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Zwölf Nester im Landkreis sind wieder bezogen / Zwei Brutpaare allein in Blumberg

Barnimer Storchenparade

Majestätischer Anblick: Der Storch ist beliebt bei den Menschen, gilt er doch als Symbol für Kinderreichtum und als Glücksbringer.
Majestätischer Anblick: Der Storch ist beliebt bei den Menschen, gilt er doch als Symbol für Kinderreichtum und als Glücksbringer. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Britta Gallrein / 03.05.2013, 07:40 Uhr
Bernau (MOZ) Sie haben sich Zeit gelassen. Wegen der frostigen Temperaturen noch im März sind die Barnimer Störche in diesem Jahr später eingetroffen als sonst. Derzeit sind aber fast alle Bauten wieder besetzt.

Zwölf Nester haben die Vögel im Landkreis derzeit wieder bezogen: in Ahrensfelde, Biesenthal, Ladeburg, Rüdnitz, Weesow, Schönfeld, Wilmersdorf, Klosterfelde, Schönerlinde und Stolzenhagen. In Blumberg haben sich sogar zwei Brutpaare niedergelassen.

Gerhard Meyer ist Storchenexperte und kümmert sich im Auftrag des Naturschutzbundes (Nabu) um die seltenen Vögel. "In Blumberg hat die Gemeinde nachgeholfen. Dort hat man ein altes Nest auf einem Schornstein und einen störenden Baum entfernt." Jetzt haben die zwei Storchenpaare dort wieder gute Bedingungen zum Nisten.

"Nestbesichtigungen gab es in Löhme, Wandlitz und Birkholz. Da waren die Tiere für zwei bis drei Tage dort, sind dann aber wieder verschwunden", berichtet Gerhard Meyer.

In diesem Jahr kam Meister Adebar erst spät zurück aus den wohlig warmen Gefilden. Am 6. April trafen die ersten Störche in Rüdnitz und Ladeburg ein. "Normalerweise kommen die schon so zwischen dem 27. und 29. März", weiß Meyer. Für die zeitliche Abfolge der Brut sei die Verspätung aber kein Problem. "Es könnte höchstens sein, dass die dann weniger Eier legen", vermutet er. Drei bis vier Eier sind es normalerweise pro Brutpaar "Wir haben auch schon mal fünf Eier, aber das sind Ausnahmen."Die Eier liegen bereits in den Nestern. "Die hocken jetzt und brüten", weiß Gerhard Meyer.

Der Storch ist beliebt bei den Menschen, gilt er doch als Symbol für Kinderreichtum und als Glücksbringer. In vielen Barnimer Gemeinden ist man stolz auf "seinen" Storch. In Willmersdorf wurde in diesem Jahr extra eine Storchentafel aufgestellt, auf der festgehalten wird, wie viele Jungvögel in welchem Jahr geschlüpft sind. Auch in Groß Schönebeck hat sich der dortige Bürgerverein engagiert, damit der seltene Vogel sich einmal wieder im Dorf niederlässt. Auf dem Gelände des Reiterhofes Böse wurde auf dem Schornstein eine Nisthilfe aufgesetzt, ebenso wie auf einem ehemaligen Schornstein der Agrargenossenschaft. An einem alten Masten wurde das noch vorhandene Nistmaterial abgetragen und neu aufgebaut. Drei Wohnungen hätte Meister Adebar dort also zur Verfügung. Zwei Störche waren laut Beobachtungen auch schon vor Ort, sind aber wieder weiter gezogen. "Ob die sich dann wirklich niederlassen, hängt entscheidend vom Nahrungsangebot ab", sagt Gerhard Meyer. Wenn das nicht da ist, nützt auch die schönste Behausung nichts.

Die Monokulturen seien es, die die Störche in ihrem Bestand gefährden. "Dadurch gibt es keinen Wechsel der Fruchtfolge mehr, und außerdem wird zu viel Chemie verwendet", sagt der Experte. Störche fressen nämlich nicht nur Frösche, sondern auch kleine Nagetiere wie Mäuse. So wird für sie zum Beispiel das Mähen von Silage zum Fest. "Dann laufen die richtig hinter dem Trecker her und holen sich die Mäuse", weiß Meyer. Im Raps dagegen gibt es für sie kaum etwas zu holen.

Nur im Notfall könne der Mensch helfend eingreifen, um dem Storch das Überleben zu erleichtern, weiß Meyer. Zum Beispiel, wenn ein Nest so schwer geworden ist, dass es droht, einzustürzen. Dann können menschliche Nisthilfen Unterstützung leisten. "In Werbellin hatten wir vor einigen Jahren mal den Fall, dass einer der Altstörche gestorben ist. Der andere hätte es nicht alleine geschafft, die Jungen groß zu ziehen. Da kann man in der Nähe des Nestes dann auch schon mal kleine Fische auslegen und ihn damit zufüttern."

Gerhard Meyer wird die Entwicklung der Barnimer Population über den Sommer genau beobachten.

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