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Speckgürtelgemeinden stoßen an Grenzen

BVB/Freie Wähler gegen weitere Zersiedlung

Peter Vida (BVB/Freie Wähler)
Peter Vida (BVB/Freie Wähler) © Foto: dpa
Ulrich Thiessen / 18.07.2017, 21:45 Uhr
Potsdam (MOZ) Einen Stopp weiterer Zersiedlungen und Versiegelungen im Berliner Umland fordern BVB/Freie Wähler. Der Landtagsabgeordnete Péter Vida forderte am Dienstag in Potsdam eine strikte Einhaltung der Bauordnung und gegebenenfalls eine Verschärfung des Baurechtes.

Schon jetzt würden viele Ortsteile im Berliner Speckgürtel ihren dörflichen Charakter verlieren, was die Lebensqualität verschlechtere. Das Nahverkehrssystem sei vielerorts an die Grenzen der Kapazität gestoßen, und viele Gemeinden kämen kaum noch hinterdrein, neue Kitas und Schulen zu bauen.

Statt durch immer neu ausgewiesene Baugebiete in der Region Anreize für mehr Zuzug zu schaffen, sollten die Verkehrsverbindungen in die Städte außerhalb des Berliner Umlandes ausgebaut werden. Dort gebe es mehr Kapazitäten, die sich nutzen ließen, wenn die Anbindung für Pendler attraktiver wird.

Winfried Dreger, Kreistagsmitglied in Märkisch-Oderland, verwies auf seinen Heimatort Fredersdorf-Vogelsdorf. Dort kämpft eine Bürgerinitiative gegen die geplante Ausweisung neuer Wohngebiete im Außenbereich der Kommune. Dadurch ginge nicht nur der Erholungswert der Kommune verloren, so Dreger. Er verwies darauf, dass durch die Versiegelung auch die Gefahr von Überschwemmungen bei Starkregen zunehme. Was jüngst in Leegebruch in Oberhavel passiert sei, könne sich auch in Fredersdorf-Vogelsdorf und in anderen Regionen wiederholen, wo die Landschaft nicht mehr in der Lage ist, heftige Niederschläge aufzunehmen.

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Axel Huckstorf 19.07.2017 - 21:51:49

Thema Zersiedlung endlich in der Politik angekommen

Endlich, so möchte man meinen, ist das Thema Zersiedlung/Versiegelung in (Teilen) der Politik angekommen. Dass die Bautätigkeit im sogenannten Speckgürtel von Berlin ein ungesundes Ausmaß angenommen hat, ist inzwischen unübersehbar. Ein Teufelskreis ist entstanden, bei dem der Ausbau der notwendigen Infrastruktur dem rasanten Wohnungsbau in der Regel hinterherhinkt. Dennoch wird in den betroffenen Gemeinden weiteres Wachstum als das Maß aller Dinge angesehen. Die Auswirkungen auf Lebensqualität, lokale Identität und Natur scheinen egal zu sein.

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