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Waschbär außer Rand und Band

Damwildhirsch im Wildgehege: Anblicke wie dieser sind es, ³ber die sich die Besucher in der Wriezener Ausflugsstõtte freuen. Foto:GMD/Hannelore Siebenhaar
Damwildhirsch im Wildgehege: Anblicke wie dieser sind es, ³ber die sich die Besucher in der Wriezener Ausflugsstõtte freuen. Foto:GMD/Hannelore Siebenhaar © Foto:
Sven Klamann / 11.01.2008, 08:28 Uhr
Wriezen Noch ist zwar nach dem Rückzug des Vereins "Pro Wriezen" kein neuer Träger für das Wildgehege gefunden. Aber Conrad Philipps, der langjährige Leiter der Ausflugsstätte, hofft auf den Erfolg der von der Stadt angekündigten Ausschreibung. Und blickt auf ein spannendes und erfolgreiches Jahr 2007 für die Wriezener Stätte zurück.

Vor allem der Frischlingsrekord im Wildgehege ließ die Besucher in Scharen strömen. 20 Wildschwein-Babys, so viele wie nie zuvor, liefen im zeitigen Frühjahr auf zittrigen Beinen hinter ihren drei Mamas her, von denen zwei das erste Mal in ihrem noch jungen Leben Nachwuchs zur Welt gebracht hatten. Dabei war Conny Philipps eigentlich davon ausgegangen, dass es im vorigen Jahr weit weniger als die sonst üblichen 15 Frischlinge im Wildgehege geben würde. "Denn wir mussten eine zehn Jahre alte Bache, die an Altersschwäche litt, von ihren Leiden erlösen. Für sie bekamen wir zwar gleich zwei Jungbachen als Ersatz. Aber beim ersten Mal bringen die es meist auf höchstens vier Jungen", verrät der Wriezener Altförster.

Doch die Neuankömmlinge haben sich im Wildgehege derart gut eingelebt, dass sie jeder sieben Frischlinge geboren haben. Da fiel es nicht mehr ins Gewicht, dass die verbliebene Altbache mit sechs Babys etwas unter den Erwartungen blieb.

Was die Besucher freut, ist für die Stätte vor allem aus einem Grund wichtig. "Wir brauchen jedes Jahr mindestens 15 Frischlinge, um sie gegen Futter eintauschen zu können", betont Conny Philipps.

Glücklich ging für den Leiter des Wildgeheges und die vom Ländlichen Bildungswerk Bliesdorf gestellten vier Betreuer auch der Ärger mit einem der beiden Waschbären aus. Der benahm sich mitten im Jahr plötzlich ungemein rüpelhaft und biss so wild um sich, dass eine der Pflegerinnen danach zweimal ärztlich behandelt werden musste. "Wir waren schon drauf und dran, den Störenfried einschläfern zu lassen", gibt der Altförster zu. Erst nach Rücksprache mit dem Wriezener Tierarzt Wilfried Böttcher und mehreren privaten Waschbärenbesitzern, zum Beispiel dem Gastwirt Eckard Peetz, kam Conny Philipps schließlich auf des Rätsels Lösung: die Betreuerin hat einen Hund zu Hause, dessen Geruch den Waschbären irre machte. "Jetzt wird das Tier von einem Mann betreut, der keinen Hund besitzt, und ist wieder zahm", freut sich der Leiter der Stätte.

Das vorige Jahr hätte für das Wildgehege perfekt verlaufen können, wenn nicht die Schäden zu einem riesigen Problem geworden wären, die durch Vandalismus und Diebstahl entstanden. "Allein zweimal wurde unser Schleusentor zerstört", bedauert der Altförster. Unbekannte haben überdies zwei nagelneue Schubkarren und sogar Futter aus der Spendentonne gestohlen.

Im Wildgehege leben derzeit sechs Wildschweine, sieben Stücke Damwild, fünf Stück Rehwild, neun Mufflons, zwei Waschbären, ein Rotfuchs, ein Frettchen, drei Uhu, eine Elster, ein Rotmilan, ein Mäusebussard und ein Rabe.

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