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Sommerlager muss umziehen

Nasse Wiesen: Selbst das neue Lager in Vehlefanz bot einige Tücken, so fuhren sich am Freitag auch hier Pkw fest. Doch Hilfe war schnell zur Stelle.
Nasse Wiesen: Selbst das neue Lager in Vehlefanz bot einige Tücken, so fuhren sich am Freitag auch hier Pkw fest. Doch Hilfe war schnell zur Stelle. © Foto: Marco Winkler/MOZ
Marco Winkler / 28.07.2017, 19:49 Uhr
Vehlefanz/Bötzow (OGA) Fast wäre das freikirchliche Sommerlager in Vehlefanz komplett ins Wasser gefallen. Wegen der Regenmassen bekamen die Organisatoren keine Genehmigung für das nahezu unpassierbare Areal am Mühlensee. Eine Alternative wurde jedoch schnell gefunden.

Der Regen kam ihnen, wie so vielen Menschen in den vorigen Wochen, dazwischen. Sollte das 20. Sommerlager der Freikirchler auf einer kleinen Einbuchtung des Mühlensees in Vehlefanz stattfinden, musste das Quartier am Freitag in Windeseile woanders bezogen werden. Lkw und Radlader blieben in Vehlefanz im Schlamm stecken, alles war durchnässt, der Starkregen der Woche ließ sogar die Versorgung auf der Kippe stehen.

"Die zwei Nächte, die es durchgeregnet hat, haben wir etwas unterschätzt", so Jörg Focking, der für den Lageraufbau und -abbau zuständig ist.Der Wasserstand des Mühlensees sei durch den Niederschlag so angestiegen, dass Zufahrtswege nur noch mit dem Traktor zu passieren waren. "Mit Hilfe von Treckern, die wir aus dem Dorf organisieren konnten, konnten wir allerdings erst einmal weiterarbeiten", sagt Oliver Lauktien, einer der Organisatoren. Hilfe kam von benachbarten Landwirten wie Karl-Heinz Müller und seinem Sohn Ronny aus Schwante oder der Landwirtschaftsgesellschaft Eichstädt.

Doch Matsch und Schlamm blieben. Ordnungsamt, Feuerwehr, Polizei schauten sich die Situation am Donnerstag genauer an und stellten fest: Die Rettungswege können unter den Voraussetzungen nicht sichergestellt werden. "Wir haben deshalb keine Genehmigung für das Lager an dieser Stelle bekommen", so Lauktien.

Enttäuschung machte sich breit. "Schließlich haben wir seit vorigen Sonnabend gearbeitet, ab Mittwoch dann mit vielen Leuten." Ein Großteil der Arbeit war umsonst. "Doch das Ordnungsamt hat recht, auch bei uns geht die Sicherheit unserer jungen Teilnehmer vor", sagt Jörg Focking. Die passende Alternative war rasch gefunden. Etwa 500 Meter Luftlinie entfernt, konnte eine Wiese von Landwirt Thomas Richter, der diese Freitag noch einmal mähte, genutzt werden. Seit Freitagvormittag bringen die Helfer deshalb alles aus dem alten ins neue Lager. Zelte, Waschanlagen, Lebensmittel, Technik. "Es ist alles etwas chaotisch", gibt Oliver Lauktien zu. "Doch den Mut haben wir nicht verloren."

Freitag schauten sich die Behörden das neue Lager in der Nähe der Vehlefanzer Mühle an. Die Erlösung: Die Behörde erteilte grünes Licht für das Lager mit rund 160 Kindern. Das hieß auch: schnell sein. "Wir haben viele Menschen aus den Kirchgemeinden organisiert, die mit anpacken", so Jörg Focking. In Windeseile musste ein neues Lager entstehen. Das ist nicht weit vom Gemeindehaus entfernt. Die dortige Küche wird auch genutzt. Eine Wasserleitung wurde gelegt, die Duschen und Toiletten wurden auf der Wiese aufgestellt.

Währenddessen wurde an der Bötzower Kirche die Eröffnung des Sommerlagers gefeiert, mit einem kleinen Luther-Spiel, Esel, Hühner-Wettkacken, Musik, Bogenschießen. Alles im mittelalterlichen Flair. "Wir werden ein großes Abenteuer erleben", sagte Manuel Kain aus dem Leitungsteam. Die wetterbedingte Umsiedlung des Lagers hätte einige Tränen gekostet. "Es war wie ein Nackenschlag." Die Abläufe der Ferienwoche seien deshalb etwas anders. "Aber wir sind gut vorbereitet", so Kain. Eine Woche Ferienspaß wartet nun auf die Kinder. Und es flossen wieder Tränen: bei der Verabschiedung von ihren Eltern.

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