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Stadt und Hochschule feiern Eberswalder Wirtschaft beim Empfang im Forstbotanischen Garten

Unternehmer beweisen Tatkraft

Parodie auf die Festrede: Thomas Jäkel sorgte mit improvisierten Ansprachen für Heiterkeit im Gewächshaus.
Parodie auf die Festrede: Thomas Jäkel sorgte mit improvisierten Ansprachen für Heiterkeit im Gewächshaus. © Foto: MOZ/Marco Marschall
Marco Marschall / 10.07.2017, 07:50 Uhr
Eberswalde (MOZ) Vertreter von Stadt und Hochschule haben Eberswaldes Unternehmer am Freitag zum Wirtschaftsempfang an den Gewächshäusern des Forstbotanischen Gartens begrüßt. Die Firmenchefs fühlten sich gut aufgehoben. Allein was in der Kreisstadt von oben kommt, ist dieser Tage schlecht planbar.

In seiner Rede hatte Bürgermeister Friedhelm Boginski die Eberswalder Unternehmer noch für ihre "Anpackermentalität" gelobt und prompt stellten die Gäste des Wirtschaftsempfangs diese unter Beweis. Aus Angst vor prognostizierten 45 Minuten Dauerregen wurde die Veranstaltung spontan vom Außenbereich ins Gewächshaus des Forstbotanischen Gartens verlegt. Es galt die kniehohen weißen Würfelhocker unters Dach zu bringen. Mit vereinten Kräften eine schelle Angelegenheit. Unter dem Glasdach, umringt von exotischen Pflanzen, kamen die Gäste dann in den Genuss eines humorvoll improvisierten Festreden-Seminars des Duos "Theater ohne Proben" aus Berlin.

Es war der neunte Wirtschaftempfang, den die Stadt ausrichtete. Diesmal also in den Gefilden der Hochschule für nachhaltige Entwicklung, deren Impulse Friedhelm Boginski in seiner Ansprache mit hervorhob. Im Mittelpunkt aber standen am Abend die Unternehmen, deren Investitionen und deren Engagement die Arbeitsplätze der Stadt sichern und neue schaffen. Insgesamt 16147 Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte gibt es mit Stand vom 30. Juni in Eberswalde.

Hauptarbeitgeber ist das Gesundheits- und Sozialwesen (25 Prozent), gefolgt vom Dienstleistungsektor (18) und dem verarbeitenden Gewerbe (15). Ganze 14 Prozent der Eberswalder Beschäftigten sind in der öffentlichen Verwaltung tätig. Sicher ein Grund dafür, warum der Bürgermeister in seiner Rede erneut auf die Wichtigkeit hinwies, dass Eberswalde Kreisstadt bleibt. "Eine der zentralen Entscheidungen für die Zukunft", nannte er diesen Punkt. Weitere Herausforderungen der Waldstadt: Die Integration von mehr als 1000 Flüchtlingen und die Verringerung des Arbeitskräftemangels.

Denn Arbeit gebe es offenbar genug. "Wir haben sofort Kapazität für zwei Außendienstmitarbeiter", sagte Simone Klewer am Abend im Gespräch mit der Märkischen Oderzeitung. Sie ist Geschäftsleiterin der Debeka in Eberswalde - die Zweigstelle des deutschlandweit agierenden Versicherungsunternehmens für den Bereich Barnim-Uckermark. Ein Unternehmen, das angesichts des Fachkräftemangels auch vor Quereinsteigern nicht zurückschreckt. Egal ob es sich um Maurer, Studienabbrecher oder Elektriker handelt. Ein Jahr dauert die Einarbeitung als Versicherungskauffrau/mann bei der Debeka mit anschließender Prüfung der Industrie- und Handelskammer.

Über mangelnde Unterstützung seitens der Stadt klagen die Firmen nicht. Es gebe eine gute Zusammenarbeit, sagt zum Beispiel Daniela Salzmann. Sie ist sowohl Geschäftsführerin des Berufsbildungsvereins Eberswalde, der die Oberbarnimschulen betreibt als auch Chefin der Finesse GmbH, die die Schulen der Stadt mit Mittagessen versorgt. Man bemühe sich regional zu sein, aber einen Biotrend beobachte sie beim Verbraucher in ihrer Branche nicht. "Weil es finanziell nicht erwünscht ist", sagt sie.

Anders dürfte das Ludolf von Maltzan für sein Unternehmen wahrnehmen. Eigentlich würde man den Geschäftsführer des Ökodorfs Brodowin auf dem Eberswalder Wirtschaftsempfang überhaupt nicht vermuten, sitzt sein Betrieb doch im Amtsbereich Britz-Chorin-Oderberg. "Seit zwei Jahren sind wir mit einem Lieferservice in Eberswalde", verriet er. Von dort aus versorgt der Betrieb 2000 Berliner Privathaushalte mit Biolebensmitteln aus einem Online-Shop sowie 200 Gewerbetreibende - zum Beispiel Cafés, die mit Brodowiner Milch arbeiten. Auch er fühle sich von Eberswalde "super unterstützt", sagt von Maltzan.

Zufrieden konnten die Gäste letztlich auch noch mit dem Wetter sein. So währte der Ausflug ins Gewächshaus nicht lang. Buffet und Erfrischungen konnten bei musikalischer Begleitung an den Stehtischen im Freien genossen werden.

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