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Vereinbarung soll Kontakte zwischen dem japanischen Hachioji und Wriezen vertiefen

Freundschaft neu bekräftigt

Anett Zimmermann / 12.07.2017, 07:13 Uhr
Wriezen (MOZ) Jetzt ist es auch schriftlich festgehalten: Die japanische Stadt Hachioji und Wriezen wollen ihre Freundschaft weiter vertiefen. Die entsprechende Vereinbarung wurde am Montag von den beiden Bürgermeistern Takayuki Ishimori und Uwe Siebert unter großem Beifall unterschrieben.

Hintergrund der schon länger gepflegten freundschaftlichen Kontakte zwischen den beiden Städten ist das Wirken des in Hachioji geborenen Arztes Dr. Nobutsugu Koyenuma. Er rettete Ende des Zweiten Weltkriegs und in den Monaten danach vielen Menschen in Wriezen das Leben - und gab dafür sein eigenes, wie nicht nur Wriezens Bürgermeister Uwe Siebert bei der feierlichen Unterzeichnung der Freundschaftsvereinbarung am Montagabend im Ratssaal unterstrich.

Da lag hinter den beiden Delegationen aus Hachioji, darunter offizielle Vertreter der Stadt, der Stadtverordneten, des Freundschaftskomitees und Familienangehörige Koyenumas, bereits ein umfangreiches Besuchsprogramm. Diejenigen, die das erste Mal in Wriezen waren, staunten darüber, wie die Stadt die Erinnerung an den Mediziner wachhält. So gab es unter anderem an dessen Grab auf dem Wriezener Friedhof ein Totengedenken. Auf dem Weg zum Rathaus kamen die Teilnehmer an der im Jahr 2000 mit Hilfe von Spenden aus Japan ermöglichten Skulptur der beiden Bildhauer Tatsuhiko Yokoo und Axel Anklam vorbei. Am Rathaus weist eine weitere Tafel auf Koyenuma hin. Dort war 1945/46 die Typhus-Station eingerichtet, in der der Arzt mit Mitarbeitern und Helfern gegen die Seuche kämpfte und letztlich selbst daran erkrankte. Und so durfte ein Blick in das Koyenuma-Zimmer im Erdgeschoss des Rathauses nicht fehlen. Dort wird unter anderem über die Suche nach der Familie Koyenumas 1989 und den Besuch des bereits über 90-jährigen Bruders in Wriezen informiert.

Vor der Unterzeichnung der Freundschaftsvereinbarung äußerten beide Bürgermeister die Hoffnung, dass diese zum weiteren Austausch zwischen beiden Städten beitragen und so auch die Erinnerung an Koyenuma wachhalten wird. Hervorgehoben wurden dabei unter anderem Kaiko und Yoshinori Tsukamoto vom Freundschaftskomitee aus Hachioji.

Neben ihnen am Tisch saßen mit Sybille Fuhge und Michael Tiedje unter anderem zwei Schulleiter aus Wriezen, die sich über den Aufbau neuer beziehungsweise Ausbau bestehender Kontakte freuen. Katrin-Susanne Schmidt, Geschäftsführerin der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, übersetzte einmal mehr alles, was offiziell zu übersetzen war. Die anderen verständigten sich unterdessen über kleine Gesten, Englisch oder auch ein paar Brocken in der jeweils anderen Sprache.

Japans Botschafter Takeshi Yagi verwies darauf, dass Wriezen und Hachioji die 54. Partnerschaft zwischen deutschen und japanischen Städten eingehen. Auch er sah darin "einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Bande der Freundschaft" und gratulierte zu der Vereinbarung. Er wünschte den Bürgern beider Städte im Sinne Koyenumas viele weitere Treffen nicht nur zur Kirschblütenzeit. Auf dem Sterbebett soll der Arzt den Wunsch geäußert haben, die Kirschblüte noch einmal sehen zu können. Sein Bruder habe, so Takeshi Yagi, Wriezen mehrere Zweige geschickt. Inzwischen stünden Bäume vor dem Rathaus.

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