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Gebäude in Eisenhüttenstadt soll erneut verkauft werden / Preis auf 105000 Euro gestiegen

Spekulationsobjekt Bahnhof

Neuer Eigentümer gesucht: Das Bahnhofsgebäude in Fürstenberg wird einmal mehr zum verkauf angeboten.
Neuer Eigentümer gesucht: Das Bahnhofsgebäude in Fürstenberg wird einmal mehr zum verkauf angeboten. © Foto: MOZ/Stefan Lötsch
Stefan Lötsch / 13.07.2017, 20:57 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Das Bahnhofsgebäude in Fürstenberg steht erneut zum Verkauf. Auf einem einschlägigen Immobilienportal wird das Objekt für 105000 Euro angeboten. Vor knapp vier Jahren waren bei einer Immobilienauktion gerade einmal 19000 Euro dafür gezahlt worden

Werden die Eigentümer des Bahnhofes mit der Immobilie nicht froh oder nutzen sie einfach das Gebäude als Spekulationsobjekt? Stolze 105000 Euro wird laut Eintrag in einem Immobilienportal für das Bahnhofsgebäude in Fürstenberg verlangt, das noch aus dem 19.Jahrhundert stammt. Angeboten wird der Komplex über ein Immobilienunternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Übach-Palenberg.

Damit könnte sich der Besitzerwechsel einmal mehr fortsetzen. 2010 hatte die Bahn das Objekt mit einem großen Paket anderer Bahnhöfe an ein englisches Unternehmen verkauft. Dies hat einzelne Objekte nach und nach - unter anderem bei Immobilien-Auktionen - weiter veräußert. Groß Geld war und ist damit offensichtlich nicht zu machen. Im September 2013 kam das Eisenhüttenstädter Objekt bei dem renommierten Auktionshaus Karhausen unter dem Hammer. In der Katalogbeschreibung damals hatte das Auktionshaus nicht verschwiegen, dass das Gebäude, das aus drei Teilen besteht, stark sanierungsbedürftig ist. Entsprechend gering war das Interesse. 18000 Euro war das Anfangsgebot, bei 19000 Euro fiel der Hammer. Zwischenzeitlich tauchte der Bahnhof immer mal wieder in Immobilienportalen auf. Preisvorstellung da: Rund 80000 Euro, das hätte schon eine saftige Rendite ergeben.

Zuletzt hatte sogar die Bahn wieder Interesse an ihrem einstigen Eigentum. Denn bei der geplanten Neugestaltung der Bahnsteige mit behindertengerechten Zugängen, wäre die Option, die die vorhandene Unterführung vom Bahnsteig zum Bahnhofsgebäude mit einbezieht, eigentlich die günstigste gewesen, nicht zuletzt aus Kostengründen. Allerdings hätte da der Eigentümer mitspielen müssen. Doch der wollte nicht. Ein Bahnmanager drückte es im vergangenen Jahr so aus: "Wir haben den Eigentümer sogar persönlich in Geilenkirchen aufgesucht." Man habe ihm ein Kaufgebot unterbreitet. "Es gab darauf keine Reaktion, keine Zusammenarbeit", so der Bahnmanager.

Die Erfahrungen hat die Stadt in der Vergangenheit mit den unterschiedlichen Eigentümern auch gemacht. Vielleicht ist mit ein Grund für den Verkauf, dass die Stadt, nachdem sie eigens eine Satzung erlassen hat, Straßenausbaubeiträge für den Ausbau des Bahnhofsvorplatzes erhoben hat, die auch der Eigentümer des Empfangsgebäudes zahlen muss.

Momentan ist der Busverkehr Oder-Spree mit einem Fahrkartenschalter Mieter. Darüber hinaus wird noch die Gaststätte betrieben, ansonsten sieht man leerstehende Fenster.

Dabei ist sich die Stadt der Bedeutung des Bahnhofes bewusst. Mit der DB AG sind die Planungen für die barrierefreie Erschließung der Bahnsteige soweit gediehen, dass eine Variante weiterverfolgt wird. Auch im integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) der Stadt, das ein Leitfaden für die kommenden Jahre ist, spielt der Bahnhof eine Rolle unter der Überschrift "Tor zur Stadt". Allerdings geht es da primär um die Erreichbarkeit des Bahnsteiges.

Dass die Stadt das Gebäude kauft, um Einfluss auf die weitere Verwendung und Entwicklung zu haben, ist sehr unwahrscheinlich. Zum einen hat die Stadt selbst genügend leerstehende Gebäude, die sie verkaufen will. Zum anderen fehlt das Geld, das in nicht unerheblichen Maß notwendig wäre, um das verwahrloste Objekt grundlegend zu sanieren.

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