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Ministerium reagiert auf Brandenburger Abi-Panne

Ab September eine Stunde Mathe mehr

Vielleicht nehmen bald noch mehr Kinder an der Mathe-Olympiade teil?
Vielleicht nehmen bald noch mehr Kinder an der Mathe-Olympiade teil? © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Mathias Hausding / 06.07.2017, 09:05 Uhr - Aktualisiert 06.07.2017, 09:49
Potsdam (MOZ) Brandenburger Gymnasiasten haben ab dem neuen Schuljahr fünf Wochenstunden Mathematik, eine mehr als jetzt. Das Bildungsministerium reagiert damit auf die Panne beim Mathe-Abitur. Zudem sind die Änderungen ein Vorgriff auf die jetzt im Detail geklärte große Reform der Abiturstufe.

Fast 2600 Schüler hatten sich dafür entschieden, die schriftliche Prüfung für das Mathe-Abi im Juni zu wiederholen. Das Ministerium machte ihnen dieses Angebot, nachdem es Proteste gab, weil Prüfungsaufgaben zuvor nicht oder nur unzureichend im Unterricht behandelt worden waren. Von den Problemen waren 113 von 136 Schulen im Land betroffen.

Nun läuft dazu die Ursachenforschung. Zunächst kamen dabei zwei Professoren der Uni Potsdam zu dem Schluss, dass Pädagogen den Lehrplan falsch interpretiert hätten und zudem ein Drittel der Schulen eine wichtige Fortbildung zu Neuerungen im Lehrplan nicht besucht habe.

Bildungsminister Günter Baaske (SPD) erklärte jedoch in der vergangenen Woche im Landtag, dass eine zu geringe Zahl von Mathe-Wochenstunden "der entscheidende Punkt" gewesen sei. Er stellte in Aussicht, dass darauf nicht erst mit der ohnehin anstehenden Reform der Abiturstufe reagiert werde, sondern möglichst schnell.

Am Mittwoch nun sagte Ministeriumssprecher Ralph Kotsch, dass die Zahl der Mathestunden pro Woche bereits zum kommenden Schuljahr von vier auf fünf erhöht werde. Dies sei durchaus so kurzfristig umsetzbar. "Die Schulämter organisieren das gemeinsam mit den Schulen." Gelten würde die Neuerung demnach für das letzte Jahr vor dem Abitur, also all jene Schüler, die ab September an Gymnasien die 12. und an Gesamtschulen mit Abiturstufe die 13. Klasse besuchen.

Sowohl beim Eltern- wie auch beim Schülerrat stießen die Korrekturen auf ein gemischtes Echo. "Einen fünfstündigen Zwangskurs Mathe für alle finde ich problematisch", sagte Wolfgang Seelbach, Sprecher des Landeselternrates. Ireen Beyer vom Landesschülerrat erklärte: "Wer im kommenden Jahr das schriftliche Mathe-Abi schreiben möchte, wird sich über die zusätzliche Stunde freuen, alle anderen werden wohl nicht begeistert sein, noch mehr Mathe zu haben."

Seelbach und Beyer spielen darauf an, dass der Mathe-Leistungskurs in Brandenburg für alle Pflicht ist, also auch für Schüler mit anderen Neigungen. Auch die Zahl von insgesamt fünf Leistungskursen ist sehr hoch. Sie soll aber ab 2018 auf zwei sinken. Darüber ist jetzt eine Einigung erzielt worden, die im Mathe-Grundkurs vier Wochenstunden vorsieht.(Seite 11)

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