit seiner Frau und seinen drei Kindern floh er 2013 zunächst in die Türkei, 2016 dann über das Mittelmeer nach Griechenland.

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