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Wirtschaftsminister zu Gast bei Wall

Männer-Trio: Wall-Geschäftsführer Patrick Möller (links) und Wirtschaftsminister Albrecht Gerber treffen auf das Werbegesicht - der Name des Herrn ist nicht bekannt - der Modekette Peek&Cloppenburg.
Männer-Trio: Wall-Geschäftsführer Patrick Möller (links) und Wirtschaftsminister Albrecht Gerber treffen auf das Werbegesicht - der Name des Herrn ist nicht bekannt - der Modekette Peek&Cloppenburg. © Foto: Roland Becker/MOZ
Roland Becker und Josefin Rogge / 14.07.2017, 21:00 Uhr
Velten/Birkenwerder (HGA) Selbst bei der Wall AG ist es noch nicht aussortiert: Hochglanzpapier feiert auch in Zeiten der Digitalisierung weiterhin (Werbe-)Erfolge. Doch der Berliner Stadtmöblierer setzt immer mehr auf die digitale Zukunft. Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) ließ sich darüber am Freitag im Veltener Werk informieren.

"Wir leben davon, dass wir kreativ sein können", wirbt Walls Geschäftsführer Patrick Möller für die Innovationskraft dieses Unternehmens, von dem sich der Minister wohl noch mehr in Brandenburg wünschen würde. Mit 250 Arbeitsplätzen in der Veltener Produktion und nochmal so vielen in der Berliner Verwaltung sowie im Außendienst gehört Wall zum soliden Mittelstand. Und was dem Minister noch besser gefallen dürfte: In Velten wird nicht nur produziert, sondern auch getüftelt. "Hier entwickeln wir die Software, hier wird konstruiert, hier wird produziert", verweist der Wall-Chef darauf, dass die Veltener Produkte aus einem Guss sind.

Mit Plakaten an Bushaltestellen hat einmal alles angefangen. Die Produktpalette ist längst viel breiter geworden und bietet Hightech, so viel der Kunde wünscht. Einer davon ist der Bürgermeister von Stockholm. Derzeit stattet Wall die schwedische Hauptstadt mit Toiletten aus. Als der Bürgermeister in Velten den Wunsch äußerte, diese doch künftig im für Schweden typischen roten Ton zu fertigen, war das für Wall kein Problem. Auch die Toiletten profitieren vom technischen Fortschritt. So ist zum Beispiel jedes Berliner WC mit einer Software ausgestattet, die es einem Mitarbeiter in Velten erlaubt, die Funktionsfähigkeit jeder Toilette auf einem Bildschirm zu verfolgen. Auch mit den LED-Panels - den großen Werbetafeln an den Ausfallstraßen - funktioniert das. Die melden sogar, wenn die Temperatur für die empfindsame Technik zu hoch ist und dimmen abends ihr Licht selbstständig. "Und da hat noch kein Hacker eine politische Parole drauf veröffentlicht?", wollte ein Journalist wissen. "Ich glaube, wir sind bestmöglichst geschützt", meint Möller.

Eines der Wallschen Zauberworte der schon sehr nahen Zukunft nennt sich Digitale Säule. Solche Wunderwerke wurden erst an drei Orten in der Welt entwickelt: in Paris und Singapur und eben in Velten. Gerade werden solche Allround-Säulen, die über Fahrpläne und Kulturereignisse ebenso informieren, wie sie zahllose Apps bereithalten, für die speziellen Wünsche von San Francisco entworfen.

Ein funkelnagelneues Projekt, von dem man sich bei Wall viel verspricht, ist der digitale Screen. Der wie ein zu groß geratenes Tablet wirkende Bildschirm existiert schon als Prototyp und kann zum Beispiel als interaktive Info-Tafel in Verkehrsmitteln dienen. Die Berliner BVG, so der das Veltener Entwicklungszentrum leitende Dr. Michael Wittner, habe schon Interesse bekundet. Er erläutert auch das Besondere an diesem Bildschirm: "Der digitale Screen kommt ohne Strom aus. Ihm reicht das Licht, das aus der Umgebung einfällt." Minister Gerber zeigte sich sichtlich beeindruckt: "Hut ab! Und ein Glück, dass das alles hier in Velten stattfindet."

Ähnlich dürfte sich der Politiker beim Familienbetrieb Koerber + Koerber geäußert haben, die er in Birkenwerder besuchte. Junior-Chef Benjamin Koerber zeigte während eines Werksrundgangs, dass ein digitalisierter Maschinenpark wichtig für die hohen Qualitätsansprüche der Präzisionsmechanik ist. Das Unternehmen stellt unter anderem Stahl-Bauteile her, die auf Tausendstel Millimeter genau sein müssen. Mittels der vernetzten Messmaschine sei das kein Problem mehr. Mitarbeiter Carsten Kempa spricht von einem präziseren und effizienteren Arbeiten durch die Digitalisierung.

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