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Auf Bananenfrachter entdecktes Kokain ist Millionen wert

07.03.2012, 14:52 Uhr
Hamburg (dapd) Die im November auf einem Bananenfrachter im Hamburger Hafen entdeckten 200 Kilogramm Kokain haben einen Schwarzmarktwert von zwölf Millionen Euro. Nach dem Vermischen mit Streckmitteln wie etwa Paracetamol, Koffein, Backpulver oder anderem Rauschgift kann die Menge für den Straßenverkauf verfünffacht werden, wie der Zoll am Mittwoch in der Hansestadt mitteilte. Fahnder der Spezialtruppe Schwarze Gang hatten bei einer Kontrolle auf der liberischen "Tasman Mermaid" den bislang größten Kokainfund der vergangenen Jahre gemacht.

Bereits auf hoher See waren den Angaben zufolge der Besatzung auf dem Weg von Ecuador nach Hamburg auf dem Oberdeck des Schiffes zwei blinde Passagiere aufgefallen. Der Kapitän ließ daraufhin den 40-jährigen Kolumbianer und den 34-jährigen Ecuadorianer in eine Arrestzelle einschließen und alarmierte den Hamburger Zoll. Als die beiden im Hamburger Hafen der Polizei übergeben wurden, fanden Zollbeamten nahe der persönlichen Sachen der blinden Passagiere und hinter Bananenkartons acht wasserdichte Seesäcke mit dem Kokain.

Ersten Ermittlungen zufolge sollten die beiden mutmaßlichen Täter und Rauschgiftwächter die Drogen in seefester Verpackung bei geringer Wassertiefe und nach Anweisung von bisher unbekannten Mittätern in europäischen Küstengewässern über Bord werfen. Die beiden Beschuldigten wurden am 29. November 2011 vorläufig festgenommen und sitzen seither in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hat die Männer aus Ecuador und Kolumbien am 16. Februar angeklagt. Die beiden Beschuldigten müssen sich wegen gemeinschaftlichen Handeltreibens mit Kokain in nicht geringer Menge verantworten, sagte Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers auf dapd-Anfrage. Die Männer bestreiten die Tat und wollen nichts mit de Betäubungsmittel zu tun haben. Im Frühjahr soll der Prozess vor dem Hamburger Landgericht beginnen. Den Männern droht Möllers zufolge eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren.

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